Bath-Orden
Insignien des Knight Grand Cross des Ordens
Insignien des Knight Grand Cross der zivilen Ausführung
Insignien des Knight Grand Cross der Ausführung für Militärs
Militärisches Kreuz GCB
Inhaber des Ritter-Großkreuzes trugen im 18. Jahrhundert historisierende Kostüme des 17. Jahrhunderts. Heute wird der Mantel über dem Anzug getragen
Großherzog Adolf Friedrich V. (Mecklenburg) mit der Ordenskette erster Klasse

Der Most Honourable Order of the Bath (englisch, Bathorden, wörtlich Höchst Ehrenvoller Orden vom Bade) ist der viertwichtigste Orden der britischen Krone. Er wurde 1399 von Heinrich IV. gestiftet und hat seinen Namen von dem der Aufnahme ursprünglich voran gehenden symbolischen Ritus des Bades.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Orden hatte anfangs nur eine Klasse und bestand aus einem Oberhaupt, einem Großmeister (Great Master of the Bath, G.M.B.) und 36 Rittern (Knight of the Bath, K.B.). Nachdem er im Lauf der Zeit ganz in Vergessenheit geraten war, erneuerte ihn Georg I. am 25. Mai 1725 und machte ihn zu einem Verdienstorden für Militär und Zivil, indem er ihm ausführliche Statuten gab. Eine Erweiterung der Statuten führte Extraritter ein. Am 2. Januar 1815 wurden diese abermals modifiziert. Dabei wurde der Orden in drei Klassen neu eingeteilt:

  • Bathorden erster Klasse (Knight Grand Cross of the Order of the Bath, GCB): Ritter-Großkreuze, Militärpersonen vom Rang eines Generalmajors oder Konteradmirals (Anzahl 72), Zivilisten, zur Belohnung namentlich im diplomatischen Dienst (Anzahl 12)
  • Bathorden zweiter Klasse (Knight Commander of the Order of the Bath, KCB): Ritterkommandeure, Militärpersonen vom Rang eines Oberstleutnants oder Vollkapitäns (Anzahl 180)
  • Bathorden dritter Klasse (Companion of the Order of the Bath, CB): Genossen (companions), Offiziere der Armee ohne bestimmte Zahl

Am 14. April 1847 wurden auch der zweiten und dritten Klasse Zivilabteilungen hinzugefügt. Am 31. Januar 1859 erhielt der Orden von Königin Victoria neue Statuten, in denen u. a. die Zahl der Ordensmitglieder der verschiedenen Klassen neu festgesetzt wurde.

Im Laufe der Zeit wurden diese zahlenmäßigen Beschränkungen mehrfach erhöht. Zur Zeit gehören dem Orden mehr als 2000 Personen an, nämlich:

  • Großkreuze: 120 (einschl. des Großmeisters)
  • Kommandeure: 355
  • Genossen: 1925

Außerdem kann der Monarch bei Vorliegen besonder Umstände überzählige Mitglieder jeder Klasse ernennen, wie auch sonst allerdings nur auf Empfehlung der Regierung.

Bis 1971 konnte der Orden nicht an Frauen verliehen werden. Im Jahre 1975 wurde die höchste Ordensklasse (Dame Grand Cross) erstmalig an eine Frau, nämlich an Alice Herzogin von Gloucester, eine Tante von Königin Elisabeth II., verliehen. Reguläres Mitglied können nur Bürger des Vereinigten Königreichs oder von Commonwealth-Staaten werden. Bürger anderer Staaten können allerdings zu Ehrenmitgliedern ernannt werden.

Offiziere des Ordens

Der Orden hat sechs Offiziere:

  • den Dekan
  • den Herold (King of Arms)
  • den Registrar und Sekretär
  • den stellvertretenden Sekretär
  • den Genealogen
  • den Ordensdiener (Gentleman Usher)

Das Amt des Dekans eines britischen Ordens hat traditionell der Hauptgeistliche der Ordenskapelle inne, beim Order of the Bath der Dekan von Westminster. Der Herold führt die Bezeichnung Bath King of Arms; er ist jedoch anders als die hohen Herolde kein Mitglied des College of Arms. Der Ordensdiener des Ordens ist als Gentleman Usher of the Scarlet Rod bekannt; hat jedoch, anders als der Ordensdiener des Hosenbandordens (der Gentleman Usher of the Black Rod), keine Aufgaben im house of Lords.

Ordensembleme

Die Embleme des Ordens bestehen für

  • die Großkreuze in einer goldenen Halskette (Collane): neun Kronen und acht goldene Zepter mit Rose, Distel und Klee, durch 17 Knoten verbunden;
    • in dem Ordenszeichen für Zivilisten, bestehend in einem goldenen Oval, darauf das Zepter, die drei Kronen nebst Rose, Distel und Klee, umgeben von dem Motto des Ordens: „Tria juncta in uno“ (lat. Drei vereint in Einem) für die drei Reichsteile England, Schottland und Irland,
    • für Militärs, bestehend in einem goldenen Malteserkreuz mit acht Spitzen, im Mittel auf weißem Emaille die drei Kronen zwischen Rose, Distel und Klee mit zwei roten Umkreisen, darauf „Tria juncta in uno“, zwei Lorbeerkränzen und darunter dem Motto: „Ich dien“ (in deutscher Sprache).
  • Das Ordenszeichen der Kommandeure und Genossen ist identisch, nur kleiner.

Das Großkreuz wird bei Festen an der Collane, sonst am Band über die Schulter, das Kommandeurszeichen am Band um den Hals, das Zeichen der Genossen im Knopfloch getragen.

Der Stern der Großkreuze der zivilen Abteilung besteht aus dem Mittel mit drei goldenen Kronen, umgeben von einem Reif in rotem Emaille mit dem Motto: „Tria juncta in uno“ und einem Lorbeerkranz, welcher auf einem vierarmigen silbernen Stern liegt, aus dessen Winkeln Flammen hervorgehen. Der Stern der Großkreuze der Militärabteilung besteht aus einem goldenen Malteserkreuz mit silbernen Flammen und dem Mittel wie zuvor, unter dem Mittel jedoch noch ein Band mit dem Motto „Ich dien“. Der Stern der Kommandeure ist von Silber in der Form eines Kreuzes und mit dem Mittel wie zuvor. Das Ordenskleid besteht in einem karmesinroten Atlasmantel mit dem Stern in Stickerei, dazu Oberrock, Unterkleid und Mütze. Das Band des Ordens ist karmesinrot.

Die Ritter der beiden oberen Klassen haben Titel und Rang der Ritter (Knights) des Reichs. Der Ordenstag ist der 20. Oktober.

Kapelle

Die Kapelle des Ordens ist die Lady Chapel Heinrichs VII. in der Westminster Abbey. In der Regel findet alle vier Jahre eine Einführungszeremonie mit Gottesdienst in Anwesenheit des Monarchen statt; zuletzt im Mai 2006.

Der Monarch und alle Ritter haben ihre Plätze im Chorgestühl der Kapelle. Da die Bestuhlung nicht für alle Ritter ausreicht, werden nur die höchsten Ränge bedacht. Stirbt ein hohes Mitglied, rückt das nächste platzlose hohe Mitglied nach. Diese kann aber längere Zeit dauern. So wurde Lord Craig of Radley bereits 1984 in den Orden aufgenommen, ihm wurde aber erst 2006 ein Platz zugewiesen.

Über den Chorstühlen hängen die Banner und die Helme mit ihren Helmschmuck. Am Chorgestuhl selber wird eine Messingplatte mit dem Namen, dem Wappen und dem Installierungsdatum angebracht. Stirbt das Ordensmitglied, werden der Helm und das Banner entfernt, die Messingplatte bleibt erhalten. Sie bilden heute eine farbenfrohe Zierde der Bestuhlung und eine interessante Übersicht über die Mitglieder des Ordens.

Bekannte Ordensträger

Sonstiges

Die fiktive Figur des britischen Seehelden Horatio Hornblower wird gegen Ende der Karriere ebenfalls Ritter des Bath-Ordens.

Literatur

  • Statutes of the most honourable Order of the Bath. - London: Harper, 1820

Weblinks


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