Basic AG
Basic AG
Basic-Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1997
Sitz München

Leitung

Mitarbeiter 701
Umsatz 96 Mio. EUR (2009) [2]
Branche Biolebensmittelbranche
Produkte ökologische Lebensmittel
Website www.basicbio.de
Basic-Filiale
in München, Westenrieder Straße

Die Basic AG ist eine Handelskette von Bio-Supermärkten mit Sitz in München, die 1997 gegründet wurde und ausschließlich Produkte aus ökologischem Anbau verkauft.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Gründer der Basic AG waren Georg Schweisfurth, Sohn von Karl Ludwig Schweisfurth und Mitgründer und ehemaliger Geschäftsführer des angesehenen Öko-Projekts Herrmannsdorfer Landwerkstätten, Richard Müller, Gründer und Geschäftsführer von Chiemgauer Naturfleisch und Mitgründer des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN), Johann Priemeier, Inhaber und Geschäftsführer der Antersdorfer Mühle und Hermann Oswald, Gründer und Geschäftsführer des Epos-Fachgroßhandels für ökologische Gastronomie.

Das Unternehmen ist neben Alnatura und Temma der REWE Group eine der großen deutschen Ketten von „Bio-Supermärkten“, deren Konzept der Verkauf biologischer Produkte auf großen Verkaufsflächen ist. Dadurch sollen diese Produkte zu niedrigeren Kosten als in kleineren „Bioläden“ verkauft werden. Die EG-Öko-Verordnung ist die Grundlage der Produktqualität, zusätzlich verbandszertifizierte Ware ist ebenfalls im Angebot.

Das Unternehmen verzeichnete 2006 ein Umsatzplus von 37 Prozent und betreibt insgesamt 25 Märkte in 17 deutschen Städten (Stand September 2007), wie z. B. in München, Stuttgart, Frankfurt am Main, Bonn oder Essen, weitere sollen folgen. Im Juni 2006 wurde die erste österreichische Filiale in Wien-Meidling eröffnet und im Oktober 2007 eine Zweite in Salzburg. Acht weitere sollen in Österreich folgen.

Im Juli 2007 war die Schwarz-Gruppe (Lidl) laut Pressemitteilung vom 20. Juli 2007 eine Minderheitsbeteiligung an der nicht börsennotierten Basic AG eingegangen. Auf der Aktionärsversammlung vom 3. August 2007 wurde ein Übernahmeangebot vorgelegt, langfristig wurde vermutlich eine Mehrheitsbeteiligung der Schwarz-Gruppe angestrebt.[3]

Nach den Herrmannsdorfer Landwerkstätten hat in Folge dieser Geschäftspolitik der Basic-Verantwortlichen auch Deutschlands größter Bio-Großhändler, das Unternehmen dennree der Basic AG gekündigt und stellt die Belieferung der Basic-Märkte im Herbst 2007 ein. Dennree belieferte die 26 Bio-Supermärkte der Basic AG in Deutschland und Österreich täglich mit einem Bio-Vollsortiment, insbesondere Obst und Gemüse, Tiefkühlware, Molkereiprodukte, weiteren Bio-Lebensmitteln und Naturkosmetik. Dennree kommentiert in der Mitteilung seinen Ausstieg wie folgt: „... dennree engagiert sich mit aller Kraft für die Weiterentwicklung der Biobranche und den nachhaltigen Ausbau der Bio-Landwirtschaft ... Der seit Monaten andauernde Streit zwischen den Gründern, alten und neuen Aktionären und dem Vorstand über die Ausrichtung der Basic AG (sei) mit unkalkulierbaren Risiken für Dennree und die Bio-Branche verbunden.“ Anfang September 2007 gab der Basic-Vorstand dann bekannt, dass er vorläufig einem Verkauf weiterer Unternehmensanteile an die Schwarz-Gruppe nicht zustimmen werde. Nach Aussage von Spanrunft hat sich der Vorstand auf Grund des öffentlichen Drucks zu diesem Schritt entschlossen, da durch den Aktienverkauf „sehr viel Unruhe“ in das Unternehmen gekommen sei.[4] [5]

Nach einer Pressemitteilung vom 6. November 2007 hat sich die Basic AG von Finanzvorstand Johann Priemeier getrennt, Josef Spanrunft wurde damit zum Alleinvorstand.[6]

Am 9. November 2007 gab die Basic AG bekannt, dass die Schwarz-Gruppe ihre umstrittene Beteiligung wieder abgebe. Gleichzeitig wollen die Beteiligten das Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser führen und die Expansionspläne auf 5 bis 10 Filial-Neueröffnungen pro Jahr zurückschrauben.[7] Die Anteile wurden vom Schweizer Investor ASI Nature Holding übernommen, der dadurch seinen Anteil am Unternehmen auf 40 % steigerte. [8]

Im Juni 2008 wurde bekannt, dass die Basic AG sich in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten befindet. In einem Interview bekannte Vorstand Josef Spanrunft, man betrachte 2008 als „Jahr der Konsolidierung“, es würden in diesem Jahr keine weiteren Filialen eröffnet, ab 2009 sollen dann nur noch jährlich zwei bis fünf neue Filialen entstehen und auch die durchschnittliche Filialgröße solle verringert werden. Außerdem entließ die Gesellschaft eine beträchtliche Anzahl von Mitarbeitern, in der Konzernzentrale über ein Drittel ( „circa 26 in der Zentrale, von insgesamt 66 Mitarbeitern“ ), im ganzen Unternehmen wurde die Mitarbeiterzahl von 850 auf 780 reduziert. Zugleich bittet das Unternehmen seine Lieferanten um Zahlungsaufschub und zieht externe Sanierungsexperten hinzu. [9]

Im Oktober 2008 wurden aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten vier Basic-Filialen geschlossen, weitere stehen unter Beobachtung. 20 der 59 Mitarbeiter aus den betroffenen Filialen in Münster, Karlsruhe, Hagen und Köln wurden bisher in andere Filialen versetzt, für die übrigen werde laut Geschäftsführung im Rahmen eines Sozialplans eine Lösung gesucht. Der von Basic-Vorstand Joachim Kreuzburg als „Optimierung der Filialstruktur“ bezeichnete Schrumpfkurs soll der angeschlagenen Biokette helfen, ihre Verluste nach 7 Millionen Euro im Jahr 2007 für 2008 auf 3,5 Millionen zu halbieren.[10] Das Geschäftsjahr 2008 wurde jedoch mit einem erheblich höheren Verlust von 11,5 Millionen Euro abgeschlossen [11] Am 15. Juli 2009 eröffnete die basic AG einen eigenen Online-Shop mit rund 2.000 Artikeln (Lebensmittel und Drogerieprodukte), verzichtete dabei jedoch auf Frischeartikel. Mit Hilfe des go green-Angebotes von DHL sollen ökologische Zielsetzungen mit dem Versand der Produkte verbunden werden.[12] [13]

Kritik

  • Die Basic AG wurde im Juni 2007 für ihre Entmietungsmethoden eines Wohnhauses im Münchner Glockenbachviertel kritisiert, das vom Unternehmen aufgekauft und gegen den Willen der Bewohner in Eigentumswohnungen umgewandelt werden soll.[14]
  • Basic-Mitgründer Richard Müller hat nach Bekanntwerden der Beteiligung durch die Lidl-Eignergruppe seinen Beraterposten aus Protest niedergelegt.
  • Karl Schweisfurth, der Bruder des Basic-Mitgründers Georg Schweisfurth, erklärte in einer Pressemeldung am 6. August 2007 die Einstellung aller Lieferungen der Herrmannsdorfer Landwerkstätten an die Basic-Supermärkte zum 1. September 2007.
  • Immer mehr Markenprodukte in den Basic-Märkten werden durch die Basic-Eigenmarke ergänzt, bei welcher einzig das deutsche Bio-Siegel zur Kennzeichnung von Produkten, welche der EG-Öko-Verordnung entsprechen, Verwendung findet.
  • Der Betriebsrat der basic-AG wirft deren Vorstand Joachim Kreuzburg vor, Mitglieder Ihres Gremiums und Mitarbeiter einzuschüchtern. [15] [16]

Auszeichnungen

Weblinks

Quellen

  1. http://www.sueddeutsche.de/H5j38a/3959212/Aufsichtsrat-abgesetzt.html
  2. Jahresabschluss 2009 in: elektronischer Bundesanzeiger
  3. „Öko-Branche fürchtet um die Qualität. Lidl strebt offenbar Mehrheit bei Öko-Kette Basic an“, pr-inside.com, 26. Juli 2007
  4. Greenpeace-Magazin, 3. September 2007
  5. „Basic geht auf Abstand zu Lidl“, Focus, 4. September 2007
  6. PRESSEINFORMATION: Neues aus dem Hause basic, 6. November 2007.
  7. PRESSEINFORMATION: Die Basic AG in München und die Schwarz-Gruppe trennen sich, 9. November 2007
  8. Ärgernisse bei Basic - Pannenshow im Biomarkt in: Süddeutsche Zeitung vom 15. Mai 2008
  9. Süddeutsche Zeitung: Interview mit Basic-Vorstand „Wir treten jetzt auf die Bremse“
  10. taz.de: Basic muss sich regenerieren
  11. ebundesnzeiger.de: BASIC Aktiengesellschaft Lebensmittelhandel, München: Konzernabschluss und Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2008
  12. internetworld.de: basic eröffnet Online-Shop
  13. derstandard.at: Bio aus dem Internet
  14. „Neuer Basic-Supermarkt. ‚Die ist ja nicht leer, die Hütte' “, Süddeutsche Zeitung, 12. Juni 2007
  15. Süddeutsche Zeitung vom 16. Juni 2009: Betriebsrat kritisiert Basic
  16. Süddeutsche Zeitung vom 25. Oktober 2008: Basic "Die haben einfach zugesperrt"

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