Baseball bei den Olympischen Spielen
Olympische Ringe
Baseball

Baseball gehört seit 1992 zu den Olympischen Sportarten, hatte aber schon vorher mehrfach olympische Auftritte als Demonstrationssportart.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ein erstes inoffizielles Baseballturnier fand bereits bei den Olympischen Sommerspiele 1904 in St. Louis statt. 1912 fand mit einem Spiel der USA gegen Gastgeber Schweden erstmals ein offizieller Demonstrationswettbewerb statt. 1936 spielten zwei amerikanische Teams gegeneinander. In Helsinki 1952 gab es einen Demonstrationswettbewerb in Pesäpallo, einer dem Baseball verwandten finnischen Sportart. Im Baseball gab es erst wieder 1956 und 1964 Demonstrationswettbewerbe, als mit Australien und Japan zwei Nationen Gastgeber waren, in denen es eine ausgeprägte Baseballtradition gibt. Mit über 100.000 Zuschauern war das Spiel im Melbourne Cricket Ground das Baseballspiel mit den meisten Zuschauern jemals.

Seit 1984 gehört Baseball kontinuierlich zu den Sommerspielen, zunächst zweimal als Demonstrationswettbewerb, seit 1992 als olympische Sportart. Allerdings blieb das Zuschauerinteresse relativ gering, zum einen weil Baseball insbesondere in vielen europäischen Ländern nur als Randsportart verbreitet ist, zum anderen weil die Nationen nicht mit ihren besten Mannschaften antraten. Bis 1996 konnten nur Spieler mit Amateurstatus antreten; aber auch danach fehlten in den Nationalmannschaften viele der besten Spieler, weil die Olympischen Spiele mitten in die Saison der Major League Baseball und anderer Profiligen fallen.

Auf der 117. IOC-Sitzung in Singapur wurde 2005 beschlossen, Baseball bei den Olympischen Sommerspielen 2012 aus dem olympischen Programm zu nehmen[1]. Ein Antrag in der Programmkommission bei der 118. IOC-Sitzung in Turin, Baseball doch wieder für 2012 aufzunehmen, scheiterte 2006 knapp mit 46 zu 42 Stimmen[2].

Medaillengewinner

Olympia Gold Silber Bronze
1992 Barcelona Kuba Kuba Chinese Taipei Chinese Taipei Japan Japan
1996 Atlanta Kuba Kuba Japan Japan Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
2000 Sydney Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Kuba Kuba  SudkoreaSüdkorea Südkorea
2004 Athen Kuba Kuba Australien Australien Japan Japan
2008 Peking  SudkoreaSüdkorea Südkorea Kuba Kuba Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Medaillenspiegel

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Kuba Kuba 3 2 - 5
2 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1 - 2 3
3  SudkoreaSüdkorea Südkorea 1 - 1 2
4 Japan Japan - 1 2 3
5 Australien Australien - 1 - 1
Chinese Taipei Chinese Taipei - 1 - 1

Olympisches Turnier

Qualifikation

Neben der Gastgebernation, die automatisch für das olympische Turnier qualifiziert ist, werden die übrigen sieben Mannschaften durch die Qualifikation ermittelt. Für 2008 werden zwei amerikanische und je ein asiatischer und europäischer Teilnehmer bei den Kontinentalmeisterschaften ermittelt. Danach spielen die besten Mannschaften aus Afrika und Ozeanien gegen die zweit- und drittplatzierten Teams aus Asien und Europa und die Dritten und Vierten aus Amerika in einem Qualifikationsturnier die verbleibenden drei Teilnehmer aus.

Für Europa haben bisher Italien viermal, die Niederlande dreimal und Spanien einmal teilgenommen. Für die Sommerspiele 2008 ist die Niederlande als Europameister qualifiziert. Deutschland (als Ersatz für die wegen Geldmangels[3] nicht teilnehmende Mannschaft Großbritanniens) und Spanien nahmen am Qualifikationsturnier im März 2008 in Taiwan teil.[4] Über das Turnier erreichten Kanada, Taiwan und Korea die Qualifikiation und nehmen somit neben China, den USA, Kuba, den Niederlanden und Japan am olympischen Turnier in Peking teil.

Turniermodus

Bei den Olympischen Spielen treten zunächst alle acht Mannschaften in einer Round-Robin-Runde gegeneinander an. Die vier bestplatzierten erreichen das Halbfinale, wo dann der Erste gegen den Vierten und der Zweite gegen den Dritten antreten. Die Sieger erreichen das Finale, die Verlierer kämpfen im Spiel um den dritten Platz um die Bronzemedaille.

Regeln

  • Der Kader jeder Mannschaft besteht aus 24 Spielern.
  • Spiele werden vorzeitig beendet, wenn eine Mannschaft nach sieben Innings mit mehr als 10 Runs führt.
  • Aluminiumschläger wurden nach 1996 verboten.
  • Für 2008 wurde gegen den Widerstand einzelner nationaler Verbände kurzfristig eine neue Tiebreak-Regel für die Verlängerung eingeführt: Ab dem 11. Inning beginnt jede Mannschaft in der Offensive mit zwei Runnern auf der ersten und zweiten Base. Zudem darf die Mannschaft zu Beginn des 11. Innings frei wählen, wer aus dem Lineup zum Schlag kommt, die beiden vorherigen Batter aus dem Lineup besetzen dann als Runner die ersten beiden Bases. In bei fortgesetztem Gleichstand möglichen weitern Innings wird die Reihenfolge der Batter aus dem Lineup dann wieder eingehalten.[5]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.olympic.org/uk/organisation/commissions/programme/full_story_uk.asp?id=1437
  2. http://www.olympic.org/uk/organisation/commissions/programme/full_story_uk.asp?id=1657
  3. British Baseball Federation: GB BASEBALL TEAM FORCED TO WITHDRAW FROM SECONDARY OLYMPIC QUALIFIER
  4. Olympiaqualifikation 2008 bei der IBAF
  5. IBAF: Extra-Inning Rule

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