Barther Bibel
Die Barther Bibel im Bibelzentrum St. Jürgen
Detail der Barther Bibel

Als Barther Bibel wird eine aus dem Jahr 1588 stammende Bibel bezeichnet, die in mittelniederdeutscher Sprache gedruckt wurde.

Der in Barth residierende Herzog Bogislaw XIII. gab den neuen Druck der Bibel in einer Auflage von 1000 Stück in seiner eigenen Druckerei in Auftrag. Als Vorlage diente die von Ludwig Dietz unter Verwendung von Holzschnitten Erhart Altdorfers gedruckte Bugenhagen-Bibel oder Lübecker Bibel von 1533, die mit Hilfe Johannes Bugenhagens ins Niederdeutsche übersetzt worden war und kurz vor der ersten hochdeutschen Ausgabe der Luther-Bibel erschien.[1] Die Bibeln wurden in Pommern als Altarbibel genutzt. Mittelniederdeutsch war im Spätmittelalter die lingua franca der Hanse und damit im gesamten Wirtschaftsraum um die Ostsee.

Für die Barther Bibel wurden beim Druck fast 700 Schrift-Typen und zehn verschiedene Typensätze verwendet. 90 Holzschnitte verzieren diese “Heilige Schrift”.

Weltweit sind nur 20 Exemplare erhalten geblieben, davon ist eines im Besitz des Kulturhistorischen Museums in Stralsund, ein weiteres im Besitz des Barther Vineta-Museums. Das Niederdeutsche Bibelzentrum St. Jürgen in Barth pflegt das Andenken an die bedeutende Ausgabe der Bibel in Niederdeutsch.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. De Biblia vth der vthlegginge Doctoris Martini Luthers yn dyth düdesche viltich vthgesettet, mit sundergen vnderichtingen, alse man seen mach. Inn der Keyserliken Stadt Lübeck by Ludowich Dietz gedrücket MDXXXIII\

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Lübecker Bibel (1533/34) — Die Lübecker Bibel von 1533/34 ist die erste mittelniederdeutsche Ausgabe der Lutherbibel. Wegen der Herausgeberschaft Johannes Bugenhagens wird sie auch Bugenhagenbibel genannt. Sie war die erste Ausgabe einer Vollbibel nach Martin Luthers… …   Deutsch Wikipedia

  • Glöwitz — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Barth — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Niederdeutsches Bibelzentrum St. Jürgen — ehemaliges St. Jürgen Hospital Das Niederdeutsche Bibelzentrum St. Jürgen wurde in der ehemaligen Hospitalkirche des St. Jürgen Hospitals in Barth (Landkreis Vorpommern Rügen) eingerichtet und zeigt unter anderem die 1588 in der Stadt gedruckte… …   Deutsch Wikipedia

  • Bogislaw XIII. — Bogislaw XIII. Bogislaw XIII. (* 9. August 1544; † 7. März 1606 in Stettin) war Herzog von Pommern. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Siehe au …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Museen in Mecklenburg-Vorpommern — Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund mit dem 2008 eröffneten Ozeaneum ist der größte Publikumsmagnet unter den Museen Mecklenburg Vorpommerns. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Barth (Begriffsklärung) — Barth steht für: Barth, eine Stadt im Landkreis Vorpommern Rügen in Mecklenburg Vorpommern Barth (Familienname), mehrere Personen mit dem Familiennamen Barth den Ostseeflughafen Stralsund Barth das Amt Barth in Mecklenburg Vorpommern das… …   Deutsch Wikipedia

  • Kulturhistorisches Museum Stralsund — Eingang zum Kulturhistorischen Museum im Katharinenkloster Das Kulturhistorische Museum der Hansestadt Stralsund ist neben dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund das bedeutendste Museum der Stadt. Es hat seinen Hauptsitz in einem ehemaligen Kloster …   Deutsch Wikipedia

  • Bogislaw XIII, Duke of Pomerania — Bogislaw XIII (9 August 1544 7 March 1606 in Stettin), son of Philip I of Wolgast, was one of the princes of Stettin and Wolgast, member of the Griffins (Greifen).Already at age 14, he studied at the University of Greifswald. First, he was co… …   Wikipedia

  • Bogislaw XIII. (Pommern) — Bogislaw XIII. Bogislaw XIII. (* 9. August 1544; † 7. März 1606 in Stettin) war Herzog von Pommern. Inhaltsverzeichnis 1 Leben …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”