Velbert
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Velbert
Velbert
Deutschlandkarte, Position der Stadt Velbert hervorgehoben
51.3333333333337.05230
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Mettmann
Höhe: 230 m ü. NN
Fläche: 74,92 km²
Einwohner:

84.033 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 1122 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 42549–42555
Vorwahlen: 02051–02053
Kfz-Kennzeichen: ME
Gemeindeschlüssel: 05 1 58 032
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Thomasstr. 1
42551 Velbert
Webpräsenz: www.velbert.de
Bürgermeister: Stefan Freitag (parteilos)
Lage der Stadt Velbert im Kreis Mettmann
Düsseldorf Duisburg Ennepe-Ruhr-Kreis Essen Köln Leverkusen Mülheim an der Ruhr Remscheid Rhein-Erft-Kreis Rhein-Kreis Neuss Rheinisch-Bergischer Kreis Solingen Wuppertal Erkrath Haan Heiligenhaus Hilden Langenfeld (Rheinland) Mettmann Monheim am Rhein Ratingen Velbert WülfrathKarte
Über dieses Bild

Velbert ist eine große kreisangehörige Stadt im Kreis Mettmann, die rund 20 Kilometer nordöstlich der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf, 18 Kilometer südlich von Essen und 12 Kilometer nordwestlich von Wuppertal auf der linken Seite der Ruhr gelegen ist. Sie hat rund 85.000 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Alte Kirche, Velbert-Mitte

Geografische Lage

Velbert liegt auf den Höhen des Bergischen Landes und wird auch Herz des Niederbergischen Landes genannt. Es liegt circa 230 Meter über dem Meer (Höchster Punkt: 303 Meter (Hordtberg sowie Fettenberger Weg), niedrigster Punkt: circa 80 Meter (Ortsausgang Langenberg Richtung Kupferdreh). Der höchste Punkt in Velbert-Mitte ist 263 Meter über NN (er befindet sich an der Ecke Friedrich-/Langenberger Straße). Velberts Nachbarstädte sind die kreisfreien Städte Essen und Wuppertal sowie Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis), Heiligenhaus und Wülfrath (beide Kreis Mettmann).

Stadtgliederung

Die Stadt Velbert gliedert sich in die drei administrativen Stadtbezirke (Velbert-) Mitte, Neviges und Langenberg.

Historisch gibt es zahlreiche Stadtteile, darunter Birth, Losenburg, Am Berg, Nordpark, Langenhorst, Rützkausen, Obere Flandersbach, Kostenberg und Hefel (Mitte); Nierenhof, Ober-Bonsfeld, Frohnberg, Hopscheiderberg (Langenberg); Tönisheide, Siepen, Pöthen, Kuhlendahl, Nordrath (Neviges) sowie den Weiler Zwingenberg.

Geschichte

Mittelalter

Die erste urkundliche Erwähnung Velberts geht auf das Jahr 875 zurück; der Name lautete damals „Feldbrahti“, was sich mit „brachliegendes“ oder „frisch gerodetes Feld“ übersetzen lässt. Um das Jahr 1000 entstanden mit der Kapelle der Heiligen Ida an der Stelle der heutigen Alten Kirche Velberts und der Kapelle der Heiligen Margarethe in Windrath die ersten Kirchbauten im Gebiet des heutigen Velbert. 1220 wurden Langenberg und Neviges erstmalig in Urkunden erwähnt, 1326 der „Offers“ in Velbert.

1354 fand der Verkauf der Herrschaft Hardenberg an den Grafen von Berg und Ravensberg statt. Spätestens seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts gab es Bergbau in Velbert. Im Jahre 1560 erfolgte die Einführung der Reformation, 1589 tagte die erste Bergische Synode in Neviges, 1681 wurde Neviges ein katholischer Wallfahrtsort. 1769 fand in Velbert-Mitte die feierliche Einweihung der Evangelischen Kirche statt.

Neuzeit

Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg

Ab dem 18. Jahrhundert wurde Velbert ein bedeutender Standort der Schloss- und Beschlägeherstellung und blieb es bis heute. 1802 erfolgte in Langenberg die Fertigstellung der ersten steinernen Synagoge im Bergischen Land. Im Jahre 1847 erfolgte die Eröffnung der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn, die Langenberg beziehungsweise Neviges mit Steele und Vohwinkel verbindet.

1849 erschien in Langenberg mit dem „Zeitungs-Boten“ die erste lokale Zeitung. 1851 eröffnete die erste Eisengießerei und 1861 wurde die erste Dampfmaschine aufgestellt. 1881 wurde mit Oberbonsfeld zum ersten Mal eine Gemeinde aus der Provinz Westfalen in die Rheinprovinz umgegliedert. 1888 erfolgte der Anschluss von Velbert an das Eisenbahnnetz. 1913 fand die Grundsteinlegung zum Langenberger Bürgerhaus statt, und am 15. Januar 1927 ging der Sender Langenberg in Betrieb.

Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Blick auf Velbert von der Grünheide aus, aufgenommen ca. 1950

Am 14. Oktober 1951 wurde in Velbert die Westdeutsche Frauenfriedensbewegung (WFFB) gegründet.

1968 wurde die neue Wallfahrtskirche in Neviges fertiggestellt. Und im Zuge der nordrheinwestfälischen Gemeindereform von 1974 schlossen sich am 1. Januar 1975 die ehemals unabhängigen Städte Langenberg, Neviges und (Alt-) Velbert zur Stadt Velbert zusammen.

Zwecks Privatisierung der örtlichen Wohnungsbaugesellschaft (WOBAU) hatte die Velberter Bevölkerung die Möglichkeit, am 11. März 2007 in einem Bürgerentscheid darüber zu entscheiden, ob die Stadt weiterhin alleiniger Gesellschafter der WOBAU bliebe. Die Beteiligung lag bei aber nur bei 14,6 %, und nach dem (vorläufigen) amtlichen Endergebnis vom 12. März sprachen sich nur 8.271 Bürger gegen eine Privatisierung aus. Um diese Privatisierung zu verhindern, hätte es 13.606 Stimmen oder eines Quorums von 20 % bedurft. Mit „Nein“ und damit für die Privatisierung stimmten lediglich 1.674 Bürger der Stadt. Damit ist der Bürgerentscheid mangels Teilnahme der Stimmberechtigten gescheitert.

Religionen

Velbert besitzt eine evangelische Mehrheit; Losenburg ist der einzige Stadtteil, in dem überwiegend Katholiken wohnen. In Velbert befindet sich das Diakonissen-Mutterhaus Bleibergquelle.

Evangelische Freikirchen

In Velbert-Mitte gibt es viele evangelische Freikirchen:

  • Adventgemeinde Velbert
  • Christliche Gemeinschaft e. V.
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde
  • Evangelisch-methodistische Kirche
  • Freie evangelische Gemeinde

Zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde Velbert sind diese Gemeinden in der „Evangelischen Allianz Velbert-Mitte“ verbunden.

Weitaus mehr Mitglieder als alle Evangelischen Freikirchen in Velbert zusammen hat allerdings die drittgrößte Kirche nach den beiden Großkirchen in Deutschland, die Neuapostolische Kirche.

In Velbert gibt es drei Gemeinden der Neuapostolischen Kirche: Die Gemeinde Velbert-Mitte (seit über 110 Jahren), Velbert-West und Velbert-Langenberg.

Eingemeindungen und Zusammenschlüsse

  • 1930: Siebenhonnschaften und Teil von Kupferdreh

Am 1. Januar 1975 wurden die drei ehemals selbständigen Städte Neviges, Langenberg und Velbert zur neuen Stadt Velbert zusammengeschlossen.[2]

Einwohnerentwicklung

Bis in das 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl von Velbert durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte nur langsam. Durch die nun beginnende Industrialisierung wuchs die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. Lebten 1840 erst 758 Menschen in Velbert, so waren es 1900 bereits 17.000. Bis 1961 stieg die Einwohnerzahl auf über 50.000.

Am 1. Januar 1975 erreichte die Bevölkerungszahl von Velbert durch die Eingemeindung von Neviges (24.932 Einwohner 1974) und Langenberg (15.367 Einwohner 1974) mit 97.021 ihren historischen Höchststand. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Velbert nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 87.792 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1. Dezember 1840 ¹ 758
3. Dezember 1855 ¹ 1.180
1. Dezember 1871 ¹ 7.050
1. Dezember 1880 ¹ 8.800
1. Dezember 1885 ¹ 10.588
1. Dezember 1890 ¹ 13.932
2. Dezember 1895 ¹ 16.604
1. Dezember 1900 ¹ 16.691
1. Dezember 1905 ¹ 19.730
1. Dezember 1910 ¹ 23.134
1. Dezember 1916 ¹ 21.102
Jahr Einwohner
5. Dezember 1917 ¹ 21.277
8. Oktober 1919 ¹ 24.306
16. Juni 1925 ¹ 25.707
16. Juni 1933 ¹ 29.699
17. Mai 1939 ¹ 31.903
31. Dezember 1945 35.353
29. Oktober 1946 ¹ 36.200
13. September 1950 ¹ 41.421
25. September 1956 ¹ 47.559
6. Juni 1961 ¹ 51.512
31. Dezember 1965 55.380
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 55.411
31. Dezember 1975 ** 95.942
31. Dezember 1980 93.056
31. Dezember 1985 88.403
25. Mai 1987 ¹ 87.366
31. Dezember 1990 89.253
31. Dezember 1995 89.786
31. Dezember 2000 89.782
30. Juni 2005 87.792
31. Dezember 2007 86.540
31. Dezember 2008 85.824

¹ Volkszählungsergebnis, (** Eingemeindung von Neviges und Langenberg).

Politik

Stadtrat

Kommunalwahl 2009[3]
Partei Stimmanteil Ratssitze
CDU 35,36 % 23
SPD 23,99 % 16
Velbert anders 9,22 % 6
Die Grünen 9,50 % 6
FDP 7,16 % 5
UVB 5,57 % 4
Die Linke 6,15 % 4
SLB 3,04 % 2
Kommunalwahl 2004
Partei Stimmanteil Ratssitze
CDU 38,12 % 22
SPD 28,58 % 17
Velbert anders 12,12 % 7
Die Grünen 7,14 % 4
FDP 5,43 % 3
UVB 4,34 % 3
Die Linke 4,27 % 2

Bürgermeister

Rathaus Velbert (gebaut 1927)
„Bürgermeisterhaus“, Amtssitz von Dr. Tweer von 1926 bis 1945

Vorsitzender des Rates und Leiter der Verwaltung ist der hauptamtliche Bürgermeister Stefan Freitag (parteilos). Er wird durch die hauptamtlichen Beigeordneten vertreten, die der Rat jeweils für die Dauer von acht Jahren wählt.

Der hauptamtliche Bürgermeister wird bei seinen repräsentativen Aufgaben vom ersten stellvertretenden Bürgermeister Bernd Tondorf (CDU) und vom zweiten stellvertretenden Bürgermeister Hinnerk Tegtmeier (SPD) unterstützt.

Eine vollständige Auflistung der Velberter Stadtoberhäupter findet sich unter Liste der Bürgermeister von Velbert.

Wappen

Das alte Wappen stammt aus dem Jahre 1882 und war bis zur nordrhein-westfälischen Gemeindereform am 1. Januar 1975 gültig. Es zeigt den Bergischen Löwen (roter Löwe im silbernen Feld) der Grafen und späteren Herzöge von Berg. Der Bergische Löwe wurde vom limburgischen Löwen abgeleitet. Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden Wappen war die blaue Bewehrung und die blaue Krone des bergischen Löwen. Der Löwe des Stadtwappens hielt Schlüssel in seinen Klauen, die das in Velbert alteingesessene Schlosserhandwerk symbolisieren.

Darauf verweist auch das neue Wappen, das seit dem 1. Januar 1975 für die aus dem alten Velbert und den ehedem selbständigen Städten Neviges und Langenberg zusammengefasste neue Stadt Velbert gültig ist. Das Eichenlaub nimmt dabei heraldisch auf die Langenberger Eiche, der Schlüsselbart auf das Nevigeser Wappen der Herren von Hardenberg Bezug.

Städtepartnerschaften

Seit 1965 befindet sich Velbert in einer Städtepartnerschaft mit dem französischen Châtellerault, seit 1966 mit dem britischen Corby. Im Jahre 1979 schlossen sich diese drei Städte zu einer seltenen Dreierpartnerschaft zusammen. Velbert verbindet eine freundschaftliche Beziehung mit Hacıbektaş in der Türkei und dem griechischen Thesprotia.

Bildung

Bibliotheken und Archive

Stadtbücherei Velbert im Forum Niederberg

Die Stadtbücherei Velbert, gegründet 1905, versorgt jährlich über 190.000 Menschen mit Informationen. Die Zentralbibliothek Velbert Mitte befindet sich im Forum Niederberg. In den Stadtteilen Neviges und Langenberg (Rheinland) gibt es Zweigstellen.

Das Stadtarchiv Velbert ist im Rathaus untergebracht. Hier kann man z. B. in regionalen Tageszeitungen, Akten, Karten und Plänen, Meldekarten, Postkarten, Fotos und Videos die Velberter Geschichte erforschen.

Schulen

Velbert hat 17 Grundschulen, drei Förderschulen, drei Hauptschulen, zwei Realschulen, drei Gymnasien, zwei Gesamtschulen, zwei Berufskollegs und eine Waldorfschule.

Im Kreis Mettmann ist das Geschwister-Scholl-Gymnasium das einzige Gymnasium mit Ganztagskonzeption und die Volkshochschule Velbert/Heiligenhaus die größte Volkshochschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Forum Niederberg

Das zentrale Theater der Stadt befindet sich im Forum Niederberg, dem kulturellen Mittelpunkt Velberts. Darüber hinaus befindet sich eine städtische Bühne im Theater in der Vorburg von Schloss Hardenberg in Neviges.

In der Christuskirche finden regelmäßig Konzerte der Kantorei Velbert statt.

Museen

Das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum im Forum Niederberg ist in seiner Art einzigartig in Deutschland. Mit Ausstellungsstücken aus fünf Jahrtausenden wird erzählt, mit wie viel Erfindungsgabe die Menschen aller Epochen versuchten, sich und ihre Habe vor diebischen Eindringlingen zu schützen.

Christuskirche, Velbert-Mitte

Bauwerke

Sport

  • Seit dem 25 Februar 2011 gibt es in Velbert einen weiteren Großverein. Der SV Union Velbert 2011. Dieser wurde aus der Fusion der Sportvereine TuS Neviges und FC Tönisheide gegründet.
  • In Velbert gibt es mehrere aktive Tanzsportvereine. Das TSZ Velbert tanzt in der 1. Bundesliga der lateinamerikanischen Formationen. Er stellte 1986, 1988, 1989 und 1990 die Weltmeister, 1986-1990 die Europameister sowie 1986 die deutschen Meister in dieser Disziplin (mehrmals Vizemeister). Im Formationstanzen ist die Velberter Rose als Figur bekannt.
  • Der Velberter Boxclub wurde in den Jahren 1971, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007 und 2008 Deutscher Meister. Seine (damaligen) Vereinsmitglieder Vitali Tajbert und Rustam Rahimov konnten bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen Bronze-Medaillen erringen.
  • Der BSV Velbert (Billard-Sportverein) spielt in der ersten Billard-Bundesliga. In den 1980er Jahren gewann er fünfmal die Deutsche Meisterschaft, 2007 und 2009 wurde der BSV Deutscher Pokalsieger der Mannschaften im Dreiband.
  • Bowling: Der Bowling-Sport-Verein (BSV Velbert) spielt in der Saison 2008/2009 in der NRW-Liga.
  • Inline-/Skaterhockey: Die Commanders Velbert spielen seit ihrem Abstieg aus der 1. Inline-Skaterhockey Bundesliga im Jahr 2004 in der Südgruppe der 2. Bundesliga. Seit 2007 spielen die Junioren der Commanders Velbert in der 1. Juniorenbundesliga
  • Der bedeutendste Fußballverein vor Ort ist die SSVg. Velbert, die in der NRW-Liga spielt, zu den ältesten Fußballvereinen der Region gehört, in der jüngeren Vergangenheit mehrfach am DFB-Pokal hat teilnehmen können und in den 30er und späten 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in der zweithöchsten deutschen Spielklasse spielte.
  • Die Spielgemeinschaft des TuS Velbert und der SG Langenberg, die „Velbert Baskets“, spielen nach ihrem Aufstieg in der Saison 2005/2006 in der 2. Basketball-Regionalliga, die Damenmannschaft in der Landesliga.
  • Handball: Der TuS Velbert, der TBK und die Langenberger SG bildeten bis vor kurzem die HSG Velbert/Langenberg, wobei die LSG sich aus dem Zusammenschluss löste. Somit ist die HSG neben dem Traditionsverein TvD Velbert der größte Handballverein mit Mannschaften in Kreis-, Bezirks- und Landesliga und einer enormen Jugendabteilung, welche z. T. im hochklassigen Oberligahandball vertreten sind.
  • Der Schwimmverein Neviges besteht seit dem 28. Oktober 1974 und wurde als Reaktion auf den Bau des Nevigeser Schwimmbads gegründet. Neben der Schwimmausbildung ist der Verein im Wettkampfsport aktiv; sowohl Herren- als auch Damenteam waren zeitweilig in der 2. Bundesliga vertreten. Herausragende sportliche Erfolge waren die Auszeichnung zum Vize-Europameister in der Lagen-Mixed-Staffel und der Gewinn einer Bronzemedaille 1995 im italienischen Riccione durch die Freistilstaffel.
  • Der Klettergarten in Velbert-Langenberg. Direkt neben dem Bismarckturm gibt es ca. 60 Kletterstationen.

Siehe auch

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Fußgängerzone Velbert-Mitte mit Münzbrunnen

Industriell bekannt ist Velbert als Zentrum der Herstellung von Schlössern und Beschlägen. Hauptsächlich werden diese in mittelständischen Unternehmen erzeugt. Im Bereich des Landgerichtes Wuppertal ist das Amtsgericht Velbert für die Gemeinden Velbert und Heiligenhaus zuständig. Auch Velbert ist von der eingebrochenen Metallindustrie durch ansteigende Arbeitslosigkeit betroffen, eine Arbeitslosenquote von 9,5 % (März 2007) stellt jedoch im Vergleich zum Umland einen niedrigen Stand dar. Insbesondere die Schließung großer Gießereien in den 1990er Jahren führte zum Anstieg.

Größtes Krankenhaus der Stadt ist das aus dem Städtischen Krankenhaus Velbert hervorgegangene Klinikum Niederberg, das über medizinische Abteilungen für Kardiologie, Gastro-Enterologie, Chirurgie, Urologie, Pädiatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Psychiatrie und Psychotherapie verfügt. 1978 erbaut wird es heute durch den Zweckverband Velbert-Heiligenhaus unterhalten; in der Psychiatrie kommt ihm die Regionalversorgungspflicht für die Städte Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath zu. Falls das Wülfrather Krankenhaus geschlossen wird, würde das Klinikum Niederberg auch die Versorgung der Einwohner Wülfraths übernehmen.

Das Klinikum Niederberg ist an die Universität Duisburg-Essen angeschlossen. Ende 2006 meldete das Klinikum Niederberg als erstes kommunales Krankenhaus in Deutschland Insolvenz an. Das Insolvenzverfahren konnte im Juni 2007 durch Eigenverwaltung erfolgreich abgeschlossen werden. Durch eine Schließung des Klinikum hätten sich erheblich längere Wege für die Heiligenhauser und Velberter Patienten in die, dann nächstgelegenen Krankenhäuser, im benachbarten Essen ergeben. Daneben besteht in Langenberg ein Fachkrankenhaus für Suchterkrankungen. Die in Neviges befindliche Zweigstelle der Kliniken St. Antonius Wuppertal ist auf die Geriatrie spezialisiert.

Ansässige Unternehmen

  • Die Sicherheitstechnik-Unternehmen Huf Hülsbeck & Fürst, BKS und CES sind drei der größten Betriebe in der Stadt, auch die Fa. Silca aus Vittorio Veneto in Italien hat hier ihre Deutschland-Zentrale. Weitere Unternehmen wie die KFV Karl Fliether GmbH & Co. KG, deren Tochter FCV Fliether & Co. GmbH und die WILKA Schließtechnik GmbH haben hier ihren Sitz wie auch der Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie e. V.
  • Insbesondere in die Automobilindustrie fließen Schlösser und Schließsysteme der Firmen Huf Hülsbeck & Fürst, Witte Automotive und Kiekert.
  • Das Unternehmen Yale beziehungsweise die Schutzmarke Yale geht zurück auf einen gewissen Linus Yale jr., der als der Erfinder des Zylinderschlosses (1868) gilt. Später wurden Handhebezeuge gefertigt. Heute gehört die Firma Yale Industrial Products GmbH zu einer weltweit tätigen Unternehmensgruppe im Bereich Fördertechnik.
  • Union Bandstahl verarbeitet als Warm- und Kaltwalzwerk Bandstahl in verschiedenen Güten.
  • Die Kühlerfiguren der Firma Fingscheidt Automotive, ehemals Friedrich Fingscheidt, sind weltweit bekannt: Mercedes-Stern und Maybach-Logo werden hier gefertigt.
  • Die Erbslöh-Gruppe, ansässig in Velbert-Neviges, ist seit 1842 in der Aluminium-Verarbeitung tätig.
  • Die Artur Küpper GmbH & Co KG entwickelt und fertigt in Velbert-Tönisheide seit 1933 Komponenten für den Maschinenbau, Anlagenbau und die Automatisierungstechnik.
  • Hochtechnologiedrähte des europaweit größten Herstellers von Vierkantdrähten, der Firma Stenzhorn GmbH mit Sitz im Stadtteil Nierenhof, finden sich weltweit in einer Vielzahl von Elektronikbauteilen, vor allem im Automotive-Sektor.
  • Die Normfest GmbH ist einer der vier großen Vollsortimenter im Bereich der Kfz-Reparatur in Europa.
  • Die Helmut Mauell GmbH beliefert Kunden weltweit vom Stammsitz Velbert-Neviges aus unter anderem mit Automatisierungstechnik und Mosaiksystemen.
  • Im Ortsteil Tönisheide befindet sich das Einbauküchen-Werk der Wuppertaler Firma Vorwerk.
  • Die Sebo Stein & Co. GmbH aus dem Stadtteil Tönisheide entwickelt und baut seit 1978 Bürst- und Bodenstaubsauger für die gewerbliche und private Anwendung.
  • Anfang September 2007 hat in der Kinderklinik im städtischen Klinikum Niederberg gGmbH die Down-Syndrom-Ambulanz ihren Dienst aufgenommen. Das Projekt ist derzeit einzigartig in Deutschland, der Zuspruch zu dieser neuen Einrichtung ist groß und geht weit über die Grenzen von NRW hinaus. Dies wertet das medizinische Betreuungsangebot der Stadt deutlich auf.

Verkehr

Schienen- und Busverkehr

Bahnhof Velbert-Langenberg

Velbert ist im Schienenpersonennahverkehr montags bis freitags alle 20 Minuten sowie samstags und sonntags alle 30 Minuten durch die S 9 Haltern am SeeBottropEssen – Velbert-LangenbergWuppertal erschlossen, die gerade für Berufspendler sehr attraktiv ist. Der Bahnhof Neviges wurde 2003 beim S-Bahn-Ausbau verlegt, um einen besseren Busanschluss zu gewährleisten. Zusätzlich wurde der Haltepunkt Velbert-Rosenhügel eingerichtet, um das Wohngebiet Siepen anzubinden. Velbert Mitte selbst besitzt seit den 1960er Jahren keinen Bahnanschluss mehr. In den Empfangsgebäuden Velbert West und Velbert Hauptbahnhof an der ehemaligen Niederbergbahn (Wülfrath – Velbert – HeiligenhausKettwig vor der Brücke) befinden sich heute Gaststätten, der Bahnhof Velbert-Tönisheide existiert nicht mehr.

Bis in die 1950er Jahre besaß Velbert mehrere Straßenbahnlinien. In Velbert trafen sich die Linien aus Essen-Werden über Heidhausen, aus Neviges, Wülfrath und aus Ratingen-Hösel über Heiligenhaus.

Heute existieren acht Ortsbusverkehrslinien, die die einzelnen Ortsteile und den Stadtteil Langenberg im 20-Minuten-Takt mit Velbert Mitte verbinden. Außerdem gibt es von Velbert aus mehrere überregionale Verbindungen zu umliegenden Städten, darunter zwei Schnellbuslinien nach Essen bzw. Heiligenhaus und nach Wuppertal.

An den Wochenenden verkehren Nachtexpresslinien von Essen und Wuppertal und zwischen den drei Ortsteilen Velberts. Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen

In den 1980er Jahren wurde unter massivem Aufwand mit dem Tunnel Birth, dem Dreieck Velbert Nord und der Talbrücke im Hefel ein etwa sieben Kilometer langes Teilstück der als DüBoDo bekannten A 44 auf Velberter Stadtgebiet gebaut. Bis heute ist dieses Teilstück nicht wie geplant an die A 3 im Westen und A 43 im Osten angeschlossen. Laut aktueller Information von Straßen NRW soll der Lückenschluss zwischen der A 44 im Westen von Velbert mit der A 3 Autobahnkreuz Ratingen Ost bis 2017 abgeschlossen sein.

Das Ostende der A 44 geht seit Dezember 2005 von der Anschlussstelle Langenberg aus nahtlos in die autobahnähnlich ausgebaute B 227 nach Essen-Kupferdreh und weiter bis zur Ruhrallee über. Bereits seit 1991 besteht vom Dreieck Velbert Nord ein autobahnähnlicher Ausbau der B 224, heute A 535, zur A 46 im Autobahnkreuz Sonnborn in Wuppertal mit Anschlüssen in Velbert Mitte und Tönisheide.

Ende 2008 wurde die ehemalige Bundesstraße 224 in das Autobahnnetz aufgenommen und heißt seitdem Bundesautobahn 535. Die Umstellung auf die blauen Autobahnschilder wurde im November 2008 abgeschlossen.[4]

In Velbert kreuzen sich die ehemaligen Bundesstraßen 224 (jetzt A 535) (Solingen - Wuppertal-Vohwinkel - Velbert - Essen - Dorsten - Raesfeld) und die 227 (Ratingen-Breitscheid - Ratingen-Hösel - Heiligenhaus - Velbert - Essen - Gelsenkirchen).

Wichtigster Verkehrsknotenpunkt in Velbert ist der Willy-Brandt-Platz, wo sich mehrere mehrspurige Straßen treffen. Außerdem ist die Bushaltestelle "Willy-Brandt-Platz" eine der wichtigsten der Stadt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die in Velbert leb(t)en

  • Walter Simons, (* 24. September 1861 in Elberfeld (heute: Wuppertal-Elberfeld); † 14. Juli 1937 in Nowawes, Babelsberg (heute: Potsdam), erster Amtsrichter in Velbert, später Außenminister des Deutschen Reiches und Präsident des Reichsgerichts.
  • Cristobal Halffter, *24. März 1930 in Madrid, Komponist und Dirigent, zählt zu den bedeutendsten spanischen Komponisten der Gegenwart. Halffter verbrachte einen Teil seiner Kindheit (von 1936-1939) in Velbert, wo sein Vater Fabrikdirektor war. Die Familie wohnte in der Dammstr. 5. (Quelle: Hermann Henkel, Journalist)
  • Nikolaus Ehlen (9. Dezember 1886 - 18. Oktober 1965), Pädagoge, Pionier des Selbsthilfe-Siedlungsbaus sowie Namensgeber des Nikolaus-Ehlen-Gymnasiums.
  • Jean Pütz, * 21. September 1936 in Köln, deutscher Naturwissenschaftler und Journalist; Moderator der langjährigen WDR-Sendung "Hobbythek".
  • Gisbert Schneider, * 1934 in Wattenscheid, Orgelvirtuose und Leiter der Kantorei Velbert.
  • Karl-Heinz Jakobs, * 20. April 1929 in Kiauken/Ostpreußen, deutscher Schriftsteller.
  • Sabine Brandi, deutsche Journalistin, verheiratet mit Friedrich Wilhelm Küppersbusch.
  • Uwe Holtz, * 19. März 1944 in Graudenz/Westpreußen, Prof. Dr. phil., ehemaliger Bundestagsabgeordneter.
  • Wolfgang Stockmeier, * 13. Dezember 1931 in Essen. Orgelvirtuose und Komponist. Er komponierte bislang über 300 Stücke und lebt in Velbert-Langenberg.
  • Drafi Deutscher, * 9. Mai 1946 in Berlin-Charlottenburg, † 9. Juni 2006 in Frankfurt am Main. Sänger, Komponist und Musikproduzent.
  • Hans Albers II, 19. Januar 1943 in Düsseldorf, Neffe und Patensohn der Hamburger Schauspiellegende Hans Albers (1891–1960).
  • Josef Hendel, * 15. Mai 1897 in Roßbach im Vogtland; † 9. Mai 1993, Künstler (Gemälde, Holzschnitte, Radierungen). Er wohnte von 1945 bis 1960 in Velbert und führte dort mit seiner Frau ein Atelier.
  • Heinz-Horst Deichmann, * 30. September 1926 in Essen-Borbeck; Europas größter Schuhhändler, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Deichmann-Schuhe. Wohnt in Velbert.

Andere Personen, die mit Velbert in Beziehung stehen

Bilder

Literatur

  • Sankt Paulus Velbert. Festschrift anlässlich des 50. Jahrestages der Konsekration der Kirche und der Selbstständigkeit der Pfarrgemeinde St. Paulus 1955-2005. Hrsg. von der Katholischen Kirchengemeinde Velbert. Velbert [2005].
  • "Velbert - Geschichte dreier Städte" Hrsg. Bergischer Geschichtsverein Abteilung Velbert/ Hardenberg e. V., Prof. Dr. Horst Degen, Christoph Schotten in Zusammenarbeit mit Stefan Wunsch. J.P. Bachem Verlag, Köln, ISBN 978-3-7616-1843-1

Weblinks

 Commons: Velbert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  3. Wahlergebnis auf der Website der Stadt Velbert http://www.velbert.de/politik/wahlen/kommunal/stadtrat-2009.htm
  4. http://www.autobahnatlas-online.de/A535.htm

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  • Velbert — Velbert, Stadt im preuß. Reg. Bez. Düsseldorf, (1900) 16.691 (1905: 19.731) E., Amtsgericht …   Kleines Konversations-Lexikon

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  • Velbert — Vẹlbert   [f ], Stadt im Kreis Mettmann, Nordrhein Westfalen, 77 303 m über dem Meeresspiegel, im Niederbergischen Land, 90 300 Einwohner; Kunstmuseum im Schloss Hardenberg, Deutsches Schloss und Beschlägemuseum; Zentrum der deutschen Beschläge …   Universal-Lexikon

  • Velbert — Original name in latin Velbert Name in other language Fel bert, Felbert, Velbert, ZQJ, fei er bei te, flbrt, Фелберт, Фельберт State code DE Continent/City Europe/Berlin longitude 51.33536 latitude 7.04348 altitude 245 Population 87669 Date 2012… …   Cities with a population over 1000 database

  • Velbert — geographical name city W Germany in North Rhine Westphalia in Ruhr valley NE of Düsseldorf population 89,347 …   New Collegiate Dictionary

  • Velbert — Vel·bert (fĕlʹbərt) A city of west central Germany in the Ruhr Valley northeast of Düsseldorf. It is a manufacturing center specializing in iron goods. Population: 89,261. * * * …   Universalium

  • Velbert — ► Ciudad del O de Alemania, en el estado de Renania Septentrional Westfalia; 93 056 h …   Enciclopedia Universal

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