Umbettung


Umbettung

Der Ausdruck Umbettung bezeichnet die Verlagerung der Überreste von bestatteten Toten an einen anderen Bestattungsort.

Anlässe für Umbettungen sind zum Beispiel:

  • die gewünschte Zusammenführung von an verschiedenen Orten bestatteten Familienangehörigen
  • die zentrale Bestattung von (teils nur notdürftig verscharrten) Kriegsopfern auf einem Soldatenfriedhof
  • aber auch die Rehabilitation von ehemals verfolgten Staatsbürgern (siehe z.B. Imre Nagy) oder umgekehrt die Verfemung vormals geehrter Persönlichkeiten
  • oder als Einleitung einer Seligsprechung. Die Exhumierung und anschließende neuerliche Bestattung an einem Ort der künftigen Verehrung ist Voraussetzung dafür.
  • die drohende Devastierung des Friedhofes

Eine Umbettung setzt Genehmigungen durch den Friedhofsbetreiber (meistens die Kommune), die Ordnungsbehörde (Ordnungsamt) und das Gesundheitsamt (insbesondere bei Verstorbenen, die an einer übertragbaren Krankheit litten bzw. starben) voraus. Die hierfür geltenden rechtlichen Regelungen finden sich in den Bestattungsgesetzen der Länder.

Die Genehmigung wird aber im Allgemeinen nur erteilt, wenn die Umbettung im öffentlichen Interesse liegt, da die Ruhe des Verstorbenen nicht gestört werden soll. Die Bestimmungen sind in der Friedhofsordnung der jeweiligen Friedhofsverwaltung festgelegt.

Beispiele

Imre Nagy, ungarischer Ministerpräsident zur Zeit des Ungarischen Volksaufstandes 1956, war nach dem Ende des Aufstandes von den Russen verschleppt, ermordet und - gefesselt und mit dem Gesicht nach unten - begraben worden. Nach der politischen Wende 1989 wurde Imre Nagy in Ungarn offiziell rehabilitiert und am 16. Juni 1989, kurz vor dem Tod seines Gegenspielers János Kádár, umgebettet und feierlich beigesetzt.

Die Famadihana ist eine rituelle Umbettung der Toten auf Madagaskar, die mindestens alle 10 Jahre vorgenommen wird.


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  • Umbettung — Ụm|bet|tung …   Die deutsche Rechtschreibung

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