Bargfeld (Aukrug)
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Aukrug, die sich aus den Dörfern Bargfeld, Böken, Bünzen, Innien und Homfeld entwickelt hat. Aukrug heißt auch ein Ortsteil von Süderheistedt. Weitere Bedeutungen von Homfeld werden unter Homfeld aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aukrug
Aukrug
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aukrug hervorgehoben
54.0666666666679.766666666666720Koordinaten: 54° 4′ N, 9° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Aukrug
Höhe: 20 m ü. NN
Fläche: 49,9 km²
Einwohner: 3733 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24613
Vorwahl: 04873
Kfz-Kennzeichen: RD
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 009
Adresse der Amtsverwaltung: Bargfelder Straße 10
24613 Aukrug
Webpräsenz:
Bürgermeister: Nils Kuhnke (CDU)
Lage der Gemeinde Aukrug im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Aukrug ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Die Gemeinde entstand 1970 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Bargfeld, Böken, Bünzen, Innien und Homfeld. Sie leitet ihren Namen von einer Gebietsbezeichnung ab. Zum Gemeindegebiet gehören ebenfalls die beiden Ortsteile Tönsheide und Bucken.

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Verkehr

Die Gemeinde liegt im Herzen des 380 km² großen Naturparks Aukrug, einem anerkannten Erholungsort mit Wiesen und Feldern, Heide, Mooren, Teichen und kleinen Flussläufen. Durch den Torfabbau und die Herstellung von Torfkohle, die ähnlich wie Holzkohle hergestellt wird, sind die Moorflächen im Gemeindegebiet jedoch stark zurückgegangen. Heute ist nur noch das Viertshöher Moor, ein Hochmoor im Ortsteil Böken, erhalten. Durch Aukrug fließen die Bünzau und die Höllenau.

Aukrug liegt an der B 430 und der Bahnstrecke Neumünster–Heide, der sogenannten Westbahn. Die Strecke wird heute betrieben von der Schleswig-Holstein-Bahn.

Geschichte

Innien, der älteste Ortsteil, wurde bereits 1128 erwähnt. Der Name Aukrug kommt von der plattdeutschen Bezeichnung „in de Aukrögen“ und heißt soviel wie „in den Krümmungen der Auen“. Als Gründer Inniens wird geschichtlich ein „Daso von Ennige“ genannt, welcher um 1100 an der Stelle Inniens ein Kloster errichtet haben soll. Die Bünzer Mühle war damals eine kirchliche Mühle und durfte nur von Bauern des Kirchenlandes genutzt werden. Andere mussten ihr Getreide über die Lübsche Trade zu einer königlichen Mühle nach Springhoe bei Lockstedt bringen.

Herkunft der Ortsnamen

Innien bedeutet Siedlung des Ano, Bünzen (früher Buntzinge) die Siedlung des Buniko, Böken kommt von der Buche, Bargfeld deutet Georg Reimer als bergiges Feld und Homfeld als Feld im Walde.

Alte Wege und Straßen

Wohl auf Grund der zentralen Lage gingen durch Aukrug mehrere historische Wege und Straßen. Nicht alle Bezeichnungen sind fest definierte Straßenbezeichnungen, sondern ein Geflecht von nebeneinander herlaufenden Wegen, von denen einige den Verlauf durch die Aukrugdörfer nahmen:

Schlacht bei Bünzen 1317

Die einzige bekannte Schlacht in Aukrug fällt in das 14. Jahrhundert. Gerhard der Große kämpfte bei Bünzen gegen die Dithmarscher.

Aukrugvertrag

In den 1960er Jahren gab es erste Überlegungen, die fünf Gemeinden des damaligen Amtes Innien zu einer Gemeinde mit einer Verwaltung zusammenzulegen. Wesentlich vorangebracht hat diese Idee der frühere Kreis- und Landtagsabgeordnete Heinz-Wilhelm Fölster aus Aukrug-Bargfeld. Am 2. Juli 1968 wurde der Vereinigungsvertrag zur Gründung der Gemeinde Aukrug unterschrieben, der dann am 31. Dezember 1969 in Kraft trat.

Die neue Gemeinde sollte eigentlich amtsfrei werden, hatte dafür aber zu wenig Einwohner. Daher bildete die Gemeinde Aukrug mit den Gemeinden des damaligen Amtes Wasbek zum 1. Juni 1970 das Amt Aukrug.

Chronik des Aukrugs

Die „Geschichte des Aukrugs“ wurde bereits mehrfach im gleichnamigen Buch festgeschrieben. Die erste Ausgabe wurde bereits 1907 beauftragt und erschien 1913; der Autor war Georg Reimer. Die Aukruger Chronik ist damit eine der ältesten Dorfchroniken Schleswig-Holsteins. Neuauflagen erschienen 1959 (überarbeitete Neuauflage), 1978 (Ausgabe von 1959 mit Fortsetzung) und 1995 (Ergänzungen u. Nachträge).

Politik

Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl im Mai 2008 neun Sitze, die SPD hat vier Sitze, die Wählergemeinschaft AI drei und die FDP einen.

Wappen

Blasonierung: „In Grün über silbernem Wellenbalken ein silbernes Rad mit vier Speichen (Radkreuz), belegt in der Mitte und an den vier äußeren Enden der Speichen mit zusammen fünf roten, mit goldenen Samenkapseln und goldenen Kelchblättern versehenen Rosenblüten.“[1]

Die grüne Farbe symbolisiert die naturräumliche Lage im Naturpark Aukrug. Der silberne Wellenbalken drückt die Lage an den Flüssen Buckener Au, Mitbek und Bünzau aus und nimmt Bezug auf die Lage des in den „Krümmungen der Auen“ gelegenen Gebietes.

Die Ortsteile Bargfeld, Böken, Bünzen, Homfeld und Innien werden im Wappen durch die fünf Rosen vertreten. Das verbindende Rad zeigt das Zusammenwachsen dieser fünf ehemals selbständigen Dörfer. Das Rad symbolisiert ebenfalls die verkehrsgünstige Lage an dem Straßenkreuz der Landesstraße 121 Kiel - Itzehoe und der Lübschen Trade, heute die Bundesstraße 430.

Sehenswürdigkeiten

Die Region ist touristisch sehr gut erschlossen.

Heimatmuseum „Dat ole Hus“

Dat ole Hus ist ein Heimatmuseum im Ortsteil Bünzen. Der Bau wurde um 1700 erstmals errichtet und 1804 nach einem Brand als strohgedeckte Kate neu gebaut. Bekanntes Reiseziel ist der „Museumskroog“, in dem es auf dem alten Herd frisch gebackene Waffeln mit Kirschgrütze gibt.

Die Bünzer Wassermühle

In Bünzen steht eine gut erhaltene Wassermühle in Fachwerkbauweise mit oberschlächtigem Wasserrad, die vermutlich seit dem Mittelalter besteht. Das Wasserrad ist nicht in Betrieb. Im Inneren der Mühle befindet sich eine komplette Einrichtung mit Kegelrad und Stirnradgetriebe für 2 Gänge und einer Quetsche. Die Mühle ist als Wahrzeichen auf der Touristischen Unterrichtungstafel an der A7 abgebildet.

Aukruger Kirche

Die Evangelische Kirche Aukrug ist eine 1893 geweihte kreuzförmige Saalkirche im neugotischen Stil. Der Entwurf des erst 1922 gebauten Turmes stammt von dem kaiserlichen Baurat und Kirchenbaumeister Jürgen Kröger, der im Ruhestand in Innien lebte.

Der Boxberg

Mit 76,8 Metern Höhe ist der Boxberg eine der höchsten Erhebungen im Naturpark Aukrug. Von seiner Spitze hat der Betrachter einen weiten Blick über die waldreiche Landschaft des Naturparks.

Turmhügelburg „Bori“ in Bünzen

In Bünzen am Sportplatz befindet sich die frühmittelalterliche ovale Burg (ca. 30m x 65m). Die Anlage gehört zu den sogenannten Motten, die ab dem 12. Jahrhundert verstärkt angelegt wurden. Diese kleinen Befestigungen bestanden aus einem Turmbau, der von einem Graben umschlossen wurde. Von der Bünzau und dem Kapellenbach geschützt lag eine weitere Burg 600 Meter südöstlich sowie eine dritte große Burg 100 Meter westlich, die 1984 bei Ausgrabungen entdeckt wurden. Heute existiert noch ein kleiner bewaldeter Hügel, der mit einem Graben umgeben ist.

Viertshöher Moor

Wiedervernässtes Hochmoor an der Straße nach Nortorf mit einem Rundwanderweg. Die ringförmigen Hügel, die sich auf dem Gelände befinden, sind Überreste aus der Herstellung von Torfkohle, die ähnlich wie die Holzkohle hergestellt wurde.

Hünengrab „Kluesbarg“ in Homfeld

Das mit Buchen bewachsene Hünengrab an der Itzehoer Straße ist wohl die schönste bronzezeitliche Grabanlage in Aukrug.

„Dithmarscher Berge“

Drei Hünengräber aus der Bronzezeit an der Straße nach Ehndorf, die vermutlich als Erinnerung an die Schlacht in Bünzen (1317) so bezeichnet werden.

„Lübsche Trade“ nach Meezen

Der Waldweg von Aukrug-Homfeld nach Meezen ist ein ursprünglich erhaltener Abschnitt des alten Handelsweges Lübsche Trade. An der Einmündung auf die Bundesstraße 430 befindet sich ein Gedenkstein.

Auerochsen

Seit 2002 werden im Naturpark zur Pflege einiger Flächen Heckrinder gehalten. Durch ihr Fressverhalten fördern die Rinder die Entstehung einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt und machen weitere Pflegemassnahmen der Weidelandschaft überflüssig. Die Weiden befinden sich beim Ortsteil Homfeld in der weiträumigen Buckener Au-Niederung. Von zwei Beobachtungstürmen kann man die Heckrinder, aber auch Rast- und Brutvögel gut beobachten, ohne dass man die Fläche betreten muss.

Naturschutzgebiet Tönsheider Wald

Auf dem 67 ha großen Gelände östlich der Fachklinik befinden sich in dem Naturschutzgebiet Tönsheider Wald größere z.T. naturnahe Waldflächen mit eingestreuten Heideflächen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das örtliche Wirtschaftsleben ist durch kleinere Betriebe aus Handwerk, Handel und Landwirtschaft geprägt. Hervorzuheben ist der Spargelanbau. In Aukrug wurde 2005 die erste Spargelkönigin für Schleswig-Holstein gekrönt. Der Erholungswert des Gemeindegebietes macht den Fremdenverkehr zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor.

Öffentliche Einrichtungen

Im Ortsteil Innien befindet sich der Verwaltungssitz des Amtes Aukrug. Die Fachklinik Aukrug ist eine traditionsreiche Kur- und Rehabilitationsklinik, die genau wie der Erlenhof, eine Wohn- und Werkstätte der Inneren Mission für behinderte Menschen, überregional bekannt ist.

Bildung

Im Ort gibt es eine Grund- und Hauptschule. In Tönsheide ist das Bildungszentrum Tannenfelde, die Bildungseinrichtung der Wirtschaft in Schleswig-Holstein, ansässig.

Freizeit und Tourismus

In Aukrug gibt es sehr schöne, ausgeschilderte Wanderwege u.a. den Naturparkweg. Sie führen durch Wälder und folgen tlw. den Flussläufen der Bünzer Au. Weiter gibt es einen Segelflugplatz, der gerne gegen eine Spende zu Gastflügen genutzt werden kann. Von Mitte März bis Mitte Oktober hat der Flugplatz geöffnet. Bei schönem Wetter kann man den Naturpark Aukrug von oben erleben. Ein großes Schwimmbad mit Planschbecken und Sprungturm bietet Abwechslung und Erfrischung für jung und alt. In ausgedehnten Sport- und Freizeitanlagen findet man einen gepflegten Grillplatz für jedermann. Auf einem Trimm-Dich-Pfad können überschüssige Pfunde abtrainiert werden. Für Golfer, und Tennisspieler sind Anlagen vorhanden. Seit Mai 2006 gibt es am Freibad einen Wohnmobilstellplatz.

Vereine

Das kulturelle Leben im Aukrug wird durch eine Vielzahl von Vereinen organisiert und ermöglicht:

  • JafA - Jugendarbeit für Aukrug e.V.
  • Reitverein Aukrug e.V.
  • AWO Arbeiterwohlfahrt
  • Aukruger Seniorenclub
  • VFF Aukrugschule e.V
  • Tourismusverein Aukrug e.V.
  • Volkshochschule Aukrug e.V.
  • Verein für Handwerk, Handel u. Gewerbe e.V.
  • SoVD Sozialverband Deutschland
  • ADAC Ortsverein Aukrug
  • DGB Ortsgruppe Aukrug
  • Partnerschaft Aukrug-Sien
  • TINA Tauschring im Naturpark Aukrug
  • Deutsches Rotes Kreuz, Ortsgruppe Aukrug

Freiwillige Feuerwehren

  • Freiwillige Feuerwehr Bargfeld
  • Freiwillige Feuerwehr Innien
  • Freiwillige Feuerwehr Böken
  • Freiwillige Feuerwehr Homfeld
  • Freiwillige Feuerwehr Bünzen
  • Jugendfeuerwehr Aukrug

Gilden u. Dorfvereine

  • Inner Gill
  • Böker Gilde
  • Bargfelder Dorffest
  • Bünzer Gilde
  • Homfelder Gilde

Musik-, Chor- u. Theatergruppen

  • Frauenchor der VHS
  • Plattdütsche Speelkrink
  • Männergesangverein Aukrug e.V.
  • Feuerwehrmusikzug Aukrug

Natur- und Heimatvereine

  • Landfrauenverein
  • Wasser- u. Bodenverband Bünzau
  • Imker-Verein Aukrug u. Umgebung
  • Wasser- u. Bodenverband Buckener Au
  • Hegering Aukrug
  • ERNA Extensive Rinderhaltung im Naturpark Aukrug e.V.
  • Aukruger Bund e.V.
  • Naturschutzring Aukrug e.V.
  • Brieftaubenzüchterverein Aukrug
  • Teichgemeinschaft Bünzen

Sportvereine

  • Reitsportgemeinschaft Heitkate e.V.
  • DLRG Ortsverein Aukrug
  • Wandergruppe der VHS
  • Sportangelverein Aukrug e.V.
  • TSV Aukrug
  • Mittelholstein. Golfclub Aukrug e.V.
  • Segelflug Aukrug e.V.
  • Bahnsportclub BSC Aukrug e.V.
  • Reitverein Aukrug

Persönlichkeiten

  • Georg Reimer, Lehrer und Heimatforscher, begründete mit seiner „Geschichte des Aukrugs“ die Auffassung vom Aukrug als geschlossenem Siedlungsbereich
  • Jürgen Kröger, kaiserlicher Baurat und Kirchenbaumeister, lebte ab 1919 in Aukrug und wurde 1928 in Innien beerdigt.
  • Detlef Breiholz, Lehrer und Imker, geb. 24. Oktober 1864 in Vaasbüttel bei Hohenwestedt, gest. 1. Dezember 1929 in Neumünster, beerdigt in Innien. Unter seiner Präsidentschaft entstand 1925 aus der Vereinigung deutscher Imkerverbände der neue Deutsche Imkerbund.
  • Friedrich Christiansen, General der Flieger, Befehlshaber der Wehrmacht in den Niederlanden und Kriegsverbrecher, verbrachte seinen Ruhestand in Aukrug und wurde hier 1972 beerdigt.
  • Johannes Tramsen, Pastor in Innien und Leiter des Bruderrates der Bekennenden Kirche in Schleswig-Holstein, gest. 8. September 1943 in Innien. 1937 gehörte er zu denen, die „Die Erklärung der 96 evangelischen Kirchenführer gegen Alfred Rosenberg" wegen dessen Schrift "Protestantische Rompilger" unterzeichneten.

Quellen und Literatur

  • Georg Reimer: Die Geschichte des Aukrugs
  • Heimatbuch des Kreises Rendsburg
  • Ökumenisches Jahrbuch, hrsg. von Friedrich Siegmund-Schultze, Max Niehans Verlag, Zürich 1939

Siehe auch

Quellen

  1. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

Weblinks


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