9K33 Osa
SA-8
SA-8
SA-8
Grunddaten
Funktion Flugabwehrrakete
Hersteller NII-20 Forschungsinstitut
Entwicklung 1959
Weitere Leistungsmerkmale
Triebwerk Feststoff-Raketentriebwerk
Gefechtsgewicht 130 kg
Länge 3,18 m
Durchmesser 210 mm
Spannweite 650 mm
Geschwindigkeit 600 m/s
Reichweite 10 km
Service ceiling 5.000 m
Gefechtskopf 19 kg FRAG-HE
Zielerkennung SACLOS via Funk
Waffenplattformen BAZ-5937-Fahrzeug

Die SA-8 Gecko ist die NATO-Bezeichnung für ein russisches Luftabwehrraketen-System zur Bekämpfung von Hubschraubern und Kampfflugzeugen in niedriger bis mittlerer Flughöhe. Der GRAU-Index lautet 9K33 Osa (russisch: Оса – Wespe). Das System ist noch bei einigen Armeen im Einsatz. Das Nachfolgesystem ist das moderne Tor-M1.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Luftabwehrraketen-System SA-8 Gecko wurde Ende der 1950er-Jahre in der damaligen Sowjetunion entwickelt. Ziel war es ein Raketenflugabwehrsystem herzustellen, das autonom agieren konnte und alle wichtigen Bestandteile eines Flugabwehrsystems, wie Suchradar, Feuerleitradar und Flugkörper in einem Fahrzeug vereinte. Im Jahr 1974 wurde das System in Dienst gestellt und wurde erstmals 1975 gesehen.[1]

Die Rakete

Die Rakete ist eine einstufige Feststoffrakete. Es wird eine Reichweite von 10 km beim SA-8a bzw. 12 km bei SA-8b erreicht. Das Startgewicht der Rakete liegt bei 130 kg. Als Gefechtskopf wird ein 19 kg schwerer, hochexplosiver Splittersprengkopf verwendet. Die maximale Operationshöhe der Lenkwaffe liegt bei 5000 m. Die minimale Bekämpfungshöhe liegt bei 25 m.

Fahrzeug und Radar

Das Werfersystem sowie die notwendigen Radar- und Computertechnik sind auf einem 6×6 Radgestell BAZ-5937 montiert. Das Fahrzeug ist geländegängig. Der russischen Militärdoktrin zufolge wurde das Fahrzeug schwimmfähig und luftverlastbar gestaltet.

Das Radarsystem besteht aus einem Suchradar und einem Feuerleitradar. Das Überwachungsradar arbeitet im H-Band und ist im Seitenwinkel um 360° drehbar. Die maximale Radarreichweite beträgt 35 km, effektiv wird auf 30 km gearbeitet. Das Feuerleitradar arbeitet im J-Band mit einer Reichweite von 20 km bis 25 km. Für die Lenkwaffensteuerung stehen zwei auf unterschiedlichen Frequenzen arbeitende Sendekanäle zur Verfügung.

Die Trefferwahrscheinlichkeit wird für das Osa-System mit 35 bis 85 % und für Osa-AK und Osa-AKM-System mit 55 bis 85 % angegeben. Das Fahrzeug kann gleichzeitig zwei Raketen auf ein Ziel abfeuern und leiten.

Varianten

  • 9K33 Osa (NATO-Bezeichnung SA-8A Gecko), erste Serienversion eingeführt 1971/1972 mit vier offen transportierten 9M33 Lenkwaffen pro Startfahrzeug (TELAR). Maximale Schussdistanz 10 km.
  • 9K33M Osa-M (NATO-Bezeichnung SA-N-4 Gecko) Version der Marinestreitkräfte mit 9M33M Lenkwaffen. Eingeführt 1972. Einsatz ab Zif-122 Doppelwerfer mit einem Magazin für 40 Lenkwaffen. Maximale Schussdistanz 10 km.
  • 9K33M2 Osa-AK (NATO-Bezeichnung SA-8B Gecko mod 0), zweite Serienversion eingeführt 1975 mit sechs in Start- und Transportbehältern untergebrachten 9M33M2 Lenkwaffen. Maximale Schussdistanz 12 km.
  • 9K33M3 Osa-AKM (NATO-Bezeichnung SA-8B Gecko mod 1), eingeführt 1980 mit modernisierter Elektronik und Radaranlage. Lenkwaffe 3M33M3. Schussdistanz 1,5 - 10 km, Höhenbereich 0,025 - 5,5 km, maximale Ziel-Geschwindigkeit 1.800 km/h.[2]
  • Saman und Saman-M (Russisch Саман – Ziegel), entwickelt aus dem Osa/Osa-M System. Dient dem Start von Zieldarstellungsflugkörpern (Zieldrohnen) zum Training von Flugabwehreinheiten.

Einsatz

SA-8 Gecko wurde auf Divisionsebene bei den sowjetischen motorisierten Schützendivisionen verwendet. Das System kann autark agieren, es werden keine zusätzlichen Überwachungsfahrzeuge benötigt.

Verwendung in anderen Armeen

Neben Russland wird das 9K33 Osa System von verschiedenen anderen Nationen eingesetzt. Bei den griechischen Systemen handelt es sich um ehemalige Fahrzeuge der NVA, die nach der Wiedervereinigung von Deutschland an Griechenland verkauft wurden und dort in modernisierter Form bis heute genutzt werden.

Polnische 9K33 Osa

Verweise

Interne Verweise

Literatur

  • Artillerie des 20. Jahrhunderts. Ian Hogg: Gondrom Verlag, Bindlach 2001, ISBN 3-8112-1878-6
  • Das Boden-Luft Lenkwaffensystem SA-8 GECKO DTIG - Defense Threat Informations Group, Juli 2003
  • Land-Based Air Defence Edition 2005 Jane's Verlag
  • RUSSIA'S ARMS 2004 CATALOG Military Parade Publishing House
  • RUSSIA'S ARMS AND TECHNOLOGIES. THE XXI CENTURY ENCYCLOPEDIA Volume 9 – Air and ballistic missile defense The Publishing House - Arms and Technologies

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Spadeadam's Equipment: SA8 auf /www.raf.mod.uk (englisch)
  2. Rosoboronexport - Air Defence Systems Export Catalogue 2003, S.24

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