Barchfeld
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Barchfeld
Barchfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Barchfeld hervorgehoben
50.80055555555610.303888888889254
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Barchfeld
Höhe: 254 m ü. NN
Fläche: 11,34 km²
Einwohner:

3.192 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 281 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36456
Vorwahl: 036961
Kfz-Kennzeichen: WAK
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nürnberger Str. 63
36456 Barchfeld
Webpräsenz: www.barchfeld-werra.de
Bürgermeister: Ralph Groß (CDU)
Lage der Gemeinde Barchfeld im Wartburgkreis
Andenhausen Bad Liebenstein Bad Salzungen Barchfeld Berka/Werra Berka vor dem Hainich Bischofroda Brunnhartshausen Buttlar Creuzburg Dankmarshausen Dermbach Diedorf Dippach Dorndorf Ebenshausen Empfertshausen Ettenhausen an der Suhl Fischbach Frankenroda Frauensee Geisa Gerstengrund Gerstungen Großensee Hallungen Hörselberg-Hainich Ifta Immelborn Kaltenlengsfeld Kaltennordheim Klings Krauthausen Lauterbach Leimbach Marksuhl Martinroda Merkers-Kieselbach Mihla Moorgrund Nazza Neidhartshausen Oechsen Ruhla Schleid Schweina Seebach Stadtlengsfeld Steinbach Tiefenort Treffurt Unterbreizbach Urnshausen Vacha Völkershausen Weilar Wiesenthal Wölferbütt Wolfsburg-Unkeroda Wutha-Farnroda Zella ThüringenKarte
Über dieses Bild
Rathaus
Kirche

Barchfeld ist eine Gemeinde im Wartburgkreis in Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde liegt in Südthüringen im Werratal zwischen Thüringer Wald und Rhön.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Immelborn im Westen, Bad Salzungen im Nordwesten, Moorgrund im Norden, Schweina und Bad Liebenstein im Nordosten sowie Breitungen im Süden.

Geschichte

Als Teil der Herrschaft Schmalkalden gehörte Barchfeld seit 1360, vollständig seit 1583, über etwa 600 Jahre zu Hessen, bis es 1944 von der NS-Regierung in den Regierungsbezirk Erfurt eingegliedert und der Verwaltung des Reichsstatthalters für Thüringen in Weimar unterstellt wurde.

Der Ort an der Kreuzung zweier Handelsstraßen (Nürnberg-Niederdeutschland und Frankfurt-Erfurt) war bereits in der Bronzezeit besiedelt.

Erste urkundliche Erwähnung fand der Ort im Jahr 933. Später gehörte der Ort bis 1387 den Herren von Stein-Liebenstein zu Barchfeld, als Lehen der Grafen von Henneberg und alleinigen Gerichtsherren von Barchfeld. 1387 wurde die Wasserburg erstmals genannt. Das Steinsche Schloss wurde 1571 bis 1581 auf der Anlage dieser ehemaligen Wasserburg erbaut. 1694 erhielt Barchfeld das Marktrecht.

Zeitweise war Barchfeld Residenz der Landgrafen von Hessen-Philippsthal-Barchfeld, einem 1721 aus der Nebenlinie Hessen-Philippsthal hervorgegangenen Zweig der hessischen Landesfürsten, die zwischen 1690 und 1732 an der Stelle eines zuvor abgerissenen boyneburgischen Schlosses und direkt an das Stein'sche Schloss angrenzend ein dreiflügeliges, hufeisenförmiges Barockschloss errichteten. Hessen-Philippsthal-Barchfeld ist eine der beiden heute noch bestehenden Linien des hessischen Fürstenhauses.

Die industrielle Entwicklung setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein, Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Barchfeld durch die Geschäftsidee von Eduard Reum zu einem Zentrum der Fahrradzubehörfertigung.

1994 bildeten Barchfeld und die westlich gelegene Nachbargemeinde Immelborn (mit den Ortsteilen Übelroda, Ettmarshausen und Hauenhof) die Verwaltungsgemeinschaft Barchfeld. Am 03. November 2011 unterzeichneten die Bürgermeister beider Gemeinden einen Vertrag über die Eingliederung Immelborns nach Barchfeld im Jahr 2012. Die neue Gemeinde trägt den Namen Barchfeld-Immelborn. [2]

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 – 3755
  • 1995 – 3679
  • 1996 – 3668
  • 1997 – 3625
  • 1998 – 3626
  • 1999 – 3592
  • 2000 – 3597
  • 2001 – 3573
  • 2002 – 3509
  • 2003 – 3453
  • 2004 – 3431
  • 2005 – 3379
  • 2006 - 3347
  • 2007 - 3334
  • 2008 – 3286
  • 2009 – 3244
  • 2010 – 3192
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Barchfeld setzt sich aus 16 Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)[3]

Bürgermeister

Als hauptamtlicher Bürgermeister wurde Ralph Groß (CDU) am 6. Juni 2010 gewählt.[4]

Religionen

Mit der Ausdehnung der fränkischen Herrschaft unter Karl dem Großen auf sächsisch-thüringisches Stammesgebiet kamen auch die ersten christlichen Missionare ins Werratal. Im Anschluss an die Errichtung des Bistums Erfurt und des Klosters Fulda durch den angelsächsischen und päpstlich autorisierten Bischof Winfrid, besser bekannt als Bonifatius, begann im 8. Jahrhundert die von da an ununterbrochene Arbeit der Kirche. Barchfeld erhielt eine kleine Holzkirche, der mehrere Nachfolgebauten folgten, wahrscheinlich der Jungfrau Maria geweiht.

Jüdischer Friedhof in Barchfeld
Jüdischer Friedhof in Barchfeld

Die Reformation wurde im 16. Jahrhundert eingeführt. Trotz mehrfacher Besetzung des Ortes im dreißigjährigen Krieg blieb Barchfeld beständig evangelisch.

Ein Großbrand im Jahre 1753 zerstörte weite Teile des Ortes einschließlich der Kirche und des Pfarrhauses mit den darin befindlichen Kirchenbüchern. Die Kirche wurde innerhalb von drei Jahren im Stil des Spätbarocks wieder aufgebaut. Die evangelisch-lutherische Gemeinde änderte später ihren Namen in evangelische Gemeinde. Heute ist Barchfeld Sitz einer Pfarrei mit 1260 Gemeindemitgliedern. Noch heute gehört die evangelische Kirchengemeinde Barchfeld zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und nicht zur Evangelisch-Lutherischen Kirche Thüringens. Pfarrer ist Michael Stahl.

Außerdem gibt es einige römisch-katholische Christen, die zur Pfarrei Bad Liebenstein gehören, jedoch auch den evangelischen Gottesdienst besuchen.

Die jüdische Gemeinde Barchfeld entstand im 16. Jahrhundert und bildete ein Zentrum jüdischen Lebens in der Region. 1844/45 wurde eine neue Synagoge in der Nürnberger Straße eingeweiht, die in der Pogromnacht 1938 von SA-Männern geschändet wurde. Kultgegenstände und Mobiliar wurden auf dem Sportplatz verbrannt. 1933 lebten 57 Jüdinnen und Juden in Barchfeld, die bis 1945 terrorisiert, vertrieben und in ihrer Mehrzahl ermordet wurden. Seit 1988 erinnerte am ehemaligen Standort der Synagoge ein Gedenkstein, der 1995 auf den Jüdischen Friedhof umgesetzt wurde, an die jüdische Gemeinde des Ortes.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Das Steinsche Schloss wurde 1571 bis 1581 auf der Anlage einer ehemaligen Wasserburg erbaut.
  • Zwischen 1690 und 1732 entstand nach dem Abriss des Boineburgischen Schlosses das Schloss der Landgrafen von Hessen. Es ist eine Dreiflügelanlage, die direkt an das Steinsche Schloss angrenzt.
Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof in Barchfeld
  • Auch der jüdische Friedhof mit der 1988 eingeweihten Gedenkstätte ist sehenswert.
  • Die evangelische Pfarrkirche ist ebenfalls markant.
  • Ein Grabdenkmal auf dem Friedhof an eine umgekommene Russin erinnert an das Schicksal der Zwangsarbeiter im Ort[5]
  • Ein Gedenkstein aus dem Jahre 1988 von dem Bildhauer Gerhard König, zunächst in der Nürnberger Straße am ehemaligen Standort der Synagoge gesetzt, jetzt auf dem Jüdischen Friedhof, erinnert an die Verfolgung der jüdischen Gemeinde.

Sport und Freizeiteinrichtungen

Für die Freizeitgestaltung stehen in Barchfeld eine Jugend- und Freizeitzentrum, eine Kleinsportanlage, eine Mini-Pipe, Spielplätze und Parkanlagen zur Verfügung. In der Immelborner Werraaue befindet sich ein Naherholungszentrum mit zwei Badeseen und einem Campingplatz.

Wirtschaft und Infrastruktur

Gewerbegebiete

  • Das Gewerbegebiet Im Vorwerk befindet sich am südöstlichen Ortsrand von Barchfeld. Es verfügt über eine Gesamtfläche von 23,26 ha.[6]
  • Das Gewerbegebiet "Am Eisberg" befindet sich am nordöstlichen Ortsrand zur Gemeinde Witzelroda. Das Gebiet umfasst ca. 58,3 ha Baufläche. Die Erschließung erfolgte in 2 Bauabschnitten.[7]

Korrektur

Wirtschaftsgeschichte

Die Versuche des Prinzen Ernst von Hessen-Philippstal im 19. Jahrhundert eine Tabakfabrik anzusiedeln, blieben ohne Erfolg. Seit 1919 produziert man im Ort Fahrradteile. Barchfeld war landwirtschaftliches Zentrum und hat mit dem Ende des 19. Jahrhunderts verschiedene Industrien angesiedelt. Die in der Talaue entlang der Werra vorhandenen Kiesvorkommen wurden bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts bei der Suche nach Kalisalzlagerstätten erkundet, seit 1964 entstanden schließlich großflächige Baggerseen, welche in den 1990er Jahren teilweise für Wassersport und einen Campingplatz umgewidmet wurden.

Gute Verkehrsanbindungen und qualifizierte Arbeitskräfte waren für Barchfeld ausschlaggebend als nach der Wiedervereinigung Unternehmensansiedlungen vorbereitet wurden. So ist das Gewerbegebiet Eisberg mit 21 Hektar Fläche bereits vollständig belegt, das Gewerbegebiet Im Vorwerk wurde mit 35 Hektar konzipiert und ist zu 60 Prozent belegt. Zu den Firmen welche sich in Barchfeld angesiedelt haben gehören: [8]

  • KEM-Krappmann Elektromontage- GmbH
  • Büchel & Röder GmbH & Co. Fahrzeugtechnik KG
  • KKI Kälte-Klima- und Industrieanlagenbau Schmitt KG
  • KRS Wälzkörper-Technologie GmbH
  • Meteor Kettenfabrik GmbH
  • Präzisionsdrehteile Barchfeld GmbH

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 19, in welche im Ort die Bundesstraße 62 einmündet.

Die Bahnstrecke von Immelborn über Barchfeld nach Steinbach wurde 1973 stillgelegt.

Durch Barchfeld führt der Werratal-Radweg.

Literatur

  • Karl Volkmar: Tausend Jahre Barchfeld (Werra). Auf Grund der Urkundensammlung der Freifrau Frieda Stein-Schlotheim dargestellt. Selbstverlag der Gemeinde, Barchfeld 1933.
  • Heinrich Weldner: Die Mundart von Barchfeld an der Werra. Steiner, Stuttgart 1991, ISBN 3-515-05422-7 (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik. Beiheft 68).
  • Walter Höhn: Thüringische Rhön. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2005, ISBN 3-86568-060-7, S. 33.
  • Roland Geißler: Wanderführer um Bad Liebenstein und den Inselsberg, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2007, ISBN 978-3-938997-79-6
  • Klaus Schmidt: Natur- und Heimatbuch Barchfeld/Werra. Eine Darstellung von Natur, Landschaft und historischer Entwicklung. Eigenverlag Naturschutzbund Deutschland, Barchfeld, 2008.

Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. http://www.insuedthueringen.de/lokal/bad_salzungen/fwstzslzlokal/Ja-zu-Barchfeld-Immelborn;art83434,1798697 aufgerufen am 04. November 2011
  3. Kommunalwahlen in Thüringen am 7. Juni 2009. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 28. Juni 2009.
  4. Kommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.
  5. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 318, ISBN 3-88864-343-0
  6. Gewerbegebiete in der Wartburgregion. In: Wartburgkreis-Online. Abgerufen am 18. Februar 2010.
  7. OpenDocument Gewerbegebiet “Im Vorwerk”. In: Barchfeld - Werra. Abgerufen am 18. Februar 2010.
  8. Datenquelle: http://www.bundesfirmenregister.de

Weblinks

 Commons: Barchfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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  • Barchfeld — Barchfeld, Flecken im preuß. Reg. Bez. Cassel, an der Schweina und Werra, (1900) 2284 E.; Schloß des Landgrafen von Hessen Philippsthal B …   Kleines Konversations-Lexikon

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