Basileios I.
Basileios, sein Sohn Konstantin und seine zweite Frau Eudoxia Ingerina.

Basileios I. der Makedonier (griechisch Basíleios I. o Makedon Βασίλειος Α′ ὁ Μακεδών, * um 812; † 29. August 886), war byzantinischer Kaiser von 867 bis 886. Er entstammte einer armenisch-griechischen Familie, die sich in der byzantinische Thema Makedonien niedergelassen hatte.

Er verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Bulgarien, wo seine Familie seit 813 als Gefangene des bulgarischen Fürsten Krum gelebt hatte. Ihm gelang die Flucht und die Aufnahme als Stallknecht in den Dienst des Theophilitzes, eines Verwandten des Bardas, des Onkels des Kaisers Michael III.. Im Dienst des Theophilitzes besuchte er die Stadt Patras, wo er die Zuneigung der Danielis gewann, einer reichen Frau, die ihn in ihren Haushalt aufnahm und finanzierte. Auch fiel er dem Kaiser auf, als er einen Ringerwettkampf gewann, und wurde bald dessen Begleiter und Leibwächter (Parakoimomenios, siehe Ämter und Titel im byzantinischen Reich).

Um Michaels Gunst zu erhalten, ließ er sich von seiner Frau scheiden und heiratete Eudokia Ingerina, eine von Michaels Mätressen. Es wird üblicherweise angenommen, dass Leo VI., Basileios’ Sohn und Nachfolger, tatsächlich der Sohn Michaels war.

Basileios ermordete – mit Zustimmung des Kaisers – im April 866 Bardas, der das Reich in Michaels Namen regierte, und erhielt einige Wochen später den Titel Caesar. Bis zu diesem Punkt ist die Annahme unwahrscheinlich, Basileios sei in der Lage gewesen, das Reich alleine zu regieren, so wie er die Ausschweifungen Michaels geteilt hatte. Im September 867 jedoch tötete er Michael und bestieg selbst den Thron.

Basileios I. (l.) und sein Sohn Leo VI.

Mit der von ihm gegründeten Dynastie begann auch ein neues Zeitalter im byzantinischen Reich. Sie wird üblicherweise die Makedonische Dynastie genannt, obwohl es korrekter wäre, sie Armenisch-griechische Dynastie zu nennen. Diese Zeit war eine Periode territorialer Expansion, in der das Kaiserreich die stärkste Macht in Europa war.

Aufgrund seiner umfangreichen gesetzgeberischen Tätigkeit, die als Wiedererweckung des justinianischen Rechts beschrieben werden kann, wird er oft der zweite Justinian genannt. Auf Basileios’ Gesetze geht die Basiliká („königliche“) genannte Gesetzessammlung in 60 Büchern zurück, die von seinem Nachfolger Leo VI. vollendet und in Kraft gesetzt wurde. Außerdem veranlasste Basileios die Erstellung von zwei kleineren Werken, die als Procheiron und Epanagoge bekannt sind.

Basileios’ Finanzgebaren war zurückhaltend. Seine Kirchenpolitik ist durch gute Beziehungen zu Rom gekennzeichnet. Eine seiner ersten Handlungen war 867 die Verbannung des Patriarchen Photios I., der für die Unabhängigkeit der byzantinischen Kirche kämpfte, und die Wiedereinsetzung seines Rivalen Ignatios I., dessen Ansprüche von Papst Hadrian II. unterstützt wurden. Basileios hatte jedoch keine Absicht, Rom über einen bestimmten Punkt hinaus nachzugeben. Die Entscheidung des bulgarischen Zaren Boris I., die neue bulgarische Kirche der Jurisdiktion Konstantinopels zu unterstellen, war ein Affront gegenüber Rom, das dies für sich selbst erwartet hatte. 877 wurde Photios erneut als Patriarch eingesetzt, was gewissermaßen den Bruch mit Rom darstellte – den entscheidenden Schritt in dem Konflikt, der zum Morgenländischen Schisma und letztendlich der Trennung zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche führte.

Basileios I. in der Chronik des Johannes Skylitzes

In die Herrschaftszeit von Basileios I. fiel ein mühseliger Krieg gegen die Paulikianer, den ihm sein Vorgänger hinterlassen hatte. Der Tod ihres militärischen Führers Johannes Chrysocheires und die Eroberung der Stadt Tephrike durch Basileios I. führte 872 zur endgültigen Vernichtung der Paulikianer, die durch ein Zweckbündnis mit dem Kalifen von Bagdad zu einer ernsten Bedrohung für das Byzantinische Reich geworden waren. Des Weiteren erkannte er 885 das armenische Reich des Bagratiden Aschot I. an. Schließlich gab es den „üblichen Grenzkrieg“ mit den Arabern. Zypern wurde zurückerobert, konnte aber nur sieben Jahre gehalten werden. Syrakus ging verloren, Bari und große Teile Kalabriens wurden zurückerobert. Die Erfolge in Italien führten dort zu einer neuen Periode byzantinischer Dominanz. Vor allem aber waren die Byzantiner wieder die Herren des Mittelmeers, insbesondere der Adria.

Basileios regierte 19 Jahre. Sein Tod im August 886 ist auf ein Fieber zurückzuführen, das er sich nach einem schweren Jagdunfall zuzog, bei dem sich sein Gürtel im Geweih eines Hirschs verfing und er von seinem Pferd gezogen wurde. Er wurde von einem Diener gerettet, der ihn mit einem Messer losschnitt, doch verdächtigte er diesen, ihn ermorden zu wollen, und er ließ den Diener hinrichten – kurz bevor er selbst starb.

Literatur

  • Mark Whittow: The Making of Byzantium, 600–1025. Berkeley 1996.
  • N. Tobias: Basil I (867–886) the founder of the Macedonian dynasty. New Brunswick/N. J. 1969.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Basileios I. – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Michael III. Kaiser von Byzanz
867–886
Leo VI.

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