Basilika Mariatrost
Basilika Mariatrost

Die Basilika Mariae Geburt, auch Pfarr- und Wallfahrtskirche Graz-Mariatrost, ist eine am Purberg in Graz-Mariatrost gelegene katholische Kirche. Das im barocken Stil errichtete Gebäude gehört zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Basilika Mariatrost von Norden
Basilika Mariatrost, von der Angelus-Stiege

Die Wallfahrtskirche steht am Purberg (von „Burgberg“, 469 m Seehöhe) im Nordosten von Graz. Sie ist über die Angelus-Stiege mit 216 Stufen erreichbar. Die Basilika ist der Hochform des Kaiserbarocks zuzuordnen. Zwei fünfstöckige Fassadentürme (61 m) und eine Kuppel sind die weithin sichtbaren Merkmale des Baukörpers dieser Kreuzkuppelkirche. Sie wird von einem ehemaligen Pauliner- (1708–86) und späteren Franziskanerkloster (1842–1996) eingeschlossen. In Höhe des letzten Drittels der Angelustreppe befindet sich eine vom Grazer Künstler Erwin Huber im Jahr 2000 geschaffene mittelgroße Bronzeskulptur des Verkündigungsengels Gabriel.

Geschichte

Die Basilika um 1898

Mariatrost zählt zu den bedeutendsten Marien-Wallfahrtsorten der Steiermark. Ziel der Wallfahrer, die aus Österreich, Ungarn und Kroatien kamen, war eine wundertätige Marienstatue, die aus dem Stift Rein bei Graz stammte und in der Hauskapelle des Purbergschlössls stand. Der Besitzer des Anwesens, Franz Caspar Conduzi, übergab es daraufhin an den Orden der Pauliner. 1714 wurde nach der offiziellen Anerkennung als Wallfahrtsort der Grundstein gelegt und unter Andreas Stengg mit seinem Sohn Johann Georg Stengg der Bau begonnen. Bereits fünf Jahre später wurden erste Gottesdienste gefeiert und Kaiser Karl VI. veranlasste den Bau einer Straße von Graz nach Mariatrost, um die Erreichbarkeit des Ortes zu verbessern. Der Rohbau der Kirche wurde im Jahr 1724 fertig gestellt. Die vollständige Fertigstellung dauerte jedoch bis 1779. Wenige Jahre später mussten die Pauliner Maria Trost wegen der josephinischen Reformen verlassen. Aus der Kloster- und Wallfahrtskirche wurde eine Pfarrkirche und die an einen Fleischhauer verkauften Klostertrakte wurden in Stallungen umgewandelt. Zwischen 1846 und 1996 führten die Franziskaner den Wallfahrtsort. Im Oktober 1968 wurde in der Basilika die Mariatroster Erklärung veröffentlicht. Nachdem der Orden das Kloster 1996 verließ wird die Pfarre seither von Priestern der Diözese Graz-Seckau geführt. Der Aufschwung gipfelte am 28. Oktober mit der Ernennung der Kirche von Papst Johannes Paul II. zur Basilica minor. Im Zuge dessen fand eine umfassende Gesamtrenovierung der Anlage statt.

Gestaltung

Fassadendetail

Das Kirchengebäude mit seinen beiden vierstöckigen Türmen ist zwischen den Flügeln des Klostergebäudes eingebunden. Auf dem Langhaus der Basilika thront eine zentrale Kuppel. Auf den Seiten befinden sich Kapellen. Das Vorbild für den Kirchenbau ist die römische Jesuitenkirche Il Gesù. Im Mittelpunkt des Hochaltars steht eine spätgotische Marienstatue von 1465, welche aus dem Stift Rein stammt und 1695 durch eine barocke Ummantelung von Bernhard Echter zur Gnadenmutter umgestaltet wurde. Über ihr befindet sich eine Inschrift, die von Engeln getragen wird: Solatium vitae nostrae (Trost unseres Lebens). Das Deckengewölbe und die Seitenwände des Kircheninnenraumes sind reich mit Fresken verziert. Sie sind von den Künstlern Lukas von Schram und Johann Baptist Scheidt und entstanden zwischen 1733 und 1754. In einer Darstellung wird an den entscheidenden Sieg Österreichs über die Türken erinnert. Der Kaiser blickt mit seinen Feldherren dankend gen Himmel. Engel halten den Namen Maria in ihren Händen. Im Kuppelfresko wird die Gottesmutter Maria als Himmelskönigin verehrt und vom Licht der Heiligen-Geist-Taube umstrahlt. Die vier Evangelisten finden sich in Abbildungen am Kuppelfuß und an den Gewölbeauflagern die vier abendländischen Kirchenväter: Gregor der Große, Hieronymus, Ambrosius und Augustinus. In den Seitenkapellen der Basilika werden die Geschichte des Wallfahrtsortes mit Maria als Helferin und Trösterin gezeigt.

Das Orgelgehäuse wird von den Figuren des König David und der heiligen Cäcilia geziert. Die Kanzel wurde von Veit Königer 1779 geschaffen. Es ist darauf die Darstellung von Glaube (Kreuz), Hoffnung (Anker) und Liebe (Herz) zu sehen. Eine ähnliche Kanzel findet sich in der Pfarrkirche Nestelbach bei Graz, die ebenfalls von Königer geschaffen wurde.

Unterhalb der Baslilka, im oberen Drittel der Angelus-Treppe, befindet sich eine mittelgroße Bronzeplastik (Mariä Verkündigung) des vom Grazer Künstler Erwin Huber geschaffenen Erzengels Gabriel.

Literatur

  • Alois Kölbl und Wiltraud Resch: Wege zu Gott. Die Kirchen und die Synagoge von Graz. Styria Verlag, Graz-Wien 2004, S. 189-192.

Weblinks

 Commons: Basilika Mariatrost – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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