Barchfeld (Ilm)
Barchfeld
Koordinaten: 50° 50′ N, 11° 11′ O50.82833333333311.180555555556320Koordinaten: 50° 49′ 42″ N, 11° 10′ 50″ O
Höhe: 320 m ü. NN
Eingemeindung: 9. Apr. 1994
Postleitzahl: 99448
Vorwahl: 036450
Barchfelder Kirche
Barchfeld (Ilm), Alte Mälzerei

Barchfeld (Ilm) ist eine nichtselbständige Ortschaft im Mittleren Ilmtal, administrativ seit 1994 zur Stadt Kranichfeld im Landkreis Weimarer Land (Freistaat Thüringen) gehörig. Barchfeld hat rund 100 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Barchfeld liegt am rechten Ufer der Ilm an einem nach Osten (Ilm-Saale-Platte) ansteigenden Hang.

Geschichte

Barchfeld gehört zu den ältesten Orten der Region, eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte bereits im 9. Jahrhundert (Güterverzeichnis der Reichsabtei Fulda). Prähistorische Funde weisen auf noch viel ältere Siedlungsplätze an dieser Stelle. Ein altes Dorfsiegel zeigte einen geduckten Kranich. Der Ortsname bedeutet ursprünglich Schweineweide (barg: verschnittener Eber). Heute dominieren Rinder, die in schwarzbunter Version ein idyllisches Bild auf den Hängen und Auewiesen um den Ort abgeben.

Das Dorf, das bis 1919 zur Kranichfelder Oberherrschaft (Sachsen-Meiningen) gehörte, besaß einst eine eigene Brauerei (mit Ausschank) und später noch eine regional bedeutende Mälzerei. Am 1. Januar 1976 wurde die damalige Gemeinde Stedten/Ilmtal in die Gemeinde Barchfeld a. d. Ilm eingegliedert, die wiederum am 9. April 1994 in die Stadt Kranichfeld eingemeindet wurde.[1]

Religionen

In Barchfeld gibt es eine kleine evangelisch-lutherische Gemeinde mit eigenem Gotteshaus, die zum Pfarramt Dienstedt gehört.

Infrastruktur

Verkehr

Barchfeld liegt an der Bundesstraße 87. Eine Landstraße verbindet Barchfeld mit Stedten an der Ilm. Der Ilmtal-Radweg führt an Barchfeld vorbei. Busverbindungen bestehen von und nach Stedten an der Ilm, Kranichfeld, Weimar, Rudolstadt, Erfurt und Ilmenau.

Ansässige Unternehmen

Im Ort sind keine größeren Firmen ansässig, aber einzelne Landwirtschaften (Rinder), kleinere Handwerksbetriebe (Klempner) und Dienstleistungen (Gaststätte), sowie ein Anhänger Center mit großem Mietpark

Öffentliche Einrichtungen

Freizeit- und Sportanlagen

Gaststätte, Wanderwege, Ilmtal-Radweg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Innerhalb des Dorfes findet man einige aufwendig und teilweise historisch originalgetreu wiederhergestellte Bauernhäuser. Ein Dorfbrunnen nahe der Kirche spendet Trinkwasser, das viele Einheimische zum Kochen verwenden (wegen des harten Leitungswassers). Die Kirche selbst (evangelisch, zum Pfarramt Dienstedt) ist ein Natursteinbau von 1914, in dessen Inneren ein Flügelaltar von 1510 bemerkenswert ist.

Interessant ist, dass Barchfeld - so klein es ist - zwei Friedhöfe besitzt. Der alte Friedhof an der Kirche wird nicht mehr für Neubestattungen genutzt, besitzt aber einige gepflegte Grabstellen sowie etliche verwilderte Gräber, die einen eigenen romantischen Reiz ausüben. Der neue Friedhof befindet sich in Richtung Stedten an der Ilm linkerhand am Hang.

Das Ortsbild von Barchfeld wird geprägt durch die Alte Mälzerei. Hier wurde bis in die 70er Jahre hinein Gerstenmalz von guter Qualität hergestellt, mit dem zahlreiche Brauereien versorgt wurden (darunter Singen, Saalfeld und Königsee). Danach wurde das imposante Industriedenkmal von der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) Kranichfeld nur noch als Lager verwendet und nach der Wende von der Firma Mühl übernommen, die das Gelände brachliegen ließ. Für die damalige Mühl AG dienten die alten Bauwerke die als Teil der BHG mitübernommen wurden, nur als Kapital bringend, auch die "Alte Mälzerei" wurde durch Hypotheken belastet, es wurde nicht in die Gebäude investiert, so dass die Bausubstanz dem Verfall preisgegeben war. Verschiedene Nutzungsideen (Künstleratelier, Kegelbahn) scheiterten an den Finanzen. Seit dem Herbst 2006, hat die "Alte Mälzerei" wieder einen neuen Besitzer, die Sanierung hat begonnen, sein Ziel ist es das Wahrzeichen Barchfelds zu erhalten.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt

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