Valle des los Caidos
Hochaltar
Valle de los Caídos
Valle de los Caídos von innen

Das Valle de los Caídos, mit vollem Namen Monumento Nacional de Santa Cruz del Valle de los Caídos (Nationalmonument des Heiligen Kreuzes im Tal der Gefallenen), ist ein Monument bei Cuelgamuros in der Nähe von El Escorial in der Sierra de Guadarrama in Spanien, in dem sich die Grabstätten des Diktators Francisco Franco und des Gründers der faschistischen Bewegung Falange Española, José Antonio Primo de Rivera, befinden. Es gilt als eines der größten neueren Mausoleen der Welt und als das bedeutendste architektonische Symbol der Diktatur Francos. "Der Sieger Franco liess es sich zu seinen Lebzeiten und zur fortdauernden Verherrlichung der Falange-Diktatur erbauen." (NZZ, 20. Oktober 2007)

Der Komplex wird jährlich von ca. 400.000 Touristen, aber auch zahlreichen Anhängern des Franco-Regimes und der Falange aufgesucht.[1]

Das von Pedro Muguruza und Diego Méndez errichtete Monument besteht aus einem 150 Meter hohen[1] und rund vierzig Meter breiten Betonkreuz auf dem Berggipfel Risco de la Nava (dem höchsten freistehenden Kreuz der Welt[1], flankiert von den vier Evangelisten und den vier Kardinaltugenden), einem großen Aufmarschplatz, einem Benediktinerkloster (Abadía Benedictina de la Santa Cruz del Valle de los Caídos) und einer Basilika. Mit 263 Metern Länge[1] soll es sich dabei um die längste Kirche der Welt handeln.

Die Basilika, eine riesige künstliche Höhle, wurde ab 1940, als Franco den Bau dekretierte, von 20.000 Zwangsarbeitern - politischen Gefangenen, denen eine Haftzeitverkürzung in Aussicht gestellt wurde - unter schwierigsten Bedingungen in den Fels der Sierra de Guadarrama getrieben. Die Arbeiten zogen sich über 18 Jahre hin, da es im vom Bürgerkrieg zerstörten Spanien kaum Maschinen gab. Das Monument wurde am 2. April 1959 von Franco eingeweiht, 20 Jahre nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs. 1960 erhob Papst Johannes XXIII. die Kirche zur Basilica minor.

Kuppel der Basilika
Francos Grab

Unter der 42 Meter hohen Kuppel befinden sich die Gräber Francos und von Primo de Rivera. Direkt über dem Grab Francos wird täglich die Eucharistie von Mönchen des mit der Stätte verbundenen Klosters gefeiert.

In einem angrenzenden Schrein ruhen die Gebeine von etwa 30.000 Gefallenen des spanischen Bürgerkriegs[1]. Im Kloster befinden sich Akten mit den Lebensdaten von etwa der Hälfte der Beigesetzten. Sie gehörten überwiegend der antirepublikanischen Partei Francos an. Auch Gebeine von republikanischen Gefallenen gelangten nach Fürsprache der katholischen Kirche in das Monument - in erster Linie durch Umbettung aus Massengräbern mit nicht identifizierten Gefallenen beider Lager, die seit Ende des Bürgerkriegs bis 1983 stattfanden. Soweit identifizierte republikanische Gefallene beigesetzt wurden, geschah dies nur, wenn die Familie des Toten eindeutig den katholischen Glauben des Gefallenen nachweisen konnte.

Die Wände des Kirchenschiffs bedecken große Wandteppiche mit Szenen der Apokalypse des Johannes.

Die spanische Rechte nutzt das Valle de los Caídos bis heute, um dort Primo de Riveras junior und Francisco Francos zu gedenken, vor allem anlässlich des Todestages der beiden, dem 20. November („20-N“).

2005 haben Verbände der Opfer des Franquismus vorgeschlagen, diesen Ort in ein Dokumentationszentrum der franquistischen Diktatur umzuwandeln. Entsprechende Vorschläge, die sowohl in der spanischen Regierung als auch im Rat der Europäischen Union diskutiert werden, haben aber bisher keine konkreten Beschlüsse über die Zukunft des Denkmals zur Folge gehabt, da die Einrichtung einer Forschungsstelle an diesem Ort als nicht durchsetzbar gilt. Daher sieht der Gesetzentwurf lediglich vor, dass auf dem kirchlichen Gelände politische Bekundungen verboten werden sollen. Selbst dieser Minimalkonsens gilt noch als umstritten.[1]

2007 wurde von allen parlamentarischen Parteien der Verfassungskomission der Beschluss gefasst, die Gedenkstätte zu entpolitisieren und jegliche Art politischer Aktionen, Demonstrationen und Sympathiebekundungen zu verbieten.

Weblinks

Quellen

  1. a b c d e f FAZ am Sonntag, 19. 11. 2006, S. V3: Sören Meschede, „Das Kreuz mit Franco“

40.641944444444-4.15527777777787Koordinaten: 40° 38′ 31″ N, 4° 9′ 19″ W


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