Basis (Architektur)
Basis einer gotischen Säule

Eine Basis (lat. basis = Sockel; von griechisch βάσις básis = Fuß, Grundlage, Fundament) ist im Bauwesen der unterste Bauteil einer Säule, auf dem der Schaft aufsitzt. Die Basis kann selbst wiederum auf einem Sockel (lat. socculus = "kleiner Schuh") stehen, der meist die Form eines schmucklosen Quaders besitzt.

Die Basis hat ihren Ursprung im Holzständerbau. Unter die Holzstützen wurden Steinplatten gelegt, um zu verhindern, dass aufsteigende Bodenfeuchtigkeit die Holzstütze zerstörte und um die Druckfläche der Stütze zu vergrößern und damit ein Einsinken der Stütze in den Boden zu vermeiden.

Bereits die Säulen der Ägypter hatten einfache druckverteilende Steinplatten unter ihrem anfänglich monolithischen Säulenschäften. Die kretischen Säulen hatten dann eine ausgeformte polsterähnliche Steinplatte. Bei den Säulenordnungen der griechischen Baukunst wurde die Basis immer weiter entwickelt.

Attische Basis
Attische Basis einer Kirchensäule

Die häufig verwendete attische Basis besteht aus zwei konvexen Wulsten (Torus) und einer dazwischen liegenden Hohlkehle (Trochilus). Sie sind jeweils durch dünne Plättchen mit vertikalem Profil getrennt. Sie findet sowohl bei der ionischen wie bei der korinthischen Säule Anwendung. Durch die Aufeinanderfolge von Platten mit zum Boden hin größer werdenden Durchmessern und abwechselnder Profilierung wird der Übergang zu der großen Aufstandsfläche optisch abgefangen und ästhetisch gemildert. Lediglich die dorische Ordnung verwendet keine Basis und stellt den Säulenschaft direkt auf die oberste Stufe des Tempelunterbaues.

Die unterste Platte (Plinthe) ist eine quadratische Platte, welche sich in das Fugenbild der obersten Stufe des Tempelbaues (Krepis oder Stylobat) einfügt. Da die griechischen Tempel mit Kurvatur gebaut waren, musste unter der Plinthe ein Ausgleich zur geneigten Fläche der obersten Stufe der Krepis hergestellt werden, was durch den an die oberste Stufe angearbeiteten Keil (Scamillus) erreicht wurde.

Hatten die Basen anfänglich nur glatte Oberflächen, so findet man bei jüngeren Bauwerken reich mit Mäandern, Blattwerk und anderen Ornamenten ausgeführte Basen.

In der romanischen Baukunst und der frühgotischen Baukunst wurde der harte Übergang von der untersten Basisplatte zur quadratischen Fußplatte (Plinthe) durch die Anarbeitung von Eckblättern oder Eckspornen gemildert. Dies waren blattähnliche, knollenähnliche oder spornähnliche Verzierungen auf den vier Eckzwickeln der Fußplatte. In der Romanik wurden diese Eckzwickel auch mit Fabelwesen oder Menschenköpfen verziert.


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