Tuchmacher

Tuchmacher
Handwebstuhl
Altes Weberhaus in Biberach an der Riß. Im untersten Geschoss die Klappen zu der Dunke, dem feuchten Keller, in dem gewebt wurde.

Ein Weber ist jemand, der das Handwerk der Weberei als Beruf ausübt. Der Weber stellt aus Garnen verschiedene Gewebe und Stoffe her.

Im Mittelalter gehörte die Weberei zu den unehrlichen Berufen. Verbreitete Garne waren Wolle (Tuchmacherei) , Flachs und Hanf (Leinenweberei) aus einheimischen Rohstoffen, aber auch Baumwolle und Seide aus eingeführten Rohstoffen sowie Barchent (Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle) wurden verarbeitet[1][2][3].

Der Webstuhl ermöglichte dem Weber, Stoffe von hoher Qualität zu produzieren. Allerdings brachten die mechanischen Webstühle und die Industrialisierung das Ende dieses früher sehr verbreiteten Handwerks. Dieser Umbruch brachte viele Weber um ihre Existenz. Und so waren die Weber mit einer der ersten Berufsstände, die die negativen Folgen der Industrialisierung am eigenen Leib erfahren mussten. Dieses Thema hat Gerhart Hauptmann im DramaDie Weber“ dargestellt.

In der Neuzeit wird die überwiegende Menge der Gewebe industriell produziert. Die handwerkliche Weberei hierzulande wird nun eher als Kunsthandwerk betrieben und die Produkte zum Beispiel auf Jahrmärkten zum Kauf angeboten. In der Dritten Welt bestreiten aber noch viele Weber mit diesem Handwerk ihren Lebensunterhalt an bzw. unter der Armutsgrenze. Auch ist Kinderarbeit dort in diesem Beruf keine Seltenheit.

Die Schutzheilige der Weber ist Radegundis.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Historisches Lexikon der Schweiz, Textilindustrie: Textilgewerbe und Textilindustrie im Überblick
  2. Meister Eckhart, Handwerk: Leinenweber
  3. AG Hochmittelalter: Stoffe

Weblinks


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