Basilika Notre-Dame de la Paix

Basilika Notre-Dame de la Paix

Die Basilika Notre-Dame de la Paix (frz. Unsere Liebe Frau des Friedens) in Yamoussoukro im Staat Elfenbeinküste ist das größte Kirchengebäude der Christenheit. Die Basilika wird von der Gemeinschaft der Pallottiner verwaltet und befindet sich auf dem Diözesangebiet des Bistums Yamoussoukro, ist jedoch nicht dessen Kathedrale.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der erste Präsident der Elfenbeinküste, Félix Houphouët-Boigny ernannte im März 1983 seine Geburtsstadt Yamoussoukro zur neuen Hauptstadt des Landes. Unter seiner Federführung wurden dort in der Folgezeit mehrere große Bauvorhaben in Angriff genommen, unter anderem die Errichtung einer Basilika nach dem Vorbild des Petersdoms in Rom. Die Grundsteinlegung erfolgte am 10. August 1985. Nach nur drei Jahren Bauzeit wurde die Kirche fertiggestellt. Offiziell wurde das gesamte Bauvorhaben aus dem Privatvermögen von Houphouët-Boigny bezahlt und wird seither von den Zinsen eines Schweizer Sperrkontos unterhalten.

Nach jahrelangem Warten wurde die Basilika am 10. September 1990 von Papst Johannes Paul II. im Rahmen einer Afrika-Reise der Heiligen Gottesmutter Maria geweiht.[1] Grund für die zeitliche Verzögerung war die Tatsache, dass der Papst seine Teilnahme an der Zeremonie von der Zusage abhängig machte, in der Nähe des Gotteshauses ein Krankenhaus zu bauen. Tatsächlich wurde aber mit der Realisierung dieses Vorhabens erst zehn Jahre später begonnen, eine ebenfalls angekündigte Universität befindet sich derzeit noch in der Planungsphase (Stand September 2007).

Architektur

Architekt dieser Kirche ist der gebürtige Libanese Pierre Fakhoury. Obwohl sich die Basilika baulich am Petersdom von Rom orientiert, gibt es zum Original einige Abweichungen. So ist die Kuppel etwas niedriger als beim Petersdom. Das darauf angebrachte Kreuz ist jedoch größer, womit die Basilika letztendlich eine Höhe von 158 m Höhe erreicht (siehe Liste der höchsten Kirchtürme der Welt).

Mit rund 30.000 m² Grundfläche ist die Basilika von Notre-Dame de la Paix (abgesehen von der Kuppelhöhe) höher, länger und breiter als die Kathedrale in Rom, welche eine überbaute Fläche von 15.000 m² hat. Das eigentliche Kirchengebäude ist jedoch kleiner als der Petersdom und bietet etwa 7.000 Sitz- und 11.000 Stehplätze (vgl. Petersdom: bis zu 60.000 Menschen).

Die Basilika Notre-Dame de la Paix wurde aus italienischem Marmor erbaut. Ihre Fenster zieren 7.000 m² Glasmosaikfenster, welche in Frankreich gefertigt wurden. In einem dieser Fenster ließ sich das damalige Staatsoberhaupt Houphouët-Boigny verewigen. Es zeigt Jesus mit den zwölf Aposteln sowie den Präsidenten als sozusagen 13. Apostel.

Kritik

Trotz seines im Vergleich zu den Nachbarstaaten relativen Wohlstands ist die Elfenbeinküste ein Entwicklungsland mit großen sozialen Problemen, in dem darüber hinaus der Katholizismus eine Minderheitsreligion ist. Daher kritisierten weltweit sowohl Menschenrechtsgruppen als auch viele Kirchenverbände die Zuwendungen für dieses Bauwerk, dessen Gesamtbaukosten sich angeblich auf umgerechnet über 200 Millionen Euro belaufen haben. Nicht wenige sprachen von unverantwortlicher Verschwendungssucht des Präsidenten Houphouët-Boigny, da das Geld im Sozialhaushalt des hochverschuldeten Staates wesentlich besser angelegt gewesen wäre. Auch die Beteuerungen von Houphouët-Boigny, den gesamten Bau der Basilika mit seinem Privatvermögen bezahlt zu haben, änderte nichts an der Kontroverse über die Rechtfertigung eines solchen Projektes.

Andererseits kann man auch Entwicklungsländern zugestehen, eigene herausragende Gebäude zu besitzen.

Einzelnachweise

  1. Der Heilige Stuhl: Dedicace de la Basilique de Notre Dame de la Paix - Homelie du Pape Jean-Paul II. Yamaoussoukro (Cote-d´Ivore) Lundi 10 septembre 1990

Weblinks

6.8111111111111-5.29638888888897Koordinaten: 6° 48′ 40″ N, 5° 17′ 47″ W


Wikimedia Foundation.


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.