Bart Starr
Bart Starr
Position(en):
Quarterback
Trikotnummer(n):
15
geboren am 9. Januar 1934 in Montgomery, Alabama
Karriereinformationen
Aktiv: 1956–1971
NFL Draft: 1956 / Runde: 17 / Pick: 200
College: Alabama
Teams

Als Spieler

Als Trainer

  • Green Bay Packers (1975-1983)
Karrierestatistiken
TD-INT     152-138
Raumgewinn durch Pass     24718 Yards
QB Rating     80.5
Stats bei NFL.com
Karrierehöhepunkte und Auszeichnungen
Pro Football Hall of Fame

Bart Starr (* 9. Januar 1934 in Montgomery, Alabama; eigentlich Bryan Bartlett Starr) ist ein ehemaliger US-amerikanischer American-Football-Spieler und -Trainer. Er gilt als einer der besten Quarterbacks in der Geschichte der National Football League (NFL).

Inhaltsverzeichnis

Jugend

Starr wuchs als Sohn eines amerikanischen Soldaten zunächst in seiner Geburtsstadt auf. Die Familie war aber aufgrund der dienstlichen Verpflichtung seines Vaters immer wieder gezwungen umzuziehen. Starr hatte einen jüngeren Bruder, der im Alter von 11 Jahren an einer Infektion starb. Er war zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt. Nachdem die Familie wieder zurück nach Alabama gezogen war, besuchte er in seiner Geburtsstadt die High School und konnte dort ab 1950 als Quarterback spielen.

Spielerlaufbahn

Collegekarriere

Nach Abschluss der Schule begann er ein Studium an der University of Alabama und spielte ab 1952, wie in der High School, in deren Footballmannschaft, den Crimson Tide, als Quarterback. Seine Laufbahn bei den Crimson Tide verlief wenig erfolgreich. Häufig kam er nur als Ersatzspieler zum Einsatz, die Saison 1955 verlief zudem für das Team katastrophal - alle 10 Spiele gingen verloren. Dieses Ergebnis hätte eigentlich das Ende seiner Laufbahn bedeuten müssen. Allerdings nahm sich der Trainer der Basketballmannschaft seines Colleges seiner an und empfahl ihn einem Verantwortlichen der Green Bay Packers.

Profikarriere

1956 wurde Starr von den Green Bay Packers, einem Team der NFL, in der 17. Runde an der 200 Stelle der NFL Draft 1956 gewählt. Die relative späte Wahl durch die Packers macht deutlich, dass man von seinen Fähigkeiten nicht sonderlich überzeugt war. So spielte er zunächst nur als Back Up und bekam relativ wenig Spielzeit. Erst 1957 konnte er sich als Starter etablieren. 1959 übernahm dann Vince Lombardi das Traineramt in Green Bay. Das bedeutete die endgültige Wende für die Karriere von Bart Starr.

Lombardi, der für seine harten Trainingsmethoden berüchtigt war, fing an, um Starr ein schlagkräftiges Footballteam aufzubauen. Er schätzte an seinem jungen Quarterback dessen Wurfpräzision und seine Nervenstärke. Sukzessive wurde das Team verstärkt und einige der besten Spieler der damaligen Zeit verpflichtet. Ferner gelang es Lombardi, bereits im Team befindliche Spieler an ihre Leistungsgrenzen zu bringen. Spieler wie der Halfback Paul Hornung, der Fullback Jim Taylor und die Wide Receiver Boyd Dowler, Max McGee sowie die Abwehrspieler Ray Nitschke und Forrest Gregg machten die Packers zu dem Team der 60er Jahre. Zahlreiche Angriffsspieler standen Starr dabei für seine präzisen Pässe zur Verfügung. Starr konnte allerdings auch selbst mit dem Ball laufen und Touchdowns erzielen.

Fünfmal gelang es Starr mit seiner Mannschaft, die NFL Championship zu gewinnen - 1961, 1962 und 1965 bis 1967. Der Gewinn der NFL Championships 1966 und 1967 qualifizierte das Team jeweils für die AFL-NFL World Championship Games 1967 und 1968. Die NFL und American Football League waren damals noch nicht vereint und spielten ihre Meister zunächst getrennt aus. Ab 1967 sollte sich dies ändern. Die beiden Spiele wurde später dann in Super Bowl I und Super Bowl II umbenannt. Beide Spiele wurden von den Packers gewonnen, 1967 gegen die Kansas City Chiefs mit 35:10 und 1968 gegen die Oakland Raiders mit 33:14. In beiden Spielen wurde Starr zum Super Bowl MVP gewählt. Legendär war auch das dem Super Bowl II vorgeschaltete NFL Championship Game gegen die Dallas Cowboys, dem sogenannten Ice Bowl. Obwohl die Packers 16 Sekunden vor Spielende gegen die Cowboys mit 17:14 in Rückstand waren, gelang es Starr, mit einem Lauf einen Touchdown zu erzielen. Die Packers gingen als Sieger vom Platz.

Starr beendete 1971 seine Karriere. Ihm gelangen in der Regular Season 152 Touchdownpässe und 15 Touchdowns durch eigene Läufe. 138 seiner Pässe wurden abgefangen (Interception).

Trainer

Unmittelbar nach seiner Spielerkarriere wurde Starr Assistenztrainer bei den Packers. 1975 wurde er zum Cheftrainer befördert. Seine Bilanz als Cheftrainer ist allerdings bescheiden. Neben 52 gewonnenen Spielen in seiner Zeit als Cheftrainer stehen 76 Niederlagen in der Statistik. Lediglich in der Saison 1982/1983 gelang es ihm, mit seiner Mannschaft in die Play Offs einzuziehen. Dort wurden zunächst die St. Louis Cardinals mit 41:16 besiegt, bevor man sich den Dallas Cowboys mit 37:26 geschlagen geben musste. Starr beendete danach seine Footballkarriere

Ehrungen

Starr wurde viermal in den Pro Bowl, dem jährlich stattfindenden Endspiel der besten Footballspieler einer Saison gewählt. 1966 wurde er NFL Player Of The Year. Er ist Mitglied der Pro Football Hall of Fame und des NFL 1960s All-Decade Team, einer virtuellen Auswahl der besten Spieler des Jahrzehnts. Seine Rückennummer 15 wird durch die Packers nicht mehr vergeben. 1999 wurde er von der Zeitung The Sporting News zu einem der größten Footballspieler aller Zeiten gewählt.

Nach der Karriere

Starr ist mit einer Jugendfreundin verheiratet und hatte zwei Kinder. 1988 starb sein Sohn im Alter von 24 Jahren an Herzrhythmusstörung. 1989 zog er auf Bitten seines zweiten Sohnes zurück nach Alabama. Er besitzt eine eigene Marketingfirma und eine Firma, die Klinikneubauten plant. 2006 setzte er sich zur Ruhe [1]. Starr ist nach wie vor sozial engagiert, fördert immer noch junge Nachwuchsspieler und unterstützt die Erziehung von schwererziehbaren Jugendlichen [2].

Einzelnachweise

  1. Lebenslauf in der Encyclopedia of Alabama
  2. Rawhide Ranch

Weblinks

Weiterführende Literatur

  • Jens Plassmann, NFL American Football, Hamburg 1995
  • Jürgen Kalwa, Faszination American Football, München 1995

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