Barkerhebel
Barkerhebel; G = Gegengewicht

Der Barkerhebel (auch Barkermaschine) ist ein pneumatisches Relais, welches im Orgelbau Verwendung fand, um die Kräfte zur Betätigung eines Tonventiles zu reduzieren.

Im Allgemeinen wirken umso größere Kräfte auf eine mechanische Traktur und somit auf die Taste, je größer die Orgel ist. Um auch große Orgeln noch spielen zu können, wurden verschiedene Vorrichtungen entwickelt, die den vom Spieler auf die Taste auszuübenden Druck verringern. Der englische Orgelbauer Charles Spackman Barker (1807–1879) entwickelte 1832 seine „pneumatische Maschine“, später Barkerhebel genannt, die zunächst in den Orgeln von Cavaillé-Coll eingesetzt wurde.

Dabei wird durch den Tastendruck nicht direkt das Pfeifenventil geöffnet, sondern ein Ventil in einer zusätzlichen Windlade, der so genannten Spielwindlade. Dadurch wird ein kleiner Arbeitsbalg aufgeblasen, der dann die eigentliche Tontraktur zieht. Der Vorteil eines geringeren Druckpunktes wird allerdings dadurch erkauft, dass der Ton mit einer gewissen Verzögerung anspricht. Auch geht, im Gegensatz zu anderen Spielhilfen wie z. B. dem Vorventil, die direkte Verbindung zwischen Taste und Ventil verloren.

Literatur

  • Meyer, Hans Dieter: Buchholz und Haupt, oder: Wie der Barkerhebel nach Deutschland kam. In: Ars Organi, Vol. 52 (2004). ISSN 0004-2919
  • Hinton, John William: The Story of the Electric Organ. London: Simpkin, Marshall, Hamilton, Kent & Co., 1909.
  • Thistlethwaite, Nicholas: The Making of the Victorian Organ. Cambridge Musical Texts and Monographs. Cambridge University Press, 1990. Pp. 352-354.
  • Williams, P.: „Organ“. In: The New Grove Dictionary of Music & Musicians. (Stanley Sadie, ed.) Vol. 13, New York: Macmillan, 1995, pp. 710-779.

Weblinks


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