Barnkrug
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Drochtersen
Drochtersen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Drochtersen hervorgehoben
53.79.38333333333332Koordinaten: 53° 42′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Höhe: 2 m ü. NN
Fläche: 126,74 km²
Einwohner: 12.138 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21706
Vorwahlen: 04143, 04148, 04775
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 013
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Sietwender Strasse 18
21706 Drochtersen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Hans-Wilhelm Bösch (CDU)
Lage der Gemeinde Drochtersen im Landkreis Stade
Karte

Drochtersen ist eine niedersächsische Gemeinde - rund 60 km nordwestlich von Hamburg südlich der Elbe gelegen. Sie hat rund 12.000 Einwohner und umfasst große Teile Südkehdingens.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Einheits-Gemeinde grenzt mit der einstigen Elbinsel Krautsand auf etwa 15 km Länge an die Unterelbe. Im Süden grenzt sie an die zur Stadt Stade gehörende Ortschaft Bützfleth.

Gemeindegliederung

Ortsteile der Gemeinde Drochtersen sind Assel, Ritsch (gehörend zu Assel), Barnkrug, Krautsand, Hüll und Dornbusch.

Geschichte

Die altsächsische Siedlung Drochtersen wurde erstmalig 1287 erwähnt. Die Gemeinde Drochtersen entstand 1972 durch den Zusammenschluss der früheren Gemeinden Drochtersen, Assel und Hüll.

Politik

Der alte Hafen von Krautsand im Jahre 1951 mit dem Blick vom Zollhaus. Links das Schifferhaus, rechts der alte Leuchtturm und die Mühle.

Gemeinderat

Bei der Kommunalwahl im September 2006 gelang drei Parteien der Sprung in den Gemeinderat. Neben der CDU mit 16 und der SPD mit 9 ist auch die örtliche Wählergemeinschaft (WGD) mit 2 Mandatsträgern in Fraktionsstärke vertreten. CDU und Wählergemeinschaft sind die Mehrheitsfraktionen.

Bürgermeister

Hans-Wilhelm Bösch (CDU) wurde am 4. März 2007 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister direkt gewählt und trat sein Amt am 1. Juli 2007 an.

Der letzte Gemeindedirektor Emil Frerichs ging am 30. Juni 2007 in den Ruhestand und gleichzeitig endete damit die Amtsperiode des letzten ehrenamtlichen Bürgermeisters (H.-W. Bösch).

Wappen

Das Gemeindewappen stellt zwei rote Sparren in Stufenform vor einem Hintergrund in Silber dar. Die Herkunft dieses Wappens ist nicht eindeutig geklärt. Das Wappen der Gemeinde Drochtersen wurde am 5. März 1938 verliehen. Seit der Gebietsreform von 1972 (Zusammenschluss mit Nachbargemeinden) gilt das Wappen auch für die neue Einheitsgemeinde Drochtersen. Die Gemeinden Hüll und Assel hatten kein eigenständiges Wappen. Inzwischen haben allerdings die Ortsteile Assel, Dornbusch und Krautsand eigene Wappen herausgebracht.

Städtepartnerschaften

Die Gemeinde Drochtersen übernahm bei Zusammenschluss mit Assel (1972) die Partnerschaft mit dem nordfranzösischen Ort Rosières en Santerre im département Somme (Picardie).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Gemeinde Drochtersen gibt es im Ortsteil Hüll den KunstRaum Drochtersen, eine öffentlich geförderte Privatinitiative mit Galerie und Bildungseinrichtung. Im Ortsteil Dornbusch gibt es zu den Wildganstagen spezielle Kultur-Events.

Symbol-Figur aus Bronze. Der 2,20 Meter große Deichgraf von Bildhauer Carsten Eggers ziert den Deich auf Kraustsand
Drochtersen um 1907

Bauwerke

In Barnkrug befindet sich an der Elbe ein 42 Meter hoher Schrotturm der „Jagd-Schrot & Hagel-Fabrik Haendler & Natermann“ zur Herstellung von Schrotkugeln. Dieser Turm wird heute nicht mehr zur Herstellung von Schrotkugeln benutzt. In Assel neben der Kirche befindet sich die Heimatstube, ein ländliches Museum welches das Leben von früher zeigt. Nebenan entsteht eine Erweiterung der Heimatstube. In der Jagemannstiftung, welche von den Mitgliedern des Bürgerverein Assel e.V. ausgebaut wird, wird das Leben und Arbeiten von damals noch besser und intensiver gezeigt.

Geplante Bauwerke

Wenn das Planungsverfahren für die A 20 und die Bundesautobahn 26 abgeschlossen ist, wird in Drochtersen wahrscheinlich ein Autobahnkreuz für beide Autobahnen gebaut werden. In derselben Zeit soll ein Elbtunnel von Drochtersen nach Kollmar, in Schleswig-Holstein, gebaut werden, der Tunnel soll zur A 20 gehören.

Regelmäßige Veranstaltungen

Zur Krokusblüte ist Drochtersen ein Blütenmeer und feiert das Blütenfest.

Zum Blütenfest findet ein Oldtimertreffen statt. Historische PKW, Traktoren, LKW, Motorräder und Roller finden sich zum Treffen ein, welches jährlich unter ein neues Thema gestellt wird.

Am Himmelfahrtswochenende findet auf der Elbinsel Krautsand die Weltmeisterschaft für Aufsitzrasenmäher statt. Es werden bis zu 10000 Gäste erwartet.

Im Sommer findet am Elbstrand auf Krautsand das Pferderennen statt (ähnlich dem Duhner Wattrennen).

Im Herbst werden mit dem Einzug der Wildgänse die Wildganstage in ganz Kehdingen durchgeführt.

Außerdem findet jedes Jahr im Sommer das Drochterser Schützenfest statt, bei dem viele Schützenvereine umliegender Gemeinden nach Drochtersen kommen.

Das Veranstaltungsjahr endet stets mit dem überregional bekannten Silvesterlauf (10 km im Wesentlichen entlang der Elbe).

Kulinarische Spezialitäten

«Kehdinger Hochzeitssuppe», mit den «Kehdinger Klüten» (Mehlklöße mit Backobst)

Wirtschaft und Infrastruktur

Der alte Krautsander Leuchtturm, ein Photo von 1951”

Verkehr

Drochtersen liegt an der L 111 (auch Obstmarschenweg genannt) und der B 495.

Östlich des Ortes befindet sich seit 1978 das Ruthenstromsperrwerk zum Hochwasserschutz gegen die Elbe.

Die schmalspurige Kehdinger Kreisbahn, die seit 1899 Drochtersen mit Stade und Itzwörden (Oste) verband, wurde bereits 1936 stillgelegt und demontiert. Einzelne Fahrzeuge wurden auf die Insel Sylt verkauft, wo sie die Nord- und Südspitze der Insel miteinander verbanden (List mit Hörnum). Aber auch auf Sylt wurde sie inzwischen längst ausrangiert. Siehe: Sylter Inselbahn

Unternehmen

Die Drochterser Wirtschaft ist mittelständisch geprägt. Die meisten Unternehmen werden durch den Gewerbeverein Drochtersen e.V vertreten. Die Hateckewerft, ein Familienbetrieb, in der hauptsächlich Rettungsboote gebaut und in die ganze Welt exportiert werden, ist der größte Arbeitgeber in der Region Kehdingen. Der Verein setzt sich für die Stärkung der Regionalwirtschaft ein und plant die Einführung der Regionalwährung "Kehdinger".

Medien

Das Stader Tageblatt erscheint mit Südkehdinger Lokalteil.

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Es gibt in Drochtersen eine Gesamtschule. Die Kooperative Gesamtschule Drochtersen "Elbmarschen Schule" vereint unter einem Dach die drei verschiedenen Schulzweige: Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Der Gymnasialzweig kann allerdings nur bis zur 10. Klasse besucht werden, so dass diejenigen Schüler, die Abitur machen wollen, noch einmal die Schule wechseln müssen. Zum Beispiel zum Gymnasium Athenaeum oder zum Vincent-Lübeck-Gymnasium, Stade. Die Hauptschüler können einen erweiterten Hauptschulabschluss machen.

Sport

Fußball

Der stärkste Fußballverein der Gemeinde ist die 1977 gegründete SV Drochtersen/Assel (Spielvereinigung aus VTV Assel und dem TVG Drochtersen). Der Verein besteht zur Zeit aus 6 Herren-, 1 Altherren-, 2 Alt-Senioren- und 24 Jugendmannschaften. Die 1. Herren der SV Drochtersen/Assel ist in der Oberliga Niedersachsen Ost beheimatet und trägt seine Spiele im Kehdinger Stadion(Platz für ca. 1.200 Zuschauer) in Drochtersen aus.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Johann Henrich von Seelen (* 8. August 1687 in Assel: † 22. Oktober 1762 in Lübeck), Theologe und Pädagoge.
  • Marx (Max) Philip Zeyhold (* 1704 in Drochtersen, † 1760 eventuell in Drochtersen), Organist und Komponist.
  • Erhard Eylmann (* 1860 in Krautsand, † 22. Dezember 1926 in Bremen - Blumenthal), Ethnologe und Australienforscher.
  • Ludwig Alpers (* 15. Dezember 1866 in Drochtersen, † 15. August 1959 in Bremervörde, deutscher Politiker (DHP), Mitglied des Reichstages (MdR)
  • Fritz Umland (22. Januar 1922 in Drochtersen, † 19. März 1990 in Münster), Chemiker

Literatur

  • "Drochtersen - Bilder aus vergangenen Tagen" von Fritz Drewes und Gerda Becker. Hrsg.: Gemeinde Drochtersen, 1977.

Weblinks


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