Bataillonskommandeur
NATO Zeichen für Bataillon

Bataillon ist die Bezeichnung für einen Verband in Streitkräften.

In ihm sind mehrere Kompanien oder Batterien einer Truppengattung, aber zum Teil unterschiedlicher, sich ergänzender Ausrüstung zu einer organisch zusammengesetzten Truppe zusammengefasst. Je nach Truppengattung umfasst es 300 bis 1200 Soldaten.

Geführt wird ein Bataillon von einem Bataillonskommandeur, meist im Rang eines Oberstleutnants. Der nächstgrößere militärische Verband ist das Regiment.

Historische Entwicklung

Bataillon eines kaiserlichen Regiments nach Montecuccoli

Das Wort „Bataillon“ kommt vom französischen Wort bataille (‚Schlacht‘, ‚Schlachtordnung‘); bataillon heißt daher eine zur Schlacht aufgestellte Abteilung. Man bezeichnete mit diesem Wort im 15. und 16. Jahrhundert jeden selbstständigen Schlachthaufen des Fußvolkes ohne Rücksicht auf seine Stärke, der in Form eines Vierecks auftrat und daher in Deutschland auch Geviert- oder Gewalthaufen hieß. Man nannte eine einzelne in Schlachtordnung aufgestellte Infanterie-Kompanie ebenso „Bataillon“ wie ein zur Schlacht geordnetes Regiment. Der Ausdruck diente nur zur Bezeichnung einer Aufstellung für den Kampf (Otto Quenstedt: Wort und Brauch im deutschen Heer. Hamburg 1976, S. 116).

Mit den Hugenotten kam der Begriff im 17. Jahrhundert auch nach Deutschland. Im Zuge der zu dieser Zeit stärkeren Untergliederung der Schlachtordnung auf kleinere Formationen des Fußvolkes mit festen Größen wurde der neue Begriff anstelle des älteren Schlachthaufens für diese eingeführt. Die endgültige einheitliche Einführung des Begriffs für feste Unterabteilungen der Infanterieregimenter, die mehrere Kompanien umfassten, erfolgte in Frankreich 1635, in Preußen 1686 und in Österreich 1695.

Die Einführung des Steinschlossgewehrs mit Bajonett ließ die Bedeutung des Bataillons wachsen, so dass es Anfang des 18. Jahrhunderts zur größten taktischen Einheit der nach der Lineartaktik kämpfenden Infanterie wurde. Im 18. Jahrhundert wurden in Preußen auch so genannte Freibataillone errichtet, die keinem Regiment zugeordnet waren, sondern selbständige Verwaltungseinheiten darstellten (in der Hauptsache Jägerbataillone).

Im 17. Jahrhundert bestand das Bataillon in den verschiedenen Ländern aus 4 bis 17 Kompanien mit 500 bis 1000 Mann. Das preußische Bataillon mit 1000 Mann in 4 bis 5 Kompanien wurde im 18. Jahrhundert zum Vorbild für andere Heere. Es war eine taktische Formation, die zum Gefecht in zwei Flügel mit je zwei Divisionen zu je zwei Pelotons gegliedert wurde. Leichte Artillerie (Bataillonsgeschütze) konnte beigegeben werden. Angeregt durch die Erfolge Napoleons mit der Kolonnentaktik, setzte sich ab 1815 die Bataillonskolonne in ganz Europa durch. Die Erfolge Preußens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts machten das preußische Bataillon dieser Zeit, mit 4 Kompanien zu je drei Zügen und mit einer Kriegsstärke von 26 Offizieren und 1054 Unteroffizieren und Mannschaften (1914), zum richtungweisenden Modell. Ebenfalls in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden vermehrt selbständige Bataillone (die keinem Regiment zugeordnet waren, sondern Divisionen oder Korps direkt unterstanden) aus Spezialtruppen aufgestellt. Zu nennen sind hier in erster Linie die Pioniere, der Train, Luftschiffer, Telegrafen und ähnliche.

Im Ersten Weltkrieg sank die Stärke der Bataillone in Deutschland aufgrund der höheren Feuerkraft einerseits, wegen Personalmangels andererseits, auf 650 Mann, die sich in vier Kompanien zuzüglich einer MG-Kompanie gliederte. Nach dem Krieg wurde das Infanterie-Bataillon nicht wesentlich umgegliedert und trat auch im Zweiten Weltkrieg mit etwas über 800 Mann (inkl. 23 Offiziere) in 3 Kompanien und eine MG-Kompanie (zusätzlich Bataillonsstab und Nachrichtenstaffel) an (Stärke im Mai 1941).

Bundeswehr

Die Bezeichnung Bataillon war bis zur Aufstellung der Bundeswehr auf die Fußtruppen beschränkt. Entsprechende Artillerie-, Panzer- und andere Verbände nannte man Abteilungen. In der Bundeswehr wurde im Heer die Bezeichnung Bataillon erstmals auf alle Truppengattungen angewendet. Die Geschwader der Luftwaffe - etwa entsprechend dem Regiment im Heer - sind in „Gruppen“, z. B. Technische Gruppe oder Fliegende Gruppe, gegliedert.

Das Wachbataillon der Bundeswehr mit über 1.800 Soldaten (entspricht etwa Regimentsstärke) hat seine Bezeichnung aus Gründen der Tradition.

Schweizer Armee

In der Schweizer Armee wird bei der Artillerie, Übermittlungstruppen und der Schweizer Luftwaffe ebenfalls der Begriff Abteilung anstelle von Bataillon verwendet.


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