Baskisches Kreuz
Ein Beispiel für ein Lauburu: Jeder Arm kann mit drei Bögen eines Zirkels gezeichnet werden.

Das Lauburu oder das Baskische Kreuz besteht aus vier Armen, die wie ein Komma geformt sind und vergleichbar sind mit dem japanischen Tomoe. Diese Kreuzform trifft man heutzutage relativ häufig an.

Inhaltsverzeichnis

Konstruktion

Die recht einfache Form des Lauburus kann man mit Hilfe eines Zirkels und eines Lineales relativ einfach herstellen. Man beginnt mit einem Quadrat. Von der Mitte der Seiten zum Quadratmittelpunkt wird dann ein Halbkreis gezogen. Der andere im Radius um die Hälfte reduzierte Halbkreis geht ebenfalls vom Quadratmittelpunkt aus. Der letzte Schritt ist, die beiden Halbbogenenden mit einem weiteren Halbkreis zu verbinden.

Herkunft des Wortes

Der baskische Begriff lau buru bedeutet "vier Köpfe", "vier Enden" oder "vier Gipfel". Die Herkunft des Wortes ist nicht eindeutig geklärt.

Es wird auch behauptet, dass der Begriff aus der Volksetymologie stammt und auf das lateinische labarum angewendet worden ist. Das lateinische Wort könnte dann von einem anderen ursprünglich keltischen Symbol, dem sogenannten lábaro, abgeleitet worden sein. Der spanische Historiker Fidel Fita jedoch glaubte an die umgekehrte Version, in dem der Begriff labarum, der in der Zeit von Augustus auftaucht, aus dem Baskischen adaptiert wurde[1].

Bedeutung

Die Lyra der Marquesa de Santa Cruz (gemalt von Francisco de Goya um 1805) wurde mit einem Lauburu dekoriert.

Historiker und andere Forscher streiten sich um die allegorische Bedeutung des alten Symbols Lauburu. In einigen Fällen wird behauptet, dass es für Laurak Bat, d.h. die "vier Köpfe" bzw. die "vier Regionen" des Baskenlandes (Álava, Vizcaya, Guipúzcoa, Navarra) steht. Aber es erscheint in keinem der sieben Wappen der Regionen, die das Baskenland bilden, dazu gehören Navarra, Guipúzcoa, Vizcaya, Álava, Labourd, Soule und Niedernavarra. Der baskische Intellektuelle Imanol Mújica hat behauptet, dass die Köpfe den Geist, das Leben, das Bewusstsein und die Form symbolisieren.

Sabino Arana hat das Lauburu als ein Sonnensymbol interpretiert, um so seine Theorie eines baskischen Sonnenkults zu untermauern (publiziert in Euzkadi). Diese Theorie basiert aber wohl auf einer falschen Herleitung des Begriffs.

Das Symbol soll in seiner positiven Form (nach rechts gewandt) das Leben versinnbildlichen, und in seiner negativen Form (nach links gewandt) den Tod. Daher findet man auf baskischen Grabsteinen oft das nach links gewandte Lauburu. Es wird aber auch heute noch verschiedentlich diskutiert, welche Richtung für "Kreation" steht, d.h. für Leben und Wohlstand, und welche für "Destruktion", d.h. Tod und Unglück.

Eine andere Interpretation des Lauburus ist, dass die runden Köpfe durch die Rotation des Kreuzes entstehen, und so die energetischen Elemente und das energetische Universum repräsentieren.

Im allgemeinen wird das Lauburu als ein Symbol für Wohlstand verwendet.

Verbreitung und Geschichte

Das Symbol wurde auf alten Stelen gefunden. In der darauffolgenden Zeit, d.h. nach der Zeit der Antoninen bis in die Moderne, konnten durch M. Camille Julián[2] keine Art der Swastika, weder in gerundeter noch in gerader Form im Baskenland nachgewiesen werden. Swastikas mit geraden Linien wurden dort nicht vor dem 19. Jahrhundert verwendet

In dem Werk Archidoxis Magicae von Paracelsus erscheint ein Symbol[3], das dem Lauburu sehr ähnlich ist, das wohl zu dem Zweck gemalt wurde, um Tiere zu heilen. M. Colas hält eine Beziehung zwischen der Swastika und dem Lauburu für unwahrscheinlich. Er sieht den Ursprung bei Paracelsus und glaubt, dass das Symbol die Grabstätten von Tier- und Seelenheilern (Priester) zierte.

Zum Ende des 16. Jahrhunderts, taucht die runde Swastika im Baskenland häufig als dekoratives Element auf; so findet man das Symbol z. B. auf Holztruhen oder Gräbern, vielleicht als eine andere Form des Grabkreuzes[4]. Heute findet sich das Lauburu auch in Todesanzeigen baskischer Nationalisten anstelle des christlichen Kreuzes. Viele baskische Häuser tragen das Lauburu über dem Eingang; sie sehen es als einen Glücksbringer oder Talisman.

Die Verwendung des Lauburu als Symbol für die baskische Kultur wurde wie andere kulturelle Bereiche unter Francisco Franco unterdrückt. Die 1930 gegründete linksnationalistische baskische Partei ANV (Acción Nacionalista Vasca, baskisch EAE, Eusko Abertzale Ekintza) verwendet das Lauburu in ihrem Parteisymbol.

Siehe auch

Quellen

  1. Brief von Fita an Fernández Guerra, reproduziert in seinem Werk Cantabria, Fussnote 8, Seite 126, reproduziert in Historia crítica de Vizcaya y de sus Fueros, herausgegeben von Gregorio Balparda, nach der Webseite "Auñamendi Entziklopedia"
  2. M. Camille Julián in seinem Vorwort zu La tombe basque, nach der Webseite Lauburu: La swástika rectilínea ("Auñamendi Entziklopedia").
  3. Bild in der "Auñamendi Entziklopedia".
  4. Lauburu: Conclusiones in "Auñamendi Entziklopedia".

Weblinks


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