Trophäe
Rabih az-Zubayrs Kopf nach der Schlacht 1900
Kanadische Soldaten mit Hakenkreuzfahne
Eröffnung der dritten deutschen Jagdausstellung im Museum für Naturkunde, Berlin 1925
Columna rostrata der österreichischen Marine für Vizeadmiral Erzherzog Ferdinand Maximilian im Kriegshafen Pola, nach 1918 als Trophäe transferiert nach Venedig

Eine Trophäe (von griechisch τρόπαιον tropaion „Siegeszeichen“) ist ein Objekt, das als Zeichen des Triumphes über eine Person, eine Sache oder etwa eine Bedrohung bzw. eines Risikos dient.

Inhaltsverzeichnis

Trophäenarten

Die Art der Trophäe reicht von erbeuteten feindlichen Waffen, Schiffsteilen oder Flaggen in den Händen des Siegers bis zum Geweih eines erlegten Hirsches als Jagdtrophäe über dem Kamin des Waidmannes. Meyers Konversationslexikon von 1905 schreibt, dass Trophäen im …Kampf eroberte Fahnen, Standarten und Geschütze, auch Zusammenstellungen von Waffen als Schmuck von Zeughäusern… sein können.[1] Das Erbeuten feindlicher Besitztümer als Siegeszeichen stellt also einen Archetypus dar, der selbst in der Kopfjagd zu finden ist (siehe auch Keltischer Kopfkult), die verschiedene Ethnien als Initiationsritual vorschreiben. Auch die Schrumpfköpfe (tsantsa) der südamerikanischen Shuar gehören zu diesem Überbegriff.

Geschichte

Der Trophäe liegt der altgriechische Begriff tropaion (pl. tropaia; lat. tropaeum) zugrunde, ein antikes Siegeszeichen, das die griechischen Feldherren nach Bezwingen der Feinde auf dem Schlachtfeld aufstellten. Es bestand aus einem Gerüst, an dem Waffen und Rüstzeug der Unterjochten so aufgehängt wurden, wie sie auch bei einem Hopliten (Fußsoldaten) zu sehen waren. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. wurde das tropaion in die Kunst übernommen und zierte von nun an Münzen, Reliefs und etliche weitere Kunstgattungen. Das Imperium Romanum verhalf dem Siegeszeichen zur vollen Blüte, doch mit dem Niedergang des Römischen Reiches ging auch das tropaion in seiner ursprünglichen Gestalt verloren.

Nun dienten die gegnerischen Feldzeichen, Wimpel und Fahnen als Siegestrophäen. Nicht nur bei barbarischen Völkern wurden die abgeschlagenen Häupter der Feinde auf lange Stangen gespießt und als Trophäe betrachtet. Später eroberten in den Türkenkriegen österreichische Truppen die Schellenbäume der Janitschareneinheiten und trugen sie in Paraden stolz voran. Die übergeordnete Bedeutung aber lebt fort: In Zwölfendern und Schrumpfköpfen.

Behandlung

Trophäen werden immer voller Stolz auch anderen präsentiert. Ob sie nun wie früher an Burgmauern oder Häusern befestigt wurden, um auch dem gemeinen Volke einen Eindruck von der Stärke seines Besitzers zu vermitteln oder auch nur zu suggerieren, oder ob sie in speziell dafür angefertigten Vitrinen in öffentlichen Einrichtungen, in Schulen und Kirchen ausgestellt werden; der Zweck dient der Verbreitung von Macht und Stolz. Bei vielen Schlössern und gelegentlich auch Herrenhäusern gab es sogenannte Trophäenzimmer, welche die Jagdbeute in Form von Geweihen, Tierköpfen, Stoßzähnen, Elefantenfüßen oder Fischgebissen zur Schau stellten.

Bei sportlichen Veranstaltungen zielen seit geraumer Zeit Fangruppen unterschiedlicher Vereine oder Länder darauf ab, von gegnerischen Anhängern Trophäen in Form von Schals und Kutten oder Vereinsfahnen zu erobern. Dabei werden körperliche Auseinandersetzungen nicht gescheut. Die erbeuteten Gegenstände werden dann meist unter Gejohle verbrannt.

Im Unterschied zu Trophäen stehen Souvenirs, die stets käuflich erworben werden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Trophäe?hl=trophae

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Trophäe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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  • Trophäe — Tro·phäe [tro fɛːə] die; , n; 1 ein Pokal o.Ä. für den Sieger eines sportlichen Wettbewerbs 2 ein Teil eines getöteten Tieres (z.B. das Geweih, das Fell) …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

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