Bartimäus-Trilogie

Die Bartimäus-Buchreihe umfasst vier Romane des Fantasyautors Jonathan Stroud. Die fiktiven Hauptpersonen sind der Dschinn Bartimäus und der junge Zauberlehrling Nathanael, der im Laufe der Trilogie zu einem sehr fähigen Magier wird. Die ersten drei Bände heißen Das Amulett von Samarkand (original: The Amulet of Samarkand), Das Auge des Golem, (original: The Golem's Eye) und Die Pforte des Magiers (original: Ptolemy's Gate). Sie erschienen zwischen 2003 und 2005. Die Trilogie wurde 2010 um das Buch Der Ring des Salomo (original: The Ring of Solomon) erweitert.

Inhaltsverzeichnis

Stil und Genre

Es ist eine Geschichte, die zahlreiche für Fantasy typische Elemente aufweist – so spielen zum Beispiel Magie, Zauberer und Dämonen eine wesentliche Rolle. Es handelt sich um eine Jugendbuchreihe, die auch von Erwachsenen gelesen werden kann.

Der Stil ist geprägt vom Wechsel zwischen mehreren Perspektiven und dem damit verbundenen Wechsel zwischen den Ansichten, Sichtweisen und Erzählstilen der verschiedenen Charaktere. In vielen Kapiteln fungiert Bartimäus als Ich-Erzähler. Er berichtet von der Handlung, die er selbst erlebt hat. Sein Erzählstil weist eine hohe Dichte an sarkastischen Kommentaren und Fußnoten auf und ist stark persönlich gefärbt. Die anderen Kapitel werden fast ausschließlich aus Sicht von Nathanael und ab dem zweiten Band auch aus der von Kitty erzählt. Sie sind sachlicher geschrieben und bar jeder Fußnoten. Aber obwohl sie in der dritten Person geschrieben sind, ist die Erzählung persönlich gefärbt.

Die Phantasiewelt

Trotz starker Bezüge zur tatsächlichen Gegenwart und Geschichte der Menschheit spielt die Handlung in einer alternativen Realität, in der sich die Geschichte anders entwickelt hat.

In dieser Welt herrschen Zauberer in London, dem Zentrum eines Weltreichs, das auch Teile Europas und Nordamerika umfasst. Die Macht der Zauberer gründet sich auf der Macht von Dämonen. Sie allein beherrschen die Magie, werden von den Zauberern mittels Pentagrammen und Bannzaubern jedoch gezwungen, ihre Magie in deren Interesse einzusetzen.

Dieses Geheimnis ihrer Macht geben die Zauberer nur von Meister zu Schüler weiter und verbergen es gegenüber den Gewöhnlichen, also den normalen Menschen. Den Gewöhnlichen bleiben wichtigere Regierungsposten verwehrt, während die Zauberer das Reich verwalten und sich dem Luxus hingeben. In der Bartimäus-Reihe beginnen die Gewöhnlichen daher gegen die Vorherrschaft der Zauberer aufzubegehren. Anfangs tut dies nur eine kleine Gruppe; im Verlaufe der Geschichte wächst jedoch der Unmut in der Bevölkerung, insbesondere aufgrund der hohen Verluste im Krieg gegen Aufständische in den amerikanischen Kolonien und den immer strikteren Gesetzen, die den Aktionen der Widerstandsbewegung geschuldet sind und die Freiheiten der Gewöhnlichen stark einschränken. Außer von inneren Unruhen und Aufständischen in den Kolonien wird das Britische Weltreich auch von anderen Staaten bedroht. Besonders Prag, ehemals Zentrum des Heiligen Römischen Reiches und Sitz der Kaiser, sinnt auf Rache, nachdem Gladstone der Stadt die jahrhundertelange Vorherrschaft in Europa in einem blutigen Krieg entriss, bei dem er sie 1868 auch eroberte.

Dämonen

Dämonen sind magische Wesen des Feuers und der Luft und beherrschen Magie. Sie leben am Anderen Ort, wo sie keine körperliche Gestalt annehmen müssen und ihre Substanz regenerieren können, die ihre Lebenskraft darstellt. Am Anderen Ort sind die Dämonen keine Einzelwesen, sondern alle Teil eines großen Ganzen.

Werden Dämonen in die Menschenwelt gerufen, müssen sie ihre Substanz zu einer Gestalt formen, die sie nach Belieben verändern können. Da sie am Anderen Ort aber gestaltlos sind, bereitet ihnen der Aufenthalt auf Erden Schmerzen. Diese Schmerzen lassen sich durch regelmäßige Gestaltwechsel lindern. Nur auf den höheren Ebenen haben die Dämonen eine feste Gestalt, die ihren Charakter widerspiegelt.

Die Dämonen lassen sich anhand ihrer unterschiedlichen magischen Macht grob in fünf Klassen einteilen. Diese Klassen werden wiederum unterteilt in verschiedene Kategorien. Die wichtigsten der Klassen sind (in aufsteigender Reihenfolge ihrer Macht):

  • Kobold
  • Foliot
  • Dschinn
  • Afrit
  • Marid

Es gibt unterhalb der Klasse der Kobolde noch relativ unbedeutende Dämonen (z.B. Mauler, Stechlinge), die nahezu machtlos sind und die Zauberer selten beschwören. Oberhalb der Klasse der Mariden gibt es noch sehr viel mächtigere Wesen, wie Ramuthra (Teil 1), Nouda (Teil 3) oder der Ringgeist Uraziel (Teil 4). Sie können normalerweise nicht beschworen werden, dafür sind sie zu mächtig. In Ausnahmefällen (siehe Band 3), oder wenn sie in Gegenstände gebannt (z.B. der Ringgeist oder das Wesen im Amulett von Samarkand) oder an diese gebunden sind (z.B. an ein Beschwörungshorn), können sie dennoch auf die Erde gerufen werden.

Je größer die Macht eines Dämons, desto stärkere Magie kann er wirken und desto mehr Ebenen sind ihm zugänglich. Dämonen mit großer Macht (z.B. Mariden) können sich auf den unteren Ebenen sogar unsichtbar machen und sind gegen die Magie niederer Dämonen immun. Dieses Prinzip - je mächtiger der Dämon desto mehr Ebenen stehen ihm zur Verfügung - wird jedoch gelegentlich durchbrochen, da es beispielsweise Wachkobolde gibt die offenbar relativ viele Ebenen nutzen können, jedoch nur sehr beschränkte Macht zur Verfügung haben.

Ebenen

In der Bartimäus-Reihe spielen zudem die Ebenen eine wichtige Rolle. Es gibt sieben relevante Ebenen, es existieren aber weitere, unbedeutende Ebenen. Diese Ebenen sind alle Teil der Realität und liegen übereinander. Während sich in der ersten Ebene die stofflichen Dinge (also alle Gegenstände und nichtmagischen Lebewesen) befinden und deren Handlungen abspielen, sind die höheren Ebenen magischen Wesen und Aktivitäten vorbehalten. Man könnte die erste Ebene durchaus als die "normale" Welt bezeichnen, in der sich auch unsere Realität abspielt. Menschen sehen nur die erste, Katzen können auch die zweite sehen, Zauberer können mit Hilfe von speziellen Kontaktlinsen oder anderen Sehhilfen auch die zweite, dritte und verschwommen die vierte Ebene wahrnehmen. Dämonen sind je nach ihrer Macht unterschiedlich viele Ebenen zugänglich.

Zauberer

Die Macht der Zauberer besteht darin, dass sie gelernt haben, Dämonen zu beschwören. Dazu verwenden sie exakt festgelegte Aufstellungen von Kerzen, Räucherwerk, bestimmte Pentagramme, um die besondere Runen gezogen werden, und Zauberformeln. Durch die Beschwörung eines Dämons gewinnt der Zauberer Macht über ihn und dieser muss ihm gehorchen. Tut er dies nicht, stehen dem Zauberer Strafen zur Verfügung. Daher hassen die meisten Dämonen die Zauberer und töten diese, wenn sie Gelegenheit dazu haben. Das macht die Beschwörung auch für die Zauberer gefährlich: Verlässt der Zauberer mit einem Teil seines Körpers sein eigenes Pentagramm oder macht er einen Fehler bei der Beschwörungsformel oder den Runen, hebt er die Fesseln des Dämons auf und dieser kann ihn töten.

Die Zauberer geben das Wissen, wie man Dämonen beschwört und versklavt, nur an ihre Schüler weiter und bilden so eine vom Rest der Gesellschaft abgegrenzte Gemeinschaft der Eingeweihten. Innerhalb der Zaubererschaft herrscht allerdings heftige Rivalität zwischen den Zauberern. Mächtige Zauberer müssen ständig um ihr Leben bangen und umgeben sich daher mit magischem Schutz. Neben Machtgier und Verfolgungswahn zeichnen sich die meisten Zauberer auch durch Völlerei und Prunksucht aus.

Jeder Zauberer hat neben seinem Geburts- auch einen Zauberernamen. Den Geburtsnamen kennt nur der Zauberer selbst, er erhielt ihn bei seiner Geburt von seinen Eltern und legte ihn bei seinem Eintritt in die Zauberergemeinschaft ab. Als Lehrling hat er bis zum Alter von 10 bis 12 keinen Namen. Dann wählt er einen Namen, der ihn von nun an repräsentiert. Ein Dämon, der den Geburtsnamen eines Zauberers kennt, hat Macht über ihn, da er die erläuterten Strafen abwehren kann. Zudem kann er dessen Geburtsnamen anderen Dämonen und Zauberern verraten. Somit kann er praktisch nicht mehr beschworen werden. Deshalb vermeidet es jeder Zauberer, seinen Geburtsnamen zu verraten.

Band 1 – Das Amulett von Samarkand

Hauptfiguren und Perspektiven

In diesem Band wird die Geschichte abwechselnd aus Sicht des Dschinns Bartimäus und des Zaubererlehrlings Nathanael erzählt.

  • Nathanael, später John Mandrake, ist der Lehrling des relativ unfähigen Ministers für innere Angelegenheiten, Arthur Underwood. Er ist außerordentlich intelligent und talentiert, jedoch fördert Underwood sein Talent nicht und hält ihn für einen etwas einfältigen Schüler. Nathanael ist sehr ungeduldig was seine Ausbildung betrifft, lernt jedoch bald, dies nicht zu zeigen, während er seine Ausbildung durch Bücher selbst in die Hand nimmt.
  • Bartimäus von Uruk, auch Sakhr al-Dschinni, N´gorso der Mächtige, Necho, Rekhyt und die Silbergefiederte Schlange ist ein 5000 Jahre alter Dschinn. Einst mächtig und Vollbringer großer Taten, glänzt er nun vor allem durch große Intelligenz und gewitzte Kommentare mit denen er es schafft, sich oft aus der Affäre zu ziehen. Wie die meisten Dämonen verabscheut er die Zauberer und die Sklaverei. Im Gegensatz zu den meisten anderen Dämonen kannte er einen gütigen Zauberer: Ptolemäus, mit dem er befreundet war und dessen Gestalt er mit Vorliebe annimmt. Auch zu Nathanael entwickelt er eine engere Beziehung. Auch wenn diese nicht als freundschaftlich bezeichnet werden kann, so scheint er ihm zumindest weniger zu schaden als er es könnte.
  • Arthur Underwood ist ein eher schlechter Zauberer und fungiert als Minister für innere Angelegenheiten in den Diensten der Regierung. Er hat keinen starken Charakter und gibt, wenn er es mit stärkeren Zauberern zu tun hat, schnell klein bei. Seinen Lehrling behandelt er allerdings wie einen Dummkopf und tituliert ihn des Öfteren auch so, er erkennt das Potential des Jungen nicht. Er kleidet sich sehr klischeehaft und hat einen langen weißen Bart, um seine Unfähigkeit in den Augen der Gewöhnlichen zu überdecken, in Zaubererkreisen brandmarkt er sich damit jedoch unwissentlich als Zauberer von geringer Macht.
  • Simon Lovelace ist ein gut aussehender Zauberer von großer Macht, allerdings bekleidet er keinen hohen Regierungsposten sondern ist nur stellvertretender Handelsminister. Viele sagen, sein Stern sei am sinken. Er ist intelligent und wie die meisten Zauberer überheblich und gewissenlos.
  • Faquarl ist ein Erzfeind von Bartimäus. Er ist, genau wie Bartimäus, etwa 5000 Jahre alt. Seit Bartimäus es geschafft hat Dschingis Khan zu vergiften, während Faquarl dessen Vorkoster war, tritt Faquarl sehr oft in der Erscheinung eines dicken Kochs auf. Er besitzt eine ähnliche Intelligenz wie Bartimäus und unterhält sich gerne mit ihm, oft auch über Zauberer und das Schicksal ihrer Sklaven. Faquarl ist sehr stark und dient Simon Lovelace.
  • Jabor ist ein brutaler und äußerst mächtiger Dschinn niederer Intelligenz. Er tritt, sofern es nicht anders geht, in der Gestalt eines schakalköpfigen Menschen mit roter Haut auf. Ihn und Bartimäus verbindet eine lange und innige Fehde. Jabor stirbt gegen Ende des ersten Teils, nachdem Bartimäus ihn ausgetrickst hat.

Handlung

Der eher mittelmäßige Zauberer Arthur Underwood, Minister für Innere Angelegenheiten, muss, wie jeder Zauberer es einmal tun muss, einen Lehrling bei sich aufnehmen. Höchst widerwillig nimmt er den kleinen Nathanael bei sich auf. Nathanael ist intelligent und wissbegierig und versucht gut zu lernen, sein Meister erkennt sein Talent jedoch nicht und behandelt ihn eher wie einen Dummkopf. Unter anderem deshalb ist Nathanael sehr ungeduldig und wünscht sich, sein Unterricht ginge schneller voran.

Eines Tages empfängt sein Meister Gäste und will ihnen seinen Lehrling vorführen. Unter diesen Gästen ist Simon Lovelace, der Nathanael prüft. Obwohl er alle Fragen korrekt beantworten kann, zeigt Lovelace sich nicht beeindruckt und demütigt Nathanael, der auf Rache sinnt. Aufgrund des Konflikts wird Nathanaels Zeichenlehrerin entlassen, die für ihn Partei zu ergreifen versuchte.

Nathanael beschwört, seinen Meister inzwischen verachtend, alleine, lange vor seiner ersten offiziellen Beschwörung in Anwesenheit seines Meisters, einen niederen Kobold, den er in eine Bronzescheibe sperrt. Damit besitzt er einen Zauberspiegel, den er als Spion gegen Lovelace einsetzt, da er noch immer auf Rache aus ist.

Als er sich erfahren genug fühlt, beschwört er den Dschinn Bartimäus, der für ihn das Amulett von Samarkand, ein mächtiges Artefakt, von Simon Lovelace klaut. Nathanael befiehlt ihm, das Amulett im Arbeitszimmer seines Meisters zu verstecken, dabei kann sich Bartimäus frei im Haus bewegen. So findet er Nathanaels wahren Namen heraus. Auch ahnt der junge Magier noch nicht, dass er mit dem Diebstahl des Amuletts in eine politische Verschwörung hineingeraten ist, denn mithilfe des Amuletts möchte Simon Lovelace die Regierung stürzen und selbst die Macht ergreifen.

Nathanael befiehlt Bartimäus, mehr über das Amulett herauszufinden. Dabei landet er im Tower von London. Faquarl und Jabor, die in den Diensten von Lovelace stehen, befreien ihn, um an das Amulett zu kommen. Bartimäus entkommt ihnen, führt sie jedoch ungewollt zu Underwoods Haus und damit zum Versteck des Amuletts. Lovelace tötet daraufhin Underwood, den er für den Dieb hält, und dessen Frau. Nathanael entkommt mit der Hilfe von Bartimäus. Allerdings hält man ihn für den Mörder seines Meisters und er muss im Untergrund arbeiten, während er versucht, Lovelace aufzuhalten. Sie erfahren, dass der Putsch in Schloss Heddleham Hall stattfinden soll, einem Anwesen etwas abseits von London und begeben sich dorthin.

Nathanael und Bartimäus schaffen es gerade noch in den Raum, in dem sich alle wichtigen Minister versammelt haben und der Anschlag geplant ist, bevor er versiegelt wird. Während Lovelace eine Rede hält, werden die letzten Vorbereitungen getroffen um Ramuthra zu rufen, ein sehr mächtiges Wesen vom Anderen Ort. Dieser soll alle im Raum töten, nur Lovelace glaubt sich durch das Amulett von Samarkand in Sicherheit. Mit einem Trick entwenden Nathanael und Bartimäus jedoch Lovelace sein schützendes Amulett und dieser wird von Ramuthra gefressen. Nathanael schafft es, Ramuthra wieder zu entlassen und rettet so die wichtigsten Mitglieder der Regierung. Nachdem Vorfall in der Haddleham Hall bekommt Nathanael eine neue Meisterin Jessica Whitwell, die Sicherheitsministerin, Chefin des Londoner Tower und Oberaufseherin der Büßerglocken, in den Bartimäus während seiner Zeit im Tower gefangen war.

Band 2 − Das Auge des Golem

Hauptfiguren und Perspektiven

Im zweiten Band werden insgesamt vier Blickwinkel verwendet, nämlich die von Nathanael, Bartimäus, Kitty und die des Foliot Simpkin, wobei letzterer lediglich ein Kapitel zugewiesen bekommt.

  • Nathanael offiziell "John Mandrake"hat zwischen dem ersten und zweiten Band zwar einen Sprung auf der Karriereleiter gemacht, sich charakterlich aber eher negativ entwickelt. Noch mehr als in Teilen des ersten Buches zeigt er sich machtbesessen und zeitweise arrogant.
  • Bartimäus würde gerne darauf verzichten, aber er lässt sich von Nathanael aufgrund einer Drohung noch einmal davon überzeugen, ihm für sechs Wochen zu helfen.
  • Kathleen "Kitty" Jones ist Tochter zweier Gewöhnlicher im Londoner Stadtteil Southwark. Ihre Mutter arbeitet als Empfangsdame bei Palmer Federkiele, später als Putzfrau in einer Druckerei, während der Vater als Abteilungsleiter in einem Londoner Kaufhaus tätig ist. Sie ist ein Mitglied der Widerstandsbewegung und arbeitet zum Schein in dem Laden von Mr. Pennyfeather. Sie besitzt Abwehrkräfte.
  • Mr. Terence E. Pennyfeather ist Anführer der Widerstandsbewegung in London und hat selbst recht starke Abwehrkräfte gegen Magie. Er führt seine Truppe taktisch geschickt und legt große Entschlossenheit, die später teilweise in Fanatismus ausartet, an den Tag.
  • Quentin Makepeace ist ein erfolgreicher Verfasser von Theaterstücken, ein Vertrauter des Premierministers und, wie sich im 3. Band herausstellt, Hintermann aller Verschwörungen zum Sturz der britischen Regierung.
  • Ms. Whitwell ist die Sicherheitschefin des englischen Staates. Whitwell scheint zunächst uneigennützig und vertrauenswürdig indem sie Nathanael als Schüler aufnimmt, lässt ihn später aber fallen, als er die Golem-Affäre nicht rechtzeitig beenden kann, was dazu führt, dass er das Wohlwollen des Premierministers einbüßt, und ihr somit nicht mehr von Nutzen ist.
  • Henry Duvall ist der machtgierige, intrigante und skrupellose Polizeichef Londons, der mit der Golem-Affäre seine Macht auszuweiten versucht. Er muss sein Amt niederlegen und begeht kurz darauf Selbstmord, als seine Beteiligung an der Golem-Verschwörung aufgedeckt wird. Außerdem ist er, wie alle Angehörigen der Nachtpolizei, ein Werwolf.
  • William Ewart Gladstone ist ein real existierender Politiker, der im Buch als einer der größten Magier aller Zeiten und Begründer des Britischen Weltreiches dargestellt ist.
  • Honorius ist ein durch die einsamen Jahre in Gladstones Gruft verrückt gewordener Afrit, der ein persönlicher Diener von William Gladstone war und London in Aufruhr versetzt. Unmittelbar vor seinem Tod bannte Gladstone Honorius in sein Skelett und befahl ihm, seine sterblichen Überreste und seine Grabbeigaben zu bewachen. Honorius wird unfreiwillig von der Widerstandsbewegung befreit, als diese in Gladestones Grab einbricht und sorgt anschließend für Angst und Schrecken, bevor er vom Golem getötet wird.

Handlung

Nathanael hat seine Karriere recht erfolgreich fortgesetzt und ist nun als Lehrling bei Miss Whitwell. Er arbeitet als Assistent von Julius Tallow, dem Minister für Innere Angelegenheiten und ist dafür zuständig, der Widerstandsbewegung endlich das Handwerk zu legen. Alle seine Versuche bleiben vorerst fruchtlos, weshalb er in Kritik gerät. Gerade der Polizeichef Henry Duvall will daraus seinen Nutzen ziehen und bedrängt den Premierminister, der Nachtpolizei die Verantwortung in dieser Sache zu übertragen.

Währenddessen planen Kitty und die Widerstandsbewegung, der sie angehört, einen weiteren kleinen Raubzug, den sie auch durchführen. Der Leser erfährt, wie Kitty Teil der Widerstandsbewegung geworden ist. Das Mädchen wurde vor Jahren von Julius Tallow beleidigt und angegriffen und verlor ein Gerichtsverfahren gegen ihn, obwohl er ihren Freund Jakob mit einem Zauber stark verletzt hatte. Sie selbst hatte bei dem Übergriff kaum Schäden davongetragen. Das Gericht verhängte eine Strafe von sechshundert Pfund gegen sie. Überraschend tauchte der alte, wunderliche Mr. Pennyfeather auf. Er zahlte die Schulden und nahm Kitty in den Widerstand auf, fasziniert davon, dass Kitty angeborene Abwehrkräfte gegen Zauberei zeigte.

In der Londoner Innenstadt geschieht dann ein großes Unglück. Etwas Unbekanntes zerstört mehrere Läden und durchbricht mühelos den zum Schutz aufgestellten magischen Wall. Für dieses Geschehen wird der sogenannte Widerstand verantwortlich gemacht, sicher ist man sich aber nicht. Alle Minister und auch Nathanael sind ratlos, sodass er, bereits zu einem Gespräch mit dem Premierminister beordert, sich dazu durchringt, seinen alten Freund Bartimäus wieder zu beschwören. Er überzeugt den Dschinn, ihm sechs Wochen lang zu helfen.

Während auch der Widerstand über die Vorgänge in der Stadt, dieser unerwarteten Hilfe, grübelt, kündigt Mr. Hopkins, Mr. Pennyfeathers Helfer, eine große Aktion an, die ganz London in Aufruhr versetzen soll.

Bartimäus ist mit vielen anderen Dschinn derweil auf Streifzug in London, um den unbekannten Täter ausfindig zu machen. Dabei taucht die unbekannte Gestalt wieder auf und Bartimäus' Freundin Queezle fällt ihm zum Opfer. Bartimäus verfolgt das Getöse und gelangt zum British Museum, das im Laufe der Verfolgung verwüstet wird. Der Dschinn gelangt immerhin zu der Erkenntnis, dass es sich bei dem Störenfried um einen Golem handeln muss. Golems, Wesen aus Erde, rauben allen Dämonen ihre Zauberkräfte, sodass diese ihnen nichts anhaben können. Für das Beschwören eines Golems braucht man uraltes Wissen, das man auf ein Pergament schreiben und dem Golem ins Maul stecken muss. Ferner benötigt man eines der eigentlich verloren gegangenen Golemaugen.

Bartimäus überlebt mit Glück und kann Nathanael sowie den Ministern seine Theorie vorlegen. Zunächst wird ihm nur wenig Glauben geschenkt, dennoch soll Nathanael nach Prag reisen. In Prag wurden zuvor die letzten Golems erschaffen, als der englische Zauberer Gladstone die Stadt 1868 einnahm.

Als der junge Zauberer abgereist ist, öffnet die Widerstandsbewegung das Grab von Gladstone und befreit dabei ungewollt einen mächtigen Afriten, der durch eine jahrelange Gefangenschaft in Gladstones Gebeinen komplett verrückt zu sein scheint und vier Kameraden Kittys tötet. Nun bricht er aus dem Grab aus und terrorisiert London. Nicholas Drew und Kitty können mit zunächst entkommen. Kitty gelingt es, Gladstones Stab mitzunehmen.

Nathanael hat in Prag nach einem unschönen Zwischenfall mit der dortigen Polizei einen Zauberer namens Kavka getroffen. Dieser berichtet dass er gezwungen wurde, die Pergamente zur Erschaffung des Golems zu schreiben. Bartimäus und er entkommen mit Not einem alten Bekannten − einem riesenhaften Söldner, der einst in Diensten Lovelaces stand. Als Nathanel zurückkommt, herrscht in London Chaos. Somit interessieren seine Ergebnisse, für die er keinerlei Beweise vorzubringen vermag, niemanden und alle Verantwortung wird der Nachtpolizei übertragen. Bei der Massenbeschwörung zum Aufhalten des verrückten Afriten stirbt Julius Tallow. Bei der Suchaktion springt der verrückte Afrit, Honorius, vor den Augen Bartimäus und zwei anderer Dschinn in die Themse.

Mr. Makepeace trifft sich heimlich mit Nathanael und schlägt ihm eine Kooperation gegen Henry Duvall vor. Nathanael nimmt Jakob, Kittys Freund, gefangen, um sie und damit Gladstones Stab zu erreichen. Die Operation misslingt durch das Eingreifen der Nachtpolizei. Nathanael hat sich anschließend für seinen Alleingang vor dem Premier zu verantworten und erhält den Auftrag, den Stab zurückbringen, wenn er nicht in den Tower von London gesperrt werden möchte. Er schafft es, dass Kitty ihm den Stab im geheimen Lager überreicht, weil er sein Versprechen zum Freilassen der beiden Rebellen gegeben hatte. Bartimäus sympathisiert derweil mit Kitty. Doch der ehrgeizige Jungzauberer hält sein Versprechen nicht. Als Kitty dennoch mit Jakob fliehen will, lauert ihnen der Afrit auf. Gerade, als er die vier vernichten will, erscheint der Golem und tötet das magische Wesen. Als Nathanael nach missglückter Benutzung von Gladstones Zauberstab bewusstlos ist, rettet Kitty ihn, indem sie dem riesigen Steinmenschen das Pergament aus dem Mund zieht. Dann flieht sie mit Jakob. Bartimäus erzählt Nathanael später zu ihrem Schutz, die beiden seien während des Zauberkampfes gestorben.

Da Golems vor dem Sterben immer zu ihrem Erschaffer zurückkehren, wird Henry Duvall als Urheber der Zerstörungen entlarvt. Gladstones Stab geht wieder in den Besitz der Regierung über und Nathanael besetzt einen höheren Posten als zuvor, er wird Chef der inneren Sicherheit. Während Kitty ihrem Freund Jakob dabei zusieht, wie er nach Brügge fährt, will sie selber lieber in London bleiben.

Band 3 – Die Pforte des Magiers

Hauptfiguren und Perspektiven

Das Buch ist in fünf Teile gegliedert und rund 600 Seiten dick. Vor jedem Teil gibt es einen Prolog. Es ist aus 3 Sichtweisen (Bartimäus, Nathanael, Kitty) geschrieben, wobei nur am Ende, also nicht innerhalb, der Kapitel gewechselt wird. Eine Ausnahme ist das 36. Kapitel, das dreigeteilt ist (Sichtweisen von Kitty, Nathanael und Bartimäus abwechselnd).

  • John Mandrake bzw. Nathanael: Er hat wieder einen Sprung auf der Karierreleiter zurückgelegt und ist nun Informationsminister.
  • Rupert Devereux, der etwas dickliche und partysüchtige Premierminister Englands.
  • Jane Farrar, die neue Polizeichefin.
  • Quentin Makepeace, ein Bühnenautor.
  • Bartimäus, der 5000 Jahre alte Dschinn, der nun schon seit geraumer Zeit in Mr. Mandrakes Diensten steht.
  • Kitty Jones, eine Gewöhnliche mit Fähigkeiten und Mitglied der ehemaligen Widerstandsbewegung.
  • Ptolemäus, ein junger Zauberer aus Alexandria, (fiktiver) Neffe von König Ptolemäus VIII. und somit Vetter von Ptolemäus IX. und Ptolemäus X., früherer Meister von Bartimäus.
  • Jessica Whitwell: Sicherheitsministerin und ehemalige Meisterin von John Mandrake.

Handlung

Die Handlung findet einige Jahre nach der Golem-Verschwörung aus Band 2 statt. Nathanael, mittlerweile 17 Jahre alt, ist zum Informationsminister befördert worden, übernimmt jedoch auch andere Aufgaben. England befindet sich inzwischen in einem langwierigen Krieg mit Amerika, was von anderen europäischen Staaten ausgenutzt wird, um vereinzelte Angriffe auf England zu starten. Durch den Krieg und die Angriffe in Aufruhr versetzt, bildet sich ein Widerstand unter den Gewöhnlichen. Am Anfang mancher Kapitel kehrt der Leser ins Jahr 125 v. Chr. zurück und lernt die einzigartige Freundschaft zwischen Ptolemäus, einem jungen Zauberer, und Bartimäus kennen. Ptolemäus war an der Heimat von Bartimäus interessiert und glaubte daran, dass sich das Herrschaftsverhältnis von Zauberern und Dämonen in ein freundschaftliches Verhältnis wandeln könnte.

Bartimäus wurde von Nathanael nach der Golem-Verschwörung des Öfteren beschworen, um ihm bei einigen kleineren Verschwörungen, über die nur nebensächlich berichtet wird, zu helfen. Irgendwann benutzt Nathanael ihn für alles Mögliche, wie Schuhe putzen oder ähnlichen Haushaltskram, und nach einiger Zeit vergisst Nathanael einfach, Bartimäus zu entlassen. So hält sich Bartimäus zwei Jahre auf der Erde auf, wodurch seine Substanz angegriffen und er größtenteils kampfunfähig wird. Deswegen erhält er den scheinbar einfachen Auftrag, ein ehemaliges Mitglied des Widerstands, Hopkins, zu finden und dessen Aufenthaltsort seinem Meister mitzuteilen.

Im Verlauf der Suche stellt sich heraus, dass einige Ministeriumsangestellte unter der Anleitung von Hopkins auf die Idee gekommen sind, sich die übernatürlichen Kräfte von Dämonen anzueignen, indem sie diese in ihre Körper bannen, deren Verstand unterdrücken und so den eigenen Geist mit den körperlichen Kräften der Dämonen optimieren. Dies wurde durch den Afriten Honorius im zweiten Band inspiriert. Bei einer Theateraufführung nehmen sie, unter der Führung von Quentin Makepeace (dieser plant einen Putsch), alle Regierungsmitglieder gefangen. Unter den Gefangenen befinden sich auch Nathanael und Kitty. Nathanael hatte kurz zuvor erfahren, dass Kitty noch lebt. Er hatte sie aufgesucht und sie kurzerhand mit zur Aufführung genommen. Bald darauf führen die Verschwörer ihren Plan aus, merken jedoch nicht, dass ihr Plan durch den Dämon Faquarl manipuliert wurde. Hopkins hat nämlich noch vor dem Putschversuch den Dämon Faquarl in seinen Körper gebannt, doch Faquarl verkehrt den Plan des Zauberers ins Gegenteil und übernimmt die Herrschaft über Hopkins Körper. Dies wird jedoch von den anderen Verschwörern nicht bemerkt. Die Dämonen, welche Makepeace und seine Verbündeten in ihre Körper bannen, folgen Faquarls Beispiel und übernehmen die Herrschaft über die Körper der Zauberer. Die Dämonen, durch ihre Wirtskörper aller Schmerzen ledig, rächen sich mit ihrem Anführer Nouda an den Menschen.

Bartimäus gibt vor, sich den Dämonen anzuschließen und erhält deshalb die Erlaubnis von Nouda zum Anderen Ort zurückzukehren. Kitty folgt Ptolemäus' Beispiel und durchschreitet die Pforte, die beide Welten verbinden. Dort kann sie Bartimäus überzeugen, ihr und Nathanael bei der Rettung der Menschen vor den Dämonen zu helfen. Durch eine Vereinigung mit Bartimäus kann Nathanael Gladstones Zauberstab aktivieren, zusammen mit Kitty die überlebenden Regierungsmitglieder befreien und der meisten Dämonen Herr werden. Im Kampf gegen die Dämonen wird Nathanael schwer verletzt. Schließlich lässt Nathanael ein großes Eisengebäude über dem Anführer der Dämonen zusammenbrechen. Er selbst befindet sich jedoch ebenfalls darin und wird unter den Trümmern begraben. Vor seinem Tod entlässt Nathanael – wie vor ihm Ptolemäus – Bartimäus an den Anderen Ort. Er behauptet, dies nur zu tun, da er der Meinung sei, Bartimäus würde ansonsten wieder mal für ein Desaster sorgen. Allerdings ist es wahrscheinlicher, dass er, da er selbst auf Grund einer starken Verletzung auf keinen Fall mehr überleben kann, wenigstens noch Bartimäus´ Leben retten will und ihn aus Dankbarkeit und Zuneigung entlässt.

Kitty wird für ihren Einsatz bei der Befreiung ein Posten in der Regierung angeboten, sie lehnt ihn jedoch ab. Die Zauberer erklären sich außerdem bereit, mit den Gewöhnlichen über eine Gleichstellung ihrer Rechte zu verhandeln.

Band 4 - Der Ring des Salomo

Hauptfiguren und Perspektiven

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt und besteht aus 38 Kapiteln, die wie in den anderen drei Teilen den Namen der Personen tragen, aus dessen Perspektive erzählt wird. Es ist keine Fortsetzung des dritten Bandes, sondern eine Erzählung aus Bartimäus’ Vergangenheit, sozusagen ein Zusatzband. Die Besonderheit in diesem Buch ist, dass es neben den normalen Perspektiven (Asmira und Bartimäus) auch solche gibt, die nur ein- bis zweimal auftauchen (Khaba, Salomo, Balkis...). Wie immer sind die Bartimäus-Kapitel in der Ich-Form geschrieben, die anderen aus der Sicht der dritten Person.

  • Bartimäus befindet sich in Salomos Diensten. Er soll für ihn Schätze aus aller Welt besorgen, was ihm aber nicht gefällt. Er wechselt zu dieser Zeit oft den Herrn bzw. die Herrin .
  • Asmira ist die erste Wächterin der Königin von Saba und stammt aus Marib. Sie bekommt von ihr den Auftrag, den König von Israel, Salomo, zu töten.
  • Khaba der Grausame, ein Zauberer, der in Salomos Diensten steht. Nachdem Bartimäus seinen früheren Herrn Ezechiel tötete, wurde er Khaba zugeteilt. Khaba ist Dschinn gegenüber sehr grausam. Er befielt den mächtigen Mariden Ammet, der sich als sein Schatten tarnt.
  • Salomo der Große, König von Israel.
  • Ammet, Marid im Dienste von Khaba. Er kennt Khaba schon seit dieser ein kleiner Junge war und gehört zu den wenigen Dschinn, die ihren Herrn mögen, bzw. in seinem Fall sogar lieben.

Handlung

Die Handlung findet um 950 v. Chr. statt. Bartimäus steht in den Diensten des Zauberers Ezechiel, der wiederum König Salomo dient. Er beauftragt Bartimäus damit, eine vergoldete Statue aus der Ruinenstadt Eridu zu holen. Als er nach Jerusalem zurückkehrt, schafft er es durch einen Trick, seinen Meister Ezechiel zu fressen. Empört über diesen Vorfall stellt König Salomo, der mächtigste Herrscher zu dieser Zeit, Bartimäus in die Dienste des Zaubereres Khaba, der ihn zusammen mit sieben anderen Dschinn, darunter Bartimäus' liebstem Feind Faquarl, zum Bau eines neuen Tempels antreibt.

Währenddessen erhält die Königin von Saba, Balkis, die Nachricht, dass König Salomo von ihr Weihrauch als Tribut fordert, damit er nicht die Hauptstadt Marib nach einer Frist von mehreren Tagen zerstört, wozu er durch einen magischen Ring fähig wäre. Als sie ablehnt, zerstört der Bote einen Wachturm, woraufhin Balkis ihre Wächterin Asmira beauftragt, nach Jerusalem zu reisen und König Salomo zu töten. Mit Hilfe eines Dschinn durchquert sie die Arabische Wüste und kommt zerschunden am nächsten Morgen vor den Toren der Stadt Eilat an. Auf dem Weg zu ihrer Herberge wird sie von vier Räubern überfallen, kann sich aber erfolgreich wehren und tötet die Banditen.

Inzwischen laufen die Arbeiten im Steinbruch auf Hochtouren. Bartimäus bemerkt, dass Khabas Schatten seltsamerweise immer ein bisschen langsamer ist als dieser selbst. Als Khaba die Baustelle gleichzeitig immer weniger besucht, werden Bartimäus und seine Mitarbeiter übermütig. Während er in Nilpferdgestalt lächerliche Lieder über den König singt, wird er von Salomo in Flagranti erwischt und zur Strafe zusammen mit Khaba und den anderen Dschinn in die Wüste befohlen. Dort sollen sie herumtreibende Banditen aufspüren. Bei einem Rundflug entdeckt Bartimäus eine überfallene Karawane, von der anscheinend niemand überlebt hat. Überraschend trifft er dort auf Faquarl, und beide spüren ein Erzittern der Ebenen. Als bärtige Reisende verkleidet werden sie von einem niederen Dschinn überfallen. Dieser flüchtet, als er die Tarnung bemerkt, und führt Bartimäus zum Lager dreier edomitischer Zauberer. Faquarl suchte unterdessen weiter die Straße ab. Bartimäus überrascht die Zauberer und tötet zwei von ihnen. Dabei stößt er auf die junge Asmira, die den dritten Zauberer getötet hatte. Khaba, der kurze Zeit später eintrifft, nimmt Asmira mit nach Jerusalem, muss ihr vorher aber versprechen, Bartimäus und Faquarl zu entlassen.

Khaba entlässt zwar Faquarl, will Bartimäus aber in eine Flasche sperren. Im darauffolgenden Kampf mit dem Mariden Ammet befreit Bartimäus alle Dschinn, die Khaba in seinem unterirdischen Kerker gefangen hält, wird jedoch bezwungen und in die Flasche gesperrt. Asmira stiehlt diese dem am Abend betrunkenen Khaba und lässt Bartimäus frei, um ihn jedoch sogleich wieder zu beschwören, damit er ihr hilft, Salomo zu töten. Durch einen schlauen Trick gelingt es Bartmäus, die Wachen im königlichen Garten abzulenken und so an den Turm zu gelangen, in dem der König schläft. Er erklimmt mit Asmira den Turm, wo sie das königliche Schlafzimmer suchen. Sie entdecken den König in einem Zimmer, wo Asmira ihn mit einem Dolch töten will. Der König jedoch war nur ein Trugbild und so löst der Dolch eine Falle aus, die eine mächtige Wesenheit ruft. Bartimäus ergreift sofort die Flucht und überlässt Asmira ihrem Schicksal. In einem Zimmer findet er einen Kessel, in dem der Afrit Philokretes eingesperrt ist. Er spricht mit Philokretes und erfährt des Königs einzige Schwäche: Er legt den Ring des Nachts ab. Außerdem erfährt er, das die mächtige Wesenheit auch nur ein Trugbild ist. Sofort stürmt er los, um den Ring an sich zu bringen. Währenddessen unterhält sich Asmira mit König Salomo, der sie "gerettet" hat, und es kommt zu einem Streit. Ihm Zuge dessen ersetzt Bartimäus, der sich von hinten angeschlichen hat, den echten Ring durch einen Tintenfischring. Als Salomo, in Rage, zu dem Ring greift, bemerkt er, das es nur eine Attrappe ist. Der König erzählt Asmira und Bartimäus, wie er zu dem Ring kam und woher er stammt. Der Ring sei eine Bürde und zehre an der Lebenskraft des Trägers. Außerdem betont Salomo, dass er von den anderen Königen und Königinnen keinen Tribut fordere. Vielmehr sei dies auf die eigenmächtigen Handlungen seiner siebzehn Zauberer zurückzuführen. Asmira ist irritiert und befielt Bartimäus, den Ring zu behalten und nicht wie auf seine Bitten dem König zurückzugeben, Dann verschwinden beide und lassen den König allein.

Auf dem Balkon erscheint Khaba mit seinem Mariden Ammet, und es gelingt Khaba, den Ring an sich zu bringen. Sofort beschwört er eine Armee aus mächtigen Dschinn, die den Palast dem Erdboden gleichmachen sollen. Khaba erklärt, das er den Dschinn zu Balkis sandte, um den Weihrauch als Tribut einzufordern. Durch einen geschickten, wenn auch fehlgeschlagenen Dolchwurf gelingt es Asmira, Khabas Ringfinger und somit den Ring von seinem Körper abzutrennen. Bartimäus, der sich aus den Klauen Ammets befreien konnte, schnappt sich den Ring und fliegt Richtung Meer, wo er ihn versenken soll. Er wird von Ammet verfolgt. Über dem Meer wandelt Bartimäus seine Gestalt in Salomo und ruft dort Uraziel, den mächtigen Ringgeist. Durch seine Macht gelingt es Bartimäus, Ammet in einen Tonkrug zu verbannen und ihn auf den Grund des Meeres zu schicken. Unter der Benutzung des Rings leidet seine Substanz erheblich.

Währenddessen hat sich Asmira mit Salomo zusammengeschlossen und sie verteidigen sich gegen Khabas Dschinn. Es gelingt ihnen, sie zurück zu treiben, aber das Unaufhaltsame rückt immer näher. Bartimäus trifft in der Gestalt Ammets ein und überlistet Khaba, so dass er ihn bewusstlos schlagen kann. Er übergibt den Ring Salomo, mit dessen Ringgeist er Khaba sofort in den Kerker werfen lässt und den Wiederaufbau des Palastes anordnet. Auf Befehl Salomos bringt der Ringgeist Königin Balkis nach Jerusalem und erklärt ihr die wahren Hintergründe der Verschwörung der Zauberer. Asmira schlägt daraufhin ein Angebot des Königs aus, als seine Leibwache zu dienen, und will sich von nun an als Bewacherin der Gewürzkarawanen verdingen. Zum Schluss entlässt sie Bartimäus, der Asmira inzwischen richtig lieb gewonnen hat.

Verfilmung

Miramax kaufte die Filmrechte an der Trilogie für drei Millionen Dollar.[1] Nach dem Verkauf von Miramax durch Disney an Filmyard Holding im Juli 2010 ist die Zukunft des Projektes jedoch unklar.[2]

Literatur

Originalausgaben

  • Stroud, Jonathan: The Amulet of Samarkand (Bartimaeus Trilogy). Hyperion Books, 2003, ISBN 0-7868-1859-X
  • Stroud, Jonathan: Golem´s Eye (Bartimaeus Trilogy). Doubleday, 2004, ISBN 0-385-60615-X
  • Stroud, Jonathan: Ptolemy´s Gate (Bartimaeus Trilogy). Miramax Books, 2006, ISBN 0-7868-1861-1
  • Stroud, Jonathan: The Ring of Solomon (Bartimaeus). Random House, 2010, ISBN 0-385-61915-4

Deutsche Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. randomhouse.de
  2. slashfilm.com: Miramax verkauft, abgerufen am 24. Februar 2010

Weblinks


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