Bartík

Josef Bartík (* 30. Juni 1897; † 23. Mai 1968) war ein tschechischer General und Geheimdienstoffizier, sowie bis Januar 1946 Leiter des Obranné zpravoddajstvi (OBZ).

Im Ersten Weltkrieg diente er zuerst in der Tschechoslowakische Legion als österreichischer Soldat an der italienischen Front. Nachdem er dort Kriegsgefangener wurde, meldete er sich als Freiwilliger zur italienischen Armee. Als Kommandeur einer Aufklärungseinheit wurde er noch kurz vor Kriegsende 1918 schwer verwundet, und kehrte 1919 in seine Heimat zurück. Nach seiner Rekonvaleszenz trat er in die nach 1918 neu gegründete Tschechoslowakische Armee als Regimentskommandeur ein. Nach kurzer Zeit wurde ins Verteidigungsministerium abgeordnet, und war dort als Offizier im Zweiten Büro des militärischen Geheimdienstes des Generalstabes beschäftigt.

In dieser Zeit war er unter anderem getarnt als Korrespondent in Polen und letztlich 1940 in Frankreich tätig. Von dort emigrierte er nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Deutsche Wehrmacht nach London, wo er vorerst für die Exilregierung als Abteilungsleiter Auslandsspionage und später als Leiter des Geheimdienstes tätig ist. Hier wird er auch zum Brigadegeneral befördert.

Nach dem Krieg und der Befreiung der Tschechoslowakei durch die einheimischen Partisanen und die Rote Armee, baut er entscheidend den Obranné zpravoddajstvi (OBZ) mit auf, und leitet diesen von Juni 1945 bis Januar 1946. In dieser Zeit organisiert und leitet er auch die entscheidenden Vorgänge rund um das Massaker von Aussig, als deren geistiger Vater er gilt. Durch diesen "Erfolg" im Kampf gegen die Sudetendeutsche gestärkt, drängt allerdings der ebenfalls maßgeblich beteiligte Stabshauptmann Bedrich Pokorny seinen Vorgesetzten aus dem Amt als Geheimdienstchef.

Ehrungen

Quelle

  • Lexikon der Geheimdienste des 20. Jahrhundert, Helmut Roewer, Stefan Schäfer, Matthias Uhl, Herbig Verlag München 2003, ISBN 3-7766-2317-9

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