Tricoronatum

Tricoronatum
Dreikönigsgymnasium
Schultyp Humanistisches Gymnasium
Gründung 1450
Ort Köln, Escher Straße 247
Koordinaten 50° 58′ 1,4″ N, 6° 55′ 43,8″ O50.9670416666676.92884444444457Koordinaten: 50° 58′ 1,4″ N, 6° 55′ 43,8″ O
Leitung Renate Windmüller-Loser
Website www.dkg-koeln.de

Das Dreikönigsgymnasium (DKG) ist mit seiner etwa 550-jährigen Geschichte eine der ältesten Schulen im Rheinland und die älteste Schule Kölns.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Aus einer 1450 von dem Theologen Johannes von Kuyck am Eigelstein gegründeten Burse, der Bursa Cucana, für die Vorbereitung eines Studiums an der Universität zu Köln hervorgegangen, wurde die Schule 1552 von der Stadt Köln übernommen, da ihr die Auflösung drohte. Die Stadt stellte ein neues Gebäude in der Maximinenstraße zur Verfügung, an dem sie auch ihr Wappen mit den drei Kronen anbrachte. Nach diesem Zeichen hatte die Burse, wie damals üblich, ihren Namen und damit ihre Adresse: die dreigekrönte Burse, bursa tricoronata. Die Leitung übernahm nun der Humanist Jakob Leichius. Nach dessen Übertritt zum Luthertum wurde die Schule von Stadt und Universität an den erst 24-jährigen Johannes Reit, Sohn eines Kölner Bürgermeisters, der selbst am Tricoronatum ausgebildet war, persönlich übertragen. Retius war während seines Theologiestudiums in Rom der Gesellschaft Jesu beigetreten. Von 1557 bis 1773 [1] leitete nun der Jesuitenorden die städtische Schule, die an Marzellen umgesiedelt war. Dort entstand auch die neue Jesuitenkirche. Offiziell wurde die Leitung der Jesuiten erst 1582. Nach Aufhebung des Ordens blieb das Gymnasium bestehen, wurde aber nun Marzellengymnasium genannt, in Preußischer Zeit dann auch Königliches Katholisches Gymnasium an Marzellen. In Napoleonischer Zeit hatte auch die nach Auflösung der Universität gegründete Zentralschule ihren Sitz in den Gebäuden der Marzellenstraße.

Nach dem 2. Weltkrieg befand sich das DKG am Kölner Thürmchenswall. 1977 zog das Gymnasium in ein neues Gebäude im Stadtteil Bilderstöckchen.

Schulprofil

Aufbauend auf der alten Tradition und dem neuhumanistischem Bildungskonzept Wilhelm von Humboldts ist die sprachliche, insbesondere die altsprachliche Bildung das besondere Anliegen des Gymnasiums.

Eine wichtige Rolle spielt auch der Sport. Seit 2002 nahm die Schule mit Erfolg beim ASV Köln Sprintcup teil und belegte 2005 den ersten Platz. Ferner nahm sie 2006/2007 an der Schüler-Handball-Weltmeisterschaft 2006/2007 teil und beteiligt sich seit 2003 teilweise mit mehreren Staffeln am Köln Marathon.

Ehemaligenverein

Am 3. Juli 1929 konstituierte sich auf anlässlich einer Abiturfeier ein Ehemaligenverein, der sich „BURSA TRICORONATA e. V.“ nannte. Die Bezeichnung „Tricoronata“ stammt daher, dass das Stadtwappen mit drei Kronen der Schule im 16. Jahrhundert ihren Namen gab: „Gymnasium Tricoronatum“.

Friedrich Spee von Langenfeld
Georg Simon Ohm
Friedrich Joseph Haass

Bekannte Lehrer

Bekannte Schüler

Literatur

  • Therese Virnich: Die Anfänge der Kölner Jesuitenschule. In: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein insbesondere die Alte Erzdiözese Köln 96(1914), S. 1-24.
  • Lothar Schilling: Die Anfänge der Kölner Jesuitenstudien. In: Geschichte in Köln 23(1988), S. 119-158.
  • Josef Kuckoff: Die Geschichte des Gymnasium Tricoronatum: Ein Querschnitt durch die Geschichte der Jugenderziehung in Köln vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Bachem, Köln 1931 (= Veröffentlichungen des rheinischen Museums in Köln, 1)
  • Tricoronatum: Festschrift zur 400-Jahr-Feier des Dreikönigsgymnasiums Köln 1952. Kölner Universitätsverlag, Köln 1952
  • Lore Brandau (Hrsg.): Festschrift zum 550-jährigen Jubiläum des Dreikönigsgymnasiums. Städtisches Dreikönigsgymnasium, Köln 2000
  • Die Anfänge der Gesellschaft Jesu und das erste Jesuitenkolleg in Köln. Eine Ausstellung der Diözesan- und Dombibliothek Köln in Zusammenarbeit mit der deutschen Provinz der Jesuiten zum Ignatianischen Jahr 2006 (5. Oktober bis 15. Dezember 2006). Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Köln 2006 (= Libelli Rhenani, 17), ISBN 3-939160-04-0

Einzelnachweise

  1. Heinz Finger, Dombibliothek zum Ende des Jesuitenordens Zugriff 19. Juni 2008

Weblinks


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