Barmer Wasserwerk

Das Gemeinschaftswasserwerk Volmarstein ist ein Wasserwerk an der Ruhr in Wetter-Volmarstein.

Geschichte

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts suchte man in der damals selbstständigen Großstadt Barmen, heute ein Stadtteil von Wuppertal, eine Möglichkeit die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser zu gewährleisten. Während die benachbarte Großstadt Elberfeld, ebenfalls heute zu Wuppertel gehörend, am Rhein bei Benrath ein Wasserwerk errichtete, orientierte man sich in Barmen zur Ruhr hin. Die Stadt fand in der Ruhraue unterhalb der Burg Volmarstein einen guten Standort, um aus sieben Tiefbrunnen das Uferfiltrat der Ruhr zu gewinnen, und erbaute 1882/83 gleichzeitig einige hundert Meter weiter östlich die dazu gehörige, zu dieser Zeit Barmer Wasserwerk genannte Werksanlage.

Durch gusseiserne Rohre mit einen Durchmesser von 30 cm wurde das Wasser zweieinhalb Kilometer weit in den 130 Meter höher liegenden Wasserturm Loh gepumpt und fand von dort über weitere Rohrleitungen seinen Weg zum Alten Hatzfelder Wasserturm in Barmen. Aber nicht nur das über 15 Kilometer entfernte Barmen profitierte von dem Wasserwerk, auch die Gemeinde Volmarstein selbst wurde als eine der Ersten im Ruhrtal aus einer zentralen Quelle mit Trinkwasser versorgt.

Bis 1988 nutzte Wuppertal das Trinkwasser aus der Ruhr, verzichtete dann aber auf das Wasserwerk, da die Stadt sich zwischenzeitlich durch mehrere Talsperren (Barmer Talsperre, Kerspetalsperre und Große Dhünntalsperre) und weiterhin durch Rheinuferfiltrat versorgen konnte. Die Aktiengesellschaft für Versorgungsunternehmen (AVU) des Ennepe-Ruhr-Kreises, die schon zuvor Anteile an dem Unternehmen Gemeinschaftswasserwerk Volmarstein GmbH besaß, übernahm es nun vollständig. Die alten Rohrleitungen wurden nach 105 Jahren durch neue ersetzt und es werden nun die Städte Schwelm, Gevelsberg und Wetter (Ruhr) aus dem Wasserwerk versorgt.

Architektonisch bemerkenswert ist die 1893 errichtete werkseigene Seilhängebrücke über die Ruhr, deren Eisenkonstruktion ein selten gewordenes technikgeschichtliches Beispiel dieser Konstruktionsart ist

Weblinks

51.3758917.3986157Koordinaten: 51° 22′ 33,21″ N, 7° 23′ 55,01″ O


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