1. Fall

Der Nominativ (von lat. nominare „benennen“) ist die Grundform des Substantivs und der 1. Kasus (Fall) in der Deklination. Im Satz steht das Subjekt im Deutschen immer im Nominativ.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Nominativ auch 1. Fall oder Wer-Fall genannt.

Inhaltsverzeichnis

Der Nominativ in der deutschen Sprache

Der Nominativ ist der am häufigsten gebrauchte Fall der in der deutschen Grammatik verwendeten vier Fälle. Das Subjekt (Satzgegenstand) steht im Nominativ und kommt fast in jedem vollständigen Satz vor. Es kann nur bei einem Verb stehen, das in Person und Zahl (lat. numerus) gebeugt ist (finites Verb). Der Nominativ ist ein Kasus, der das Subjekt als Träger der Handlung bezeichnet. Er sagt über eine Person, eine Sache oder einen Gegenstand etwas aus.

Eine Ausnahme bilden hierbei die Imperativsätze (Befehlssätze), die ohne Subjekt auskommen können, zum Beispiel: Gib her!, Komm her! oder Nimm das Buch!

Geantwortet wird beim Nominativ im Deutschen bei Lebewesen auf die Frage Wer?, bei einer Sache, etwas Gedachtem oder beispielsweise etwas Unpersönlichem auf die Frage Was?.

Beispiele:

  • Der Enkelsohn spielt im Garten. – Wer spielt im Garten? – Der Enkelsohn.
  • Der Dachstuhl brennt. – Was brennt? – Der Dachstuhl.

Hierbei ist zu beachten, dass das Subjekt immer mit dem finiten Verb in Person und Zahl übereinstimmt. Daher wird auch von der Kongruenz (Übereinstimmung) zwischen Subjekt und Prädikat gesprochen.

  • Die Kinder spielen im Garten. – Das Kind spielt im Garten.
  • Das Haus brennt. – Die Häuser brennen.

Substantive, Adjektive (Eigenschaftswörter), Artikel (Geschlechtswörter) und Pronomen (Fürwörter) können im Nominativ gebildet werden und dabei im Singular oder im Plural stehen.

Der Gleichsetzungsnominativ (Prädikatsnominativ)

Der Gleichsetzungsnominativ wird unterschiedlich bezeichnet. Im Grammatik-Duden wird er „prädikativer Nominativ“ genannt. Auch gebräuchlich ist der Ausdruck „Subjektprädikativum“ oder „Nominativobjekt“.

  • Mein Vater ist Lehrer.
  • Meine Schwester heißt Stephanie.
  • Sie ist eine Künstlerin.

Der Gleichsetzungsnominativ antwortet ebenso auf die Fragen Wer? oder Was? und folgt nur auf die Verben sein, werden, heißen, scheinen, bleiben, gelten (als), (sich) fühlen (als), (sich) dünken (als), (sich) erweisen (als), (sich) entpuppen (als), sich glauben (als). Diese Verben können einen zweiten Nominativ im Satz verlangen.

Der Gleichsetzungsnominativ übernimmt seinen Kasus auch vom Subjekt, wobei es manchmal schwer ist, Gleichsetzungsnominativ und Nominativ zu unterscheiden. Hierbei ist es dann hilfreich, das Verb durch eines zu ersetzen, welches mit als gekennzeichnet ist, z. B. geben als

  • Er ist ein großer Künstler. (Nur im Fall des Maskulinums sieht man, dass es Nominativ ist.)
  • Sie entpuppt sich als eine große Künstlerin.

Sie ist der Nominativ und eine große Künstlerin ist der Gleichsetzungsnominativ.

Der Nominativ in der Sprachtypologie

In der Sprachtypologie interessiert man sich dafür, ob eine Sprache den Nominativ morphologisch kennzeichnet oder nicht, insbesondere im Gegensatz zum Akkusativ. Ist nur der Nominativ gekennzeichnet, so spricht man von einem markierten Nominativ, der z. B. in einer Reihe von kuschitischen, nilotischen und surmischen Sprachen Ostafrikas vorkommt.

Siehe auch

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