Bath (Maine)
Bath
Bath (Maine)
Bath
Bath
Lage in Maine
Basisdaten
Gründung: 1753
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Maine
County:

Sagadahoc County

Koordinaten: 43° 55′ N, 69° 49′ W43.916388888889-69.822519Koordinaten: 43° 55′ N, 69° 49′ W
Zeitzone: Eastern Standard Time (UTC−5)
Einwohner: 9266 (Stand: 2000)
Bevölkerungsdichte: 392,6 Einwohner je km²
Fläche: 34,3 km² (ca. 13 mi²)
davon 23,6 km² (ca. 9 mi²) Land
Höhe: 19 m
Postleitzahl: 04530
Vorwahl: +1 207
FIPS: 23-03355
GNIS-ID: 0561723

Bath ist eine Stadt im US-Bundesstaat Maine in den Vereinigten Staaten von Amerika und Sitz der Verwaltung von Sagadahoc County. Nach den Ergebnissen der Volkszählung von 2000 leben in Bath 9.266 Bürger. Damit ist es die größte Stadt des Countys.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Bath liegt am Westufer des Kennebec River, etwa 20 km flussaufwärts von dessen Mündung in den Atlantik. Das Stadtgebiet liegt durchschnittlich 19 m.ü.NN.

Nachbargemeinden

Größere Städte in der weiteren Umgebung sind:

Klima

Das Klima von Bath ist durch die Nähe des Atlantiks weitestgehend mild. Die durchschnittlichen Jahresniederschlagsmengen liegen bei 181 mm.

Geschichte

Die Abenaki nannten das Gebiet, in dem Bath liegt, Sagadahoc (Mündung des großen Flusses). Das bezog sich auf den Kennebec River, der hier in den Atlantik mündet. Der Fluss wurde 1605 von Samuel de Champlain erforscht und zwei Jahre später wurde etwas flussabwärts von Bath die Popham Colony und Fort St. George gegründet. Aufgrund des schwierigen Wetters und schlechter Führung scheiterte die Siedlung. Dennoch gingen die Kolonialisten in die Geschichte ein als erste Europäer, die in der Neuen Welt ein ozeantaugliches Schiff, die Virginia of Sagadahoc, bauten. Das Schiff brachte die Siedler nach England zurück.

Um 1660 wurde die Gegend erneut besiedelt. Das Land erwarben die Siedler von dem Indianerhäuptling Robinhood.[1] 1753 wurde Bath als Teil von Georgetown gegründet. Am 17. Februar 1781 erhielt Bath den Titel town und wurde von Georgetown losgelöst. Der Leiter der örtlichen Post, Dummer Sewell, gab der Stadt den Namen Bath, nach der gleichnamigen englischen Stadt Bath.

Am 14. Februar 1844 wurde der bisherige Stadtteil West Bath ebenfalls als town aus der Stadt ausgegliedert. Das eigentliche Stadtrecht, den Titel city, erhielt Bath am 14. Juni 1847 und seit 1854 ist die Stadt der Sitz des Sagadahoc County. Im darauffolgenden Jahr gemeindete die Stadt einen Teil von West Bath wieder ein. Die Stadt wurde in der Folgezeit zum Industriestandort. Neben der in Maine weitverbreiteten Holzverarbeitung siedelten sich auch Eisen- und Messingfabriken an.

Daneben ist seit 1743 der Schiffbau in Bath ansässig. Aufgrund der geographisch günstigen Lage nahe der Mündung des schiffbaren Kennebec Rivers und der ortsansässigen Eisen- und Holzindustrie wurde Bath in der Mitte des 19. Jahrhunderts die fünftgrößte Seewerft der Vereinigten Staaten. Sie produzierte hauptsächlich Klipper. Mehr als 200 Schiffbauunternehmen waren zeitweise in Bath beheimatet, das bekannteste und größte ist Bath Iron Works, das 1884 gegründet wurde und noch heute ein wichtiger Arbeitgeber der Region ist. Auch viele Militärschiffe wurden durch dieses Unternehmen gebaut. Während des Zweiten Weltkrieges verließ alle 17 Tage ein Schiff die Werft. Das letzte Unternehmen der Stadt, das noch hölzerne Schiffe baute, Percy & Small Shipyard, wurde 1971 durch das Meeresmuseum von Maine erworben und ist erhalten geblieben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Die Geschichte Baths als Seefahrerstadt wird im Marinemuseum dokumentiert hier finden sich hauptsächlich Gemälde und Modelle von in Bath gebauten Schiffen und Seglern. Das Marinemuseum grenzt flussabwärts direkt an das Gelände der Werft "Bath Iron Works".

Bauwerke

Bath ist eine Stadt mit ausgeprägt neuenglischem Stadtbild; knapp die Hälfte aller Häuser wurden vor 1940 erbaut. Besonders prägnant sind die beiden neugotischen Kirchen, von denen eine, die Chocolate Church, inzwischen in die Liste der schützenswerten Gebäude der Kongressbibliothek aufgenommen worden. Sie wird heute nicht mehr als Kirche genutzt sondern dient als Kunstzentrum mit permanenten und wechselnden Kunstausstellungen.

Der Erhalt der historischen Bauten der Stadt und des Umkreises wird durch eine 1971 gegründete private Gesellschaft, die Sagadahoc Preservation, unterstützt.


Wirtschaft und Infrastruktur

Bath besitzt zwei besonders wichtige Wirtschaftszweige: einerseits die Schiffswerft "Bath Iron Works", die hauptsächlich Aufträge der US-Navy bearbeitet, sowie den Tourismus. Die Arbeitslosenquote lag 2005 bei 3,2 %.

Verkehr

Der Hafen von Bath, im Kennebec River gelegen, ist der wichtigste Verkehrsknoten der Stadt. Er verfügt über drei Piers mit einer Wassertiefe von jeweils 10 m (30 ft); die Stadtfront ist auf etwa einem Kilometern Länge von Sportbooten als Anlegestelle zu nutzen. Der Kennebec ist stromaufwärts bis Augusta schiffbar.

Die Luftanbindung ist durch vier Kleinflughäfen (Westport Airport, Portland Jetport, Augusta Airport und Lewiston Airport) in der Umgebung gesichert, auf denen Geschäftsmaschinen starten und landen können. Die Flughäfen liegen zwischen 10 und 35 Autominuten von Bath entfernt. Ein Großflughafen der Navy, auf dem alle Flugzeugtypen verkehren können, befindet sich in Brunswick; es handelt sich allerdings nicht um einen öffentlichen Flughafen.

Eine seit 1849 bestehende Bahnverbindung, die Bahnstrecke Portland–Rockland, verbindet Bath mit Brunswick und Portland im Westen und seit 1871 mit Rockland im Osten. 1927 wurde die Brücke über den Kennebec River eingeweiht, die eine Eisenbahnfähre ersetzte. Der durch Bath führende Abschnitt gehört heute der Maine Eastern Railroad, die auch einen saisonalen Personenverkehr von Brunswick nach Rockland betreibt. In Bath befindet sich ein Haltepunkt dieser Verbindung. Wegen Schäden am Bahnkörper ist die Strecke statt mit den ausgelegten 59 mph nur mit 35 mph befahrbar.

Von Mitte der 1890er Jahre bis 1937 hatte Bath einen Straßenbahnbetrieb.

Medien

Die Stadt verfügt über einen lokalen Fernsehsender, die "Bath Community Television". Es handelt sich dabei um einen öffentlich unterstützen Ableger der Susquehanna Communications. Eine örtliche Wochenzeitung, "The Coastal Journal", erscheint jeden Donnerstag; eine lokale Tageszeitung existiert nicht.


Sonstiges

  • Auf dem Gelände der Bath Iron Works erhebt sich der höchste Kran der USA.
  • Sumner Sewall, von 1941 bis 1945 Gouverneur des Staates Maine, wurde in Bath geboren und starb auch dort.

Einzelnachweise

  1. Maine League of Historical Societies and Museums (1970). In: Doris A. Isaacson: Maine: A Guide 'Down East'. Rockland ME: Courier-Gazette, Inc., S. 248–252.

Weblinks


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