Basisband
Spektrum eines beispielhaften Basisbandsignals mit der Bandbreite B

Basisband, oder auch Basisbandlage, ist ein Begriff aus der Nachrichtenübertragungstechnik. Er bezeichnet denjenigen Frequenzbereich, in dem sich das zu übertragende Nutzsignal befindet. Der belegte Frequenzbereich wird mit dem Wert der Bandbreite B ausgedrückt. Reale (und damit reelle) Basisbandsignale weisen sowohl positive als auch negative spektrale Anteile auf, die Bandbreite erstreckt sich daher im Regelfall symmetrisch von -B bis B.

Durch Modulation kann ein Basisbandsignal mittels einer Trägerfrequenz spektral in einen anderen Frequenzbereich verschoben werden um es auf einen Übertragungskanal anzupassen. Dieser Fall wird auch als Bandpasslage oder Trägerfrequenzlage des Signals bezeichnet. Durch den Umstand, dass das Basisbandsignal im Regelfall positive und negative Frequenzen umfasst, weist auch die Bandpasslage je nach Modulationsverfahren unter Umständen ein oberes bzw. unteres Seitenband symmetrisch um die Trägerfrequenz auf. Die Bandbreite in Bandpasslage muss dabei nicht der Bandbreite in Basisband entsprechen - die Relation dazwischen wird bei der Frequenzmodulation als Modulationsindex und bei der Phasenmodulation als Phasenhub bezeichnet. Spezielle Modulationsverfahren, welche eines der beiden Seitenbänder bei der Modulation unterdrücken, werden als Einseitenbandmodulation bezeichnet.

Anwendungen

Als konkretes Beispiel für eine Basisbandübertragung sei die analoge Telefonie bei einem Festnetzanschluss erwähnt: Dabei werden Frequenzen am Telefonanschluss im Basisband von 300 Hz bis 3400 Hz übertragen. Das heißt, ein bestimmter Ton mit einer Frequenz von beispielsweise 1000 Hz ist auch im Telefonanschlusskabel als ein elektrisches Signal mit einer Frequenz von 1000 Hz repräsentiert.

Andere Anwendungen von Basisbandübertragungen sind beispielsweise im LAN-Bereich bei Ethernet und Token Ring anzutreffen. Auch Fernsehsignale, die über SCART- oder Videobuchsen des Fernsehgerätes laufen, sind im Basisband angesiedelt – im Gegensatz zu Signalen über Antennenbuchsen.

Wird beispielsweise auf Leitungen Multiplexing zur gleichzeitigen Übertragung mehrerer Signale eingesetzt, ist die Basisband-Übertragung nicht mehr möglich. Im Fall des Frequenzmultiplexens wird das Basisbandsignal durch Modulation in einen höheren Frequenzbereich verschoben.

Bei Funkübertragungen ist es immer erforderlich, das Basisbandsignal auf eine Trägerfrequenz aufzumodulieren, da sich die niedrigen Frequenzen eines Basisbandsignals meistens schwer oder nicht per Funk übertragen lassen. Durch Wahl unterschiedlicher Trägerfrequenzen können so verschiedene Sender gleichzeitig senden, ohne sich gegenseitig zu stören. Bei reiner Basisbandübertragung in einem gemeinsam benutzten Übertragungskanal käme es zu massiven gegenseitigen Beeinflussungen und Störungen.

In der Funktechnik ist vor der Modulation und nach der Demodulation das zu übertragene Nutzsignal „im Basisband“. In anderen Stufen der Übertragung ist das Nutzsignal dann beispielsweise auf die Trägerfrequenz aufmoduliert, oder es befindet sich im Zwischenfrequenzbereich.

Literatur

  • Rudolf Mäusl, Jürgen Göbel: Analoge und digitale Modulationsverfahren. Basisband und Trägermodulation. Hüthig, Heidelberg 2002, ISBN 3-7785-2886-6.

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