Bastardfaden

Der Bastardfaden ist in der Heraldik (Wappenkunde) eins der geläufigsten Beizeichen und steht für die uneheliche Herkunft des Trägers (eines „Bastards“) aus dem (Hoch-)Adel.

Ein weiteres Bastardzeichen war der sog. Schräglinks-Einbruch, eine Art verkürzter Faden.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Er ist ein schmaler Faden von unterschiedlicher Farbe (bzw. unterschiedlichem Metall), der von links oben nach rechts unten aus heraldischer Sicht (von rechts oben nach links unten aus Sicht des Betrachters) über das Vaterwappen des Bastards führt (Schräglinksfaden). So wurde kenntlich gemacht, dass der Träger illegitimer Geburt war und kein Familienanrecht hatte.

Verwendung

Jean de Dunois' Wappen

Bastarde hatten nicht das Recht auf das Wappen und den Namen des Vaters, aber ein hohes Interesse, das väterliche Wappen zu zeigen. Doch nur der jeweilige Herrscher konnte der Person dieses Wappen – dann aber mit dem Bastardzeichen – verleihen. Prominentes Beispiel war im Mittelalter Jean de Dunois, bekannt als "Bastard von Orléans": Er führte auf blauem Grund drei goldene Lilien, darüber ein silberner Turnierkragen, überdeckt von einem silbernen Bastardbalken.

In Westeuropa wurden Beizeichen häufiger verwendet als in Mitteleuropa.[1].

In der älteren Literatur wird der in der ständischen Gesellschaft sehr geläufige Bastardfaden oft angesprochen (etwa durch den Bastard von Orléans in Schillers Die Jungfrau von Orléans). Vladimir Nabokov benutzte ihn noch 1947 als Romantitel (Bend Sinister).

Siehe auch

Hochadel, Bastard, Bastardwappen, Beizeichen

Einzelnachweise

  1. Vgl. Konrad Fuchs, Heribert Raab: Wörterbuch Geschichte. München 1987, ISBN 3-423-03364-9, S. 83.

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