Trevor Horn
Trevor Horn bei einem Konzert mit The Producers (2007)

Trevor Charles Horn (* 15. Juli 1949 in Durham, England) ist ein britischer Musikproduzent, Musiker und Komponist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Mit seiner Band Buggles hatte Horn 1979 den Hit Video Killed the Radio Star. Der Song war in England ein Nummer-1-Hit und lief als erster Clip zum Start von MTV. 1980 wurde Horn Frontmann der Gruppe Yes, verließ die Band jedoch nach sieben Monaten wieder, um sich auf seine Tätigkeit als Produzent zu konzentrieren.

In den 1980er Jahren bis Mitte der 1990er war er einer der kommerziell erfolgreichsten Musikproduzenten. 1983 übernahm er zusammen mit seiner Frau Jill Sinclair und dem Musikjournalisten Paul Morley das „Basing Street Studio“ vom Island-Gründer Chris Blackwell. Gleichzeitig gründete er das Plattenlabel ZTT, auf dem zahlreiche seiner Produktionen erschienen.

Er prägte in der Folgezeit mit seinen häufig wechselnden Assistenten in seinen ersten Produktionen mit Frankie Goes to Hollywood, The Art of Noise und Propaganda einen eigenen markanten Stil und machte konsequenten Gebrauch von neuen technischen Möglichkeiten, insbesondere von der computerbasierten Musikproduktion. In den äußerst aufwendigen und ausgefeilten Produktionen kamen neben herkömmlichen Instrumenten erstmalig gesamplete Instrumente in großem Umfang zum Einsatz. Insbesondere der Fairlight CMI (Version II und III) wurde intensiv von ihm genutzt. Trevor Horn hat somit zumindest in Teilbereichen den Popmusik-Sound der 80er Jahre entscheidend mitgeprägt bzw. ihn unverwechselbar gemacht.

Ein Novum war auch der kreative Einsatz von Maxi-Singles im Marketing mit mehreren differenzierten Remixes, die sich oftmals deutlich von den üblichen Singles abhoben und experimentell produziert wurden. Die erste Maxi-Single von Frankie Goes to Hollywoods Relax gilt in dieser Hinsicht als Gründungsimpuls dieses Genres.

Produzent

Trevor Horn produzierte eine Reihe zum Teil sehr unterschiedlicher Künstler und Bands:

Bei einigen dieser Projekte war Trevor Horn dabei nicht nur als Produzent, sondern auch als Komponist aktiv (insbesondere bei The Art of Noise, Grace Jones und Yes). 1992 komponierte und produzierte er zudem gemeinsam mit Hans Zimmer den Soundtrack für den Film Toys – Tödliches Spielzeug von Barry Levinson. Weltweit erfolgreichster Künstler in den letzten Jahren war Seal. Für die Arbeit an Seals zweitem Album gewann Horn 1996 einen Grammy, nachdem er zuvor schon einige Male „Record Producer of the Year“ gewesen war.

Im Herbst 2004 feierte Horn sein 25-jähriges Musikschaffen mit einer Hit-Revue in London, in der nahezu alle Künstler – von Dollar über Propaganda und t.A.T.u. hin zu Seal und Frankie Goes to Hollywood – ihre von Horn produzierten Welthits auf der Bühne der Wembley Arena – und vor den Augen des Schirmherrn Prinz Charles – aufführten. Des Weiteren schrieb er mit Pass the Flame den offiziellen Song der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen und produzierte das Olympia-Album Unity, auf dem unter anderen auch Tarkan und Yiannis Kotsiras zu hören sind.

Aus der Studio-Assistenz bei Trevor Horn gingen viele erfolgreiche Produzenten und Toningenieure hervor. So begann etwa Hugh Padgham als Toningenieur bei Aufnahmesessions von Yes und wurde später selbst ein erfolgreicher Produzent (unter anderen mit Phil Collins und Sting). Eine ähnliche Entwicklung nahm Stephen Lipson, der insbesondere bei den frühen ZTT-Acts eine wichtige Rolle spielte und später die Simple Minds sowie Annie Lennox produzierte. Bei diesen Produktionen wirkten häufig auch Gary Langan als Toningenieur, J. J. Jeczalik als Keyboarder/Programmierer und Anne Dudley als Arrangeurin mit, die zugleich die erste Besetzung von The Art of Noise bildeten. Ein weiterer Toningenieur war Julian Mendelsohn, der später als Co-Produzent und Remixer mit Kate Bush, Level 42 und den Pet Shop Boys arbeitete. Ebenfalls bekannt wurde Guy Sigsworth, der zum Teil Seal co-produzierte und später als Produzent von Acts im Electronica-Bereich wie Björk, Lamb und Mandalay hervortrat.

Privates

Horn heiratete die frühere Mathematiklehrerin Jill Sinclair im Jahre 1980. Sie haben zusammen vier Kinder, ihren Sohn Aaron (geboren 1984) und drei Töchter, Rebecca, Gabriella und Ally.

Literatur

  • Warner, Timothy: Pop Music – Technology and Creativity: Trevor Horn and the Digital Revolution. Aldershot, 2003. ISBN 0-7546-3132-X

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