A-Schlauch
Gerollter C-Schlauch mit Schlauchträger

Ein Feuerwehrschlauch ist ein essentieller Ausrüstungsgegenstand der Feuerwehr und hat die Aufgabe, das Löschmittel Wasser oder Wasser/Schaum-Gemische über Wegstrecken zu fördern. Die Schläuche lassen sich grob in zwei Typen unterscheiden: Schläuche, durch die eine Flüssigkeit gesaugt werden kann (Saugschläuche) und Schläuche, die unter Druck Wasser weiterleiten (Druckschläuche). In Europa hat sich zum Verbinden der Schläuche die Knaggenkupplung, auch Storz-Kupplung genannt, durchgesetzt. Diese Kupplung ist hermaphrodit, das heißt es gibt im Gegensatz zu der in den USA üblichen Gewindekupplung keine verschiedenen Feuerwehrkupplungen an den Enden der Schläuche. Von diesen Feuerwehrkupplungen leitet sich auch die Größenbenennung (A,B,C,D) ab. Ein Schlauch mit zB. der Bezeichnung Druckschlauch C-42-15 bezeichnet einen Schlauch mit mit Storz-Druckkuplungen der Größe C, Innendurchmesser 42mm und einer Länge von 15m.

Inhaltsverzeichnis

Druckschläuche

Druckschläuche haben die Aufgabe der Wasserweiterleitung. Sie werden vorwiegend bei der Brandbekämpfung verwendet, bei der mit entsprechend kombinierten Strahlrohren Löschmittel abgegeben werden kann. Sie bestehen daher auch aus schwer brennbaren Faserstoffen (Polyester). Druckschläuche haben im Allgemeinen eine flexible Form, das heißt sie lassen sich flach zusammenfalten, wenn sie nicht unter Druck stehen. Dies hat den Vorteil, dass sie sich platzsparend transportieren lassen. Der übliche Betriebsdruck liegt zwischen fünf und zehn bar, der Prüfdruck jedoch bei acht bar bei A- und D-Schläuchen und 12 bar bei B- und C-Schläuchen. Der Zerplatzdruck beträgt 25 bar, d. h. neue Schläuche müssen 24 bar ohne Zerplatzen aushalten. Praktisch platzen fabrikneue Schläuche aber erst bei einem Druck von 50–60 bar.

Größe Durchmesser in mm genormte Längen in m
F 150 /
A 110 5/20
B 75 5/20/35 (nur auf Drehleitern)
C 42/52 15/30 (nur bei Schnellangriffseinrichtungen)
D 25 5/15
HD 28 15
Es sind auch beliebige andere Schlauchlängen möglich, die dann jedoch nicht genormt und/oder sehr ungebräuchlich sind.

Druckschläuche der Größe F werden überwiegend zur Förderung größerer Wassermengen in Verbindung mit speziellen Pumpen und Verlegesystemen (z.B. HFS-Abrollbehälter) benutzt.

Druckschläuche der Nenngröße A werden überwiegend bei hochspezialisierten Werkfeuerwehren großer Chemiebetriebe für große Förderleistungen eingesetzt. Auch bei Einheiten des Katastrophenhilfsdienstes werden sie zur Förderung von großen Mengen beispielsweise bei Pumparbeiten nach Hochwasser eingesetzt. Bei einzelnen öffentlichen Feuerwehren kommen hingegen A-Druckschläuche kaum zum Einsatz.

Üblicherweise werden die Schläuche doppelt zusammengelegt und dann gerollt und bei manchen Nutzern mit einem Gurt, dem Schlauchträger oder Schlauchriemen zusammengehalten. So sind jeweils beide Kupplungen an der Außenseite des gerollten Schlauches, was das Ausrollen des Schlauches wesentlich erleichtert. Eine weitere Möglichkeit ist die Aufbewahrung der in Buchten gelegten Schläuche in Schlauchtragekörben. Ein Korb fasst in der Regel drei bis vier aneinander gekuppelte C-Schläuche und bietet so dem Löschtrupp genügend Schlauchreserve.

Sie können aber auch zusammengefaltet wie Endlospapier in ein Schlauchfahrzeug gelegt werden, so dass der Schlauch aus dem langsam fahrenden Schlauchfahrzeug direkt ausgelegt werden kann.

Auch Schlauchhaspeln sind ein Mittel, womit schon zusammengekuppelte Schläuche aufgerollt und bei Bedarf in kurzer Zeit heruntergezogen werden können.

Können die Schläuche immer relativ einfach ausgerollt werden, so ist bei jeder Art der Aufbewahrung am Ende des Einsatzes das Zusammenrollen der Schläuche eine leidige und zeitraubende Arbeit. Gebrauchte Schläuche werden einfach gerollt transportiert. Schlauchhaspeln oder andere Vorrichtungen können diese Arbeit zwar etwas erleichtern, aber nicht ganz abnehmen.

Früher wurden Druckschläuche durch nahtloses Weben aus Naturfasern wie Hanf oder Flachs gefertigt. Die Dichtheit des Gewebes wurde durch das Aufquellen der nassen Fasern erreicht. Die Naturfasern hatten jedoch nur eine begrenzte Haltbarkeit, da sie beispielsweise schimmeln konnten, und nach Gebrauch immer sofort beispielsweise im Schlauchturm getrocknet werden mussten. Außerdem waren sie nach dem Einsatz steif und konnten erst nach dem Trocknen wieder normal gerollt werden. Später versuchte man dann, die Schläuche durch Bestreichen von innen oder Ausgießen mit Teer abzudichten, was aber den Nachteil hatte, dass die Schläuche verkleben konnten, Erst durch den Einsatz von Buna (synthetischem Kautschuk) gelang es, dies zu vermeiden. Moderne Schläuche sind aus strapazierfähigerem Kunstfasergewebe (Polyester) gewebt, das seine Dichtigkeit durch eine zusätzliche innere Gummierung erhält.

Druckschläuche-HD

Druckschläuche-HD sind Hochdruckschläuche, die einen Druck bis 40 bar aushalten. Sie sind meist als formbeständig ausgeführt und auf einer Schnellangriffsvorrichtung aufgerollt. Zusätzlich können noch faltbare Schläuche mit 15 Metern Länge mitgeführt werden (hauptsächlich in Österreich, in der BRD kaum). Hochdruckschläuche werden benötigt, wenn sogenannte Hochdruckpumpen zum Einsatz kommen, da andere Schläuche Druckschläuche für einen Arbeitsdruck von etwa 10 bar ausgelegt sind. Wegen des besonders hohen Druckes müssen die Kupplungen der HD-Schläuche aus Messing gefertigt sein, da Aluminium für die entstehenden Kräfte nicht geeignet ist.

Druckschlauch-S

Der Druckschlauch-S ist ein formbeständiger Druckschlauch in den Durchmessern 19, 25 und 33 mm für Schnellangriffseinrichtungen auf Feuerwehrfahrzeugen. Er ist auf einer speziellen, fest montierten Haspel aufgewickelt, die fest mit der Pumpe des Fahrzeugs verbunden ist. Durch die Formbeständigkeit kann auch durch den noch aufgerollten Schlauch Wasser gefördert werden.

Druckschlauch-W

Der Druckschlauch-W ist ebenso wie der Druckschlauch-S ein formbeständiger Druckschlauch, jedoch wird er bei Wandhydranten verwendet und ist etwas leichter und weniger strapazierfähig.

Saugschläuche

Saugschlauchende Größe A

Saugschläuche sind im Gegensatz zu Druckschläuchen formstabil, damit sie sich nicht durch den beim Saugvorgang auftretenden Unterdruck zusammenziehen. Sie werden als Saugleitung an den Saugeingang einer Feuerlöschkreiselpumpe angeschlossen und zur Wasserentnahme aus offenen Gewässern mit einem Saugkorb abgeschlossen.

Größe Durchmesser in mm genormte Länge in m
A 110 1,6/2,5
B 75 1,585
C 52 1,580

Ein spezieller Saugschlauch der Nenngröße D, der D-Ansaugschlauch, wird zum Ansaugen von Schaummittel aus einem Kanister in den Zumischer verwendet. Er ist nur an einem Ende mit einer Kupplung versehen, das andere Ende ist einfach abgeschnitten, meist mit V-förmigem Einschnitt, um ein Festsaugen im Schaummittelkanister zu verhindern.

Historisches

Die ersten Feuerwehrschläuche wurden bereits im antiken Griechenland unter Alexander dem Großen verwendet. Sie gerieten allerdings später wieder in Vergessenheit. Erst unter dem holländischen Kunstmaler und Brandmeister Jan van der Heyde, der einen Schlauch aus Segeltuch fertigte, fand ab 1673 der Feuerwehrschlauch seine weite Verbreitung. Von da stammt auch der Name Holländer für die alten Schlauchkupplungen. Der Weber Johann Christoph Beck stellte um 1700 den ersten aus Hanf gewebten Schlauch her. 1781 ließ Herzog Karl August von Sachsen-Weimar nahtlose Schläuche weben, die durch ihre Quellfähigkeit dicht wurden.

Der erste gummierte Schlauch wurde im Jahre 1865 auf dem deutschen Feuerwehrtag in Leipzig vorgestellt. In den Jahren 1809–1870 wurden auch genietete Lederschläuche verwendet. Da die Erhaltungskosten, welche die Pflege der Lederschläuche erfordert hatte, wegfielen (diese mussten nach jedem Gebrauch mit Fett eingerieben werden, um geschmeidig zu bleiben), wurden die Lederschläuche schon bald von den wesentlich günstigeren Hanfschläuchen verdrängt.

Siehe auch

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