Bassin de Thau
Sète; rechts der Étang de Thau
Mèze Hafen
Balaruc-le-Vieux

Der Étang de Thau (auch Bassin de Thau, deutsch: Thau-See), ist eine 18 km lange Lagune südwestlich der Stadt Sète an der westlichen Mittelmeerküste Südfrankreichs. Der See hat eine Fläche von 80 Quadratkilometern (8000 Hektar) und einen Umfang von 55 km, bei durchschnittlicher Wassertiefe von 4m. Der Étang de Thau ist Endpunkt des Canal du Rhône à Sète und Anfangspunkt des Canal du Midi, der nach Toulouse weiterführt.

Der Étang de Thau entwickelt durch seine Größe schon bei relativ leichten Winden einen vergleichsweise hohen Wellengang. Der See ist deswegen, aber auch wegen seiner unberechenbaren Untiefen, nicht zu unterschätzen.

Inhaltsverzeichnis

Die Entwicklung der Lagune

Früher hatte die Lagune direkten Zugang zum Meer. Heute wird die Lagune durch die Sandbank "Le Toc" fast vollständig vom Meerwasser abgetrennt, die kilometerlange Sandstrände bietet. Der See wird durch den Canal du Midi mit kalkreichem Süßwasser aus den Pyrenäen versorgt und bietet mit seiner dörflichen Umgebung ideale Möglichkeiten für Austernzucht (am Westufer) und Vögel (generell, z. B. Flamingos). In Balaruc-les-Bains ist gleichzeitig ein Taucherzentrum. Der nördliche Teil der Lagune beherbergt heute eine der größten Austernplantagen der Welt. Der südliche Teil wird sowohl von Wassersportlern besucht, als auch von zahlreichen Touristen, für die die Überquerung des Bassins meist den Höhepunkt der Reise darstellt.

Festival de Thau

Die Stadt Mèze am Étang de Thau führt im Juli alljährlich ein "Festival de Thau" durch. Der Schwerpunkt liegt auf afrikanischer und schwarz-amerikanischer Musik, kombiniert mit sozialpolitischen Themenreihen.

Die Überquerung des Étang de Thau als Tourist

Neben der großen Rolle, die der Étang für die Austernzucht und Wassersportler hat, ist er auch für Touristen, die den Canal du Midi oder den Canal du Rhône à Sète befahren, von großer Bedeutung. Auf letzterem existiert im Gegensatz zum Canal du Midi (bis auf sehr wenige Ausnahmen) noch kommerzieller Schiffsverkehr.

Da in Frankreich kein Führerschein für die von den verschiedenen Agenturen vermieteten Hausboote benötigt wird, der Étang de Thau unter ungünstigen Wetterbedingen jedoch verschiedene Gefahren birgt, entsteht hier eine recht große Diskrepanz zwischen Erfahrung der Freizeitkapitäne und den Anforderungen des Gewässers. Grundsätzlich ist die Navigation über den Étang de Thau nur bei günstigen Windverhältnissen erlaubt, des Weiteren existieren verschiedene Auflagen zum Schutze des Gewässers, an die sich die Besatzung während der Überquerung halten muss.

Im weiteren Verlauf wird die Überquerung vom Canal du Midi aus Richtung Sète mit späterem Einfahren in den Canal du Rhône à Sète, also von West nach Ost, beschrieben. Die letzten Kilometer auf dem Canal du Midi führen durch recht karge Vegetation in nordöstlicher Richtung vorbei am letzten Anlegeplatz "Les Onglous" hinaus in den Étang de Thau.

Sollte ein Zwischenstopp in einem der Häfen der an den Étang angrenzenden Orte geplant sein, sollte unbedingt berücksichtigt werden, dass die Navigation auf dem Étang bei Dunkelheit nicht gestattet ist. Die Überquerung dauert ohne Zwischenstopps bereits mindestens drei Stunden. Es ist weiterhin vorgeschrieben, sich vor der Überquerung telefonisch über die Wind- und Wetterverhältnisse zu informieren. Für diesen Zweck wurde eine Telefonauskunft eingerichtet, die in deutsch, englisch und französisch alle 30 Minuten aktuelle Wetterinformationen zur Überquerung des Étang de Thau bereithält. Die Nummer erhält man im Rahmen der Einweisung beim Bootsvermieter.

Im Norden des Étang de Thau befinden sich fast über seine gesamte Länge Austernbänke, im Süden ist man nur durch die Sandbank "Le Toc" vom Mittelmeer getrennt. Die optimale Fahrtlinie verläuft einige Meter südlich entlang der Austernbänke, die man also als Orientierung verwenden sollte. Zu weit südlich fahrend, läuft man Gefahr, in Untiefen zu geraten. Nach dem Verlassen des Canal du Midi korrigiert man den Kurs zunächst nach Osten, um die recht schmale Eingangspassage zwischen "Le Toc" im Süden und den ersten Austernbänken zu passieren. Im Folgenden gilt es, weitestgehend parallel zu den Austernbänken zu fahren, bis diese durch die Einfahrt in den Hafen von Mèze unterbrochen werden. An diesem Punkt ist etwa die Hälfte des Étang de Thau überquert.

Bei klarer Sicht kann man hier bereits mit dem Fernglas den "Rocher de Roquerols" erkennen, der die Einfahrt in den Hafen von Sète markiert. Für die Weiterfahrt auf dem Canal du Rhône à Sète nimmt man Kurs auf den Rocher de Roquerols in der Einfahrt zwischen Balaruc-les-Bains und Sète. Auch hier empfiehlt sich das Fahren parallel zu den zweiten Austernbänken, die östlich von Mèze beginnen. Sobald die Einfahrt am Rocher de Roquerols passiert ist, würde man im Süden den Hafen von Sète erreichen, die Einfahrt in den Canal du Rhône à Sète befindet sich weiter östlich, man kann also den Kurs in etwa beibehalten. Am einfachsten findet man die recht schmale Einfahrt, indem man mit dem Fernrohr nach einer auffälligen Autobahnbrücke sucht, die den Kanal kurz nach dessen Mündung überquert. Mit der Einfahrt in den Canal du Rhône à Sète hat man den Étang de Thau erfolgreich passiert. Auf dem Canal du Rhône à Sète sollte berücksicht werden, dass die Berufsschifffahrt immer Vorrang hat.

Diese Route ist zwar eine sehr populäre, aber sicher nicht die einzige Art und Weise, den Étang de Thau zu überqueren. Wenn die grundsätzlichen Regeln beachtet werden, ist die Überquerung auch für unerfahrene Kapitäne ohne große Gefahren zu bewerkstelligen. Die besondere Atmosphäre eines so großen Gewässers und die atemberaubende Natur machen die Überquerung zu einem einzigartigen Erlebnis.

Städte/Orte am Étang de Thau

Marseillan, Mèze, Bouzigues, Balaruc-les-Bains, Sète


43.410043.624127Koordinaten: 43° 24′ 36″ N, 3° 37′ 27″ O


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