Barett (Kirche)

Barett (auch Birett, von lat. biretum) ist die Kopfbedeckung christlicher Geistlicher.

Schwarzes Birett
Christoph Kardinal Schönborn mit Birett (ohne Quaste)

Römisch-katholische Kirche

Das Birett römisch-katholischer Geistlicher hat in Deutschland vier – in allen anderen Ländern drei – Hörner und in den meisten Fällen eine Quaste. Beim Birett mit drei Hörnern fehlt das Horn links.

Die Farbe des Biretts weist auf den Rang des Trägers hin. Priester, Diakone (und früher die Subdiakone) etc. tragen ein schwarzes Birett mit schwarzer Quaste. Ein schwarzes Birett mit violetter Quaste tragen in vielen Bistümern die Dekane (Dechanten). Ein schwarzes Birett mit karminroter Quaste tragen die päpstlichen Prälaten (Monsignori, Protonotare). Nur Bischöfe und Domkapitulare tragen ein violettes Birett mit violetter Quaste. An einigen Domkirchen tragen jedoch nach altem Brauch auch die Domherren noch ein violettes Birett. Das Birett der Kardinäle ist scharlachrot, hat keine Quaste und auch in Deutschland nur drei Hörner.

Ordensgeistliche, v. a. Chorherren, tragen entweder das schwarze Birett der einfachen Geistlichen oder ein der Farbe ihres Ordenskleides entsprechendes Birett. Mönche tragen jedoch kein Birett, ebenso wenig der Papst.

Das Birett gehört zur liturgischen Kleidung des Geistlichen, wenn er den Talar trägt. Im katholischen Gottesdienst wird das Birett nur als Kopfbedeckung getragen, wenn der Geistliche geht oder sitzt, nie im Stehen. Vor dem Altar wird es immer abgenommen. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist es keine Pflicht mehr, Birette zu tragen. Ihr Gebrauch hat daher stark nachgelassen. Katholische Geistliche verwenden es aber oft aus praktischen Gründen als Sonnen- oder Regenschutz bei gottesdienstlichen Handlungen im Freien z. B. auf dem Friedhof und bei Prozessionen.

Bei der „Alltagskleidung“, wenn der Geistliche die Soutane trägt, wird das Birett durch den Saturno („Don-Camillo-Hut“) ersetzt, einem schwarzen Hut mit rundem Rand.

Das Birett ist auch Namensgeber für das Pfaffenhütchen, einem mitteleuropäischen Strauch, der Früchte in der Form dieser Kopfbedeckung trägt.

Evangelische Kirche

In den evangelischen Kirchen lautet die Bezeichnung „Barett“. Es ist stets schwarz und gilt als Bestandteil der Amtstracht (Talar). Es wird nur im Freien gemeinsam mit dem Talar getragen, d. h. meist nur auf dem Friedhof. Die Formen variieren stark; am weitesten verbreitet ist das sogenannte Luther-Barett, eine flache, weiche, runde Mütze aus Samt und ohne Quaste. Andere Formen sind: mit Knopf oder Quaste, vier-, sechs- oder achteckig, weich fallend oder (ähnlich wie ein Birett) steif stehend.

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