Basile Alecsandri
Vasile Alecsandri

Vasile Alecsandri (* 21. Juli 1821 in Bacău, Fürstentum Moldau; † 22. August 1890 in Mirceşti) war ein rumänischer Dichter, Dramatiker und Politiker. Er sammelte rumänische Volkslieder und war bedeutsam für die Erweckung der rumänischen kulturellen Identität im Rumänien des 19. Jahrhunderts, sowie führend in der Bewegung für die Einigung der Moldau und der Walachei.

Inhaltsverzeichnis

Die ersten Jahre

Herkunft und Kindheit

Vasile Alecsandri wurde in der moldauischen Stadt Bacău als Kind einer Familie von kleinen Landbesitzern geboren. Seine Eltern Vasile und Elena Cozoni, die Tochter eines griechisch-rumänischen Händlers, hatten sieben Kinder, von welchen jedoch nur drei überlebten, eine Tochter - Catina - und zwei Söhne - Iancu und Vasile.

Die Familie war im lukrativen Salz- und Getreidehandel tätig. Im Jahre 1828 erwarben sie ein großes Anwesen in Mirceşti einer Stadt in der Nähe des Sereth. Hier betrieb der jungen Vasile eingehende Studien mit einem Mönch aus der Maramuresch mit Namen Gherman Vida und spielte mit Vasile Porojan, einem Zigeunerjungen, der ein guter Freund wurde. Beide Personen fanden sich später in seinen Werken wieder.

Jugendjahre

Zwischen 1828 und 1834 studierte er an der „V. cuenim pension“ und begab sich anschließend nach Paris, wo er das Studium der Chemie, Medizin und der Rechtswissenschaften aufnahm. Später ließ er jedoch all dies hinter sich, um sich seiner wahren Berufung - der Literatur - zuzuwenden. Seine ersten Werke veröffentlichte er 1838 in Französisch, das er sich in seinen Jahren in Paris bis zur Perfektion angeeignet hatte. Nach einem kurzen Heimataufenthalt wandte er sich bald wieder Westeuropa zu und besuchte Italien, Spanien und Südfrankreich.

1840 wurde er einer der Direktoren des Nationaltheaters von Iaşi und produzierte sein erstes Stück „Farmazonul din Hârlău“. Im Jahr 1844 wurde schließlich sein zweites Stück „Iorga de la Sadagurga“ aufgeführt. Er schrieb auch für „Dacia literară“, der ersten von Mihail Kogaliceanu herausgebrachten Literaturzeitschrift in rumänischer Sprache. Ebenso tat er dies für „Albina Românească“, die erste rumänischsprachige Zeitung in der Moldau.

Romanzen

Ein Jahr später besuchte Vasile ein Fest, das zu Ehren von Costachi Negri, einem Freund der Familie, gegeben wurde. Hier verliebte er sich in die Tochter des Gefeierten, die 21jährige Elena Negri, welche - erst vor kurzem geschieden - die Gefühle des 24jährigen Jünglings erwiderte. Er schrieb ihr verschiedene Liebesgedichte bis eine Krankheit Elena zwang, nach Venedig zu gehen. Hier traf sich Vasile mit ihr und sie verbrachten hier zwei Monate. Später reisten sie durch Europa nach Österreich, Deutschland und Vasliles früherem Aufenthaltsort - Frankreich. Elenas Lungenkrankheit verschlimmerte sich jedoch in Paris und beide machten sich am 25. April 1847 per Schiff auf den Weg zurück nach Rumänien. Auf dem Schiff verstarb Elena jedoch in den Armen ihres Liebhabers. Vasile verarbeitete seine Trauer auf literarischem Wege und schrieb „Steluta“ (Kleiner Stern) um seiner Liebe zu gedenken und widmete Elena später auch den Gedichtzyklus „Lacrimioara“ (Kleine Tränen).

Die Mitte des Lebens

Politische Teilhabe

Im Jahr 1848 wurde er einer der Führer der revolutionären Bewegung, die ihr Zentrum in Iaşi hatte. Er schrieb ein vielgelesenes Gedicht, das die Bevölkerung aufrütteln sollte. Es hieß „Către Români“ (An das rumänische Volk) und wurde später „Deşteptarea României“ (Das Erwachen Rumäniens) genannt. Zusammen mit Mihail Kogălniceanu und Costache Negri schrieb er das revolutionäre Manifest in der Moldau mit Namen: „Dorinţele partidei naţionale din Moldova“ (Die Wünsche der moldauischen Nationalpartei). Nach dem Scheitern der Revolution floh er über Siebenbürgen und Österreich nach Paris, wo er fortfuhr, politische Gedichte zu schreiben.

Literarische Leistungen

Nach zwei Jahren kehrte er für eine erfolgreiche Aufführung seiner neuen Komödie „Chiriţa în Iaşi“ in die Heimat zurück. Er reiste durch das moldauische Hinterland, um hier rumänische Folklore zu sammeln und zu bearbeiten, die in zwei Teilen 1852 und 1853 erschienen. Die Gedichte, die in diesen beiden umfangreichen Sammlungen enthalten waren, wurden zu Eckpfeilern einer sich entwickelnden rumänischen Identität, hierzu gehört besonders die „Mioriţa-Ballade“, aber auch Stücke wie „Toma Alimoş“, „Mânăstirea Argeşului“ und „Novac şi Corbul“. Des weiteren veröffentlichte er einen Band seiner eigenen Werke „Doine şi Lăcrămioare“, der seinen Ruf festigte. In den kulturellen Kreisen Rumäniens gut bekannt, unterstützte er die Gründung von „România Literatura“, zu welcher sowohl moldauische als auch rumänische Schriftsteller beitrugen. Er war einer der wichtigsten Unterstützer der Einigung der zwei rumänischen Fürstentümer Moldau und Walachei. 1856 veröffentlichte er in Steaua Dunării das Gedicht „Hora Unirii“, das zur Hymne der Vereinigungsbewegung wurde.

Eine neue Liebe

Gegen Ende des Jahres 1855 begann sich für Vasile eine neue Liebe zu entwickeln, entgegen dem Versprechen, das er Elena an deren Totenbett gemacht hatte. Der nun 35jährige renommierte Dichter und Gesellschaftskommentator verliebte sich in die junge Wirtstochter Paulina Lucasievici. Die Beziehung war gesegnet, sie zog in das Anwesen Alexandis in Mircesti und am 3. November 1857 wurde ihre gemeinsame Tochter Maria geboren.

Lebensende

Politische Erfüllung

Neben seinem glücklichen Privatleben fand er auch Befriedigung im Fortschritt der von ihm seit langem angestrebten politischen Entwicklungen. Die zwei rumänischen Teilreiche vereinigten sich und Vasile wurde als Außenminister vorgeschlagen und von Alexandru Ioan Cuza dazu ernannt. Er reiste durch den Westen und hielt verschiedene Vorträge, um den neu entstandenen Staat besser bekannt zu machen und dessen Entwicklung auf dem Balkan zu fördern.

Ruhestand in Mirceşti

Der diplomatische Dienst ermüdete ihn jedoch. 1860 ließ er sich dauerhaft in Mirceşti nieder um hier seinen Lebensabend zu verbringen. Am 3. Oktober 1876 heiratete er Paulina, mehr als fünfzehn Jahre nachdem ihre Beziehung begonnen hatte.

Zwischen 1862 und 1875 schrieb er einen Zyklus von 40 lyrischen Gedichten, so unter anderem „Miezul Iernii“, „Serile la Mirceşti“, „Iarna“, „La Gura Sobei“, „Oaspeţii Primăverii“ und „Malul Siretului“. Er versuchte sich auch in epischen Gedichten und veröffentlichte diese im Band „Legende“. Ebenso schrieb er eine Serie von Gedichten, die sich den Soldaten, die im rumänischen Unabhängigkeitskampf teilgenommen hatten, widmete.

1879 erhielt sein Drama „Despot-Vodă“ den Preis der rumänischen Akademie. Selbst in seinen späten Lebensjahren war er immer noch ein bedeutender Schreiber und beendete 1881 seine fantastische Komödie „Sânziana şi Pepelea“ und zwei Dramen: „Fântâna Blanduziei“ und „Ovidiu“ in den Jahren 1883 und 1885.

1881 schrieb er „Trăiască Regele“ (Lang lebe der König), das bis zur Abdankung der Monarchie 1947 die Hymne des Königreiches Rumänien blieb. Im Jahr 1890 erlag er schließlich einem langandauernden Krebsleiden.

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