Bardur Snafellsas
Skulptur des Bárður in Arnarstapi

Bárður Snæfellsás ist eine Sagenfigur aus dem Westen Islands. Die Sage um ihn (Bárðar saga Snæfellsáss) gehört zu den Isländersagas und spielt rund um den Vulkan Snæfellsjökull. Eine Statue, die ihn verkörpert, wurde von Ragnar Kjartansson entworfen und bei Arnarstapi auf Snæfellsnes aufgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Nach Bárður benannte Örtlichkeiten

Rund um den Vulkan findet man viele Namen, die mit dieser Figur zu tun haben, z.B. das Maar Bárðarlaug oder die beiden Krater mit Namen Bárðarkista, einer im Süden und der andere im Nordwesten des Snæfellsjökull.

Die Volkssagenfigur Bárður

Bei Arnarstapi auf Snæfellsnes, im Vordergrund die Statue des Bárður

Die Saga um Bárður weist sehr ausgeprägte Züge von Volkssagen auf.

So wird erzählt, Bárður sei einer der ersten Siedler in der Gegend um den Snæfellsjökull gewesen, aber viel größer und stärker als andere, weil er Trollblut in seinen Adern hatte. Er war höchst sportbegabt und außerdem zauberkundig. Und wie viele andere hätten auch ihn Auseinandersetzungen mit dem norwegischen König Harald Schönhaar zur Auswanderung nach Island bewogen.

Er nannte den Snæfellsjökull zunächst einmal Snjófell und gründete in der heutigen Gemeinde Hellnar einen Hof, den er Laugarbrekka nannte. Noch heute gibt es in Hellnar einen Hof dieses Namens, aber er steht an anderer Stelle als in der Sage beschrieben.

Während des Baus soll Bárður in der Höhle Sönghellir gewohnt und dort auch gesungen haben. Er badete grundsätzlich in dem schönen runden Maar Bárðarlaug (= das Bad des Bárður). Aber er neigte auch zu Berserkertaten. So tötete er seine Neffen, die nicht auf seine Tochter aufgepasst hatten, indem er einen von ihnen in die Schlucht Rauðsgíl warf (die Schlucht wurde rot von seinem Blut), den anderen von Klippen herabstürzen ließ. Die Tochter wurde laut Sage die erste „Entdeckerin“ von Grönland. Das Kind trieb auf einer Eisscholle die 287 km bis dorthin ab, kam aber heil zurück (zu spät für den Neffen).

Außerdem half Bárður seinem Nachbarn Ingólfur, der im heutigen Ólafsvík siedelte, und dauernd Ärger mit einem Trollweib aus dem Berg Enni hatte, das ihm an den Kragen wollte.

Schließlich verschwand er nach einem Zusammenstoß mit seinem Halbbruder im Snæfellsjökull, wo er immer noch sitzen soll und seine Schätze bewacht, die im kleinen Vulkan Bárðarkista, einem Teil des Bergmassivs, versteckt sind.

Zweiter Teil der Saga

Der zweite Teil der Saga dreht sich um Bárðurs Tochter Helga und deren Leben als Erwachsene.

Das war das Mädchen, das unfreiwillig nach Grönland reiste.

Bárður als Schutzpatron der Gegend

Lange Zeit wurde der gute Bárður von Leuten der Gegend als eine Art Schutzgeist angesehen und in Not angerufen.

Siehe auch

Literatur


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