Verbindungsbahn (Wien)
Haltestelle Speising

Der Begriff Verbindungsbahn wird in Wien für zwei Bahnstrecken verwendet:

Mit 1. Juni 1899 wurde der Betrieb auf der Wiener Verbindungsbahn von den k. k. österreichischen Staatsbahnen übernommen.[1]

Die Strecken waren und sind erforderlich, weil Wien über keinen Haupt- oder Zentralbahnhof verfügt, sondern die von Wien ausgehenden Bahnlinien, von unterschiedlichen Betriebsgesellschaften erbaut, Kopfbahnhöfe aufweisen. (Derzeit ist erstmals ein Hauptbahnhof in Bau, der 2012 / 2013 den Betrieb aufnehmen soll.)

Abgesehen von der ständigen Nutzung durch Fernzüge bestand auf beiden Verbindungsbahnstrecken schon im 19. Jahrhundert lokaler, teilweise über beide Strecken durchgehender Personenverkehr, der im 20. Jahrhundert bis zur Aufnahme des S-Bahn-Betriebes jahrzehntelang eingestellt war.

Inhaltsverzeichnis

Verbindungsbahn von West- zu Südbahn

Von der Westbahn in Fahrtrichtung Wien Westbahnhof zweigt sie nach dem Bahnhof Wien Hütteldorf im Bogen nach Süden ab, in Fahrtrichtung Linz im Bahnhof Wien Penzing ebenfalls im Bogen nach Süden; beide im 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing.

Jede der beiden eingleisigen Abzweigungen überquert auf separater Brücke den Wienfluss in den 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing, an der ehemaligen Haltestelle St. Veit an der Wien in Unter-St.-Veit vereinigen sich die beiden Gleise zu einer von hier an zweigleisigen Strecke in Richtung Süden. Hier bestand einst die Haltestelle Lainz.

Es folgen ein Bogen nach Osten und die im Personenverkehr benützte Haltestelle Speising. Dort befindet sich seit 2006 ein Ladegleis für Aushubmaterial des Lainzer Tunnels, der nach seiner Fertigstellung den beträchtlichen Güterverkehr der Strecke aufnehmen soll.

Die Strecke verläuft nun, im 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling teilweise im Tunnel, weiter ostwärts. Kurz bevor der Bahnhof Wien Meidling an der Südbahn, Fahrtrichtung Nordosten, erreicht wird, zweigt südöstlich eine Direktverbindung zur Donauländebahn ab, die unter anderem zur Ostbahn stadtauswärts führt.

Auf die andere Verbindungsbahn durchgehende Züge benützten von Meidling zum Südbahnhof die Südbahnstrecke. Sie tauchten vor dem Südbahnhof in den Steudeltunnel ein, unterfuhren die Südbahn und bedienten die in der Diagonale zwischen Süd- und Ostbahnhof im Einschnitt gelegene Haltestelle Favoriten, bevor sie Richtung Hauptzollamt weiterfuhren. Zur Betriebsaufnahme der Wiener Schnellbahn 1962 wurde dieser Streckenteil durch einen neuen S-Bahn-Tunnel ersetzt, der die neu gebaute Haltestelle Südbahnhof (S-Bahn) im Tiefgeschoß erreicht und von dort Richtung Wien Mitte weiterführt.

Auf der Verbindungsbahn besteht Schnellbahnbetrieb. Weiters benützen internationale Züge, die aus Deutschland kommen und über Wien nach Budapest weiterfahren, bis zur Fertigstellung des Lainzer Tunnels diese Strecke.

Verbindungsbahn von Süd- zu Nordbahn

Verbindungsbahn (Wien)
Kursbuchstrecke (ÖBB): 900
Streckenlänge: 8,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV / 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 21,5 
Höchstgeschwindigkeit: 100[2] km/h
Legende
Strecke – geradeaus
Nordbahn
Bahnhof, Station
0,065 Wien Praterstern
Strecke – geradeaus
0,000
6,600
Brücke über Wasserlauf (groß)
Verbindungsbahnbrücke über den Donaukanal
   
5,602 Wien Radetzkyplatz (03.07.1944 aufgelassen)
Tunnel – Anfang
   
4,845 Wien Mitte
Tunnel – Ende
Tunnel – Anfang
Teil des St. Marxer Tunnels (1727 m)
   
3,725 Wien Rennweg
   
Aspangbahn
Tunnel – Ende
Tunnel – Anfang
Schnellbahntunnel 1235 m
   
1,925 Wien Südbahnhof (S-Bahn)
   
1,340 Wien Südtiroler Platz
Tunnel – Ende
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Abzweig zur Südbahn
Strecke – geradeaus
0,000
9,600
Haltepunkt, Haltestelle
9,414 Wien Matzleinsdorfer Platz
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Abzweig zur Südbahn
Bahnhof, Station
7,726 Wien Meidling
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links und rechts
Verbindungsbahn, Südbahn, Pottendorfer Linie

Wiener Verbindungsbahn ist auch der historische Name der Strecke zwischen dem 2010 abgetragenen Südbahnhof, dessen S-Bahn-Haltestelle im Tunnel weiterhin in Betrieb ist, und dem Nordbahnhof[3].

Die Strecke verläuft von der ehemaligen Haltestelle Favoriten zwischen Süd- und Ostbahnhof (seit 1962 durch einen neuen Tunnel unter dem Südbahnhof ersetzt) teils unterirdisch, teils im Einschnitt in einem nach Nordosten zielenden Bogen, in dem sich einst die Haltestelle Arsenal befand, zur Station Rennweg (Einmündung der Pressburger Bahn), von dieser im Einschnitt zum Bahnhof Wien Mitte (in Tieflage; damals Wien Hauptzollamt genannt), sodann Richtung Nordosten bzw. Norden über Straßenniveau ansteigend zur nicht mehr bestehenden Haltestelle Radetzkyplatz und zur Verbindungsbahnbrücke über den Donaukanal und weiter in Hochlage zur seinerzeitigen Haltestelle Praterstern und zum Nordbahnhof (beide nunmehr im Bahnhof Wien Praterstern zusammengelegt).

Die Strecke ist seit 1962 Teil der damals eröffneten S-Bahn-Stammstrecke und heute die meistbefahrene Bahnstrecke in Wien. Neben S-Bahn-Zügen wird sie auch von Regionalzügen aus dem südlichen ins nördliche Niederösterreich benützt; Fernzüge verkehren hier derzeit nur in Ausnahmefällen.

Wiener Stadt- und Verbindungsbahn, Wiener Ortsverkehrs-Karte, Oktober 1926
Fahrplan Verbindungsbahn vom 3. Oktober 1926 (Auszug)
Brücke der Verbindungsbahn über den Wienfluss
S-Bahn-Zug nach Unter-Purkersdorf vor der ehemaligen Bahnstation St. Veit an der Wien nahe der Hietzinger Hauptstraße

Einzelnachweise

  1. K. k. Oesterreichische Staatsbahnen. Das Vaterland, Morgenblatt, 10. Juni 1899, S. 8, rechts Mitte[1]
  2. Buchfahrplan Heft 17L, 1995, S. 130
  3. Sommerfahrordnung im Wiener Local- und Stadtbahnverkehre. Wiener Verbindungsbahn. Neue Freie Presse, Morgenblatt, 1. Mai. 1903, S. 20, links unten[2]

Literatur

  • Wolfgang Zenker: Umbau der Verbindungsbahn Hütteldorf-Meidling. Diplomarbeit, Technische Universität Wien 1984

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