Batugade
Suco Batugade
Batugade liegt im Westen von Balibo an der Küste. Der Ort Batugade liegt an der Westküste des Sucos.
Daten
Fläche 48,62 km²[1]
Einwohnerzahl 2.379 (2010)[2]
Chefe de Suco Afonso Pereira
(Wahl 2009)
Orte Position[3] Höhe
Aumodok 8° 57′ S, 124° 59′ O-8.9580555555556124.98416666667181 181 m
Badutmean 8° 59′ S, 124° 57′ O-8.9888888888889124.94555555556302 302 m
Batugade 8° 57′ S, 124° 58′ O-8.9472222222222124.9725100 100 m
Biae 8° 58′ S, 125° 0′ O-8.9677777777778124.99444444444236 236 m
Halinsana 8° 57′ S, 124° 58′ O-8.9501194444444124.9648277777844[4] 44 m
Kolosuma 8° 58′ S, 125° 0′ O-8.9638888888889125.00083333333275 275 m
Lotan (Zentrum) 8° 58′ S, 124° 59′ O-8.9609805555556124.98982222222[4] ?
Lotan (Südost) 8° 59′ S, 125° 0′ O-8.9805555555556125.00333333333325 325 m
Maudekut 8° 59′ S, 125° 0′ O-8.98124.99611111111325 325 m
Mota'ain 8° 58′ S, 124° 57′ O-8.9591666666667124.9508333333369[4] 69 m
Motamorak 8° 58′ S, 125° 0′ O-8.9630555555556124.99333333333236 236 m
Nu Badac 8° 57′ S, 124° 59′ O-8.9416666666667124.9786111111169 69 m
Sukabelulik 8° 57′ S, 124° 59′ O-8.9488888888889124.99083333333237 237 m
Tapo 8° 56′ S, 125° 2′ O-8.9391666666667125.02611111111366 366 m
Batugade (Osttimor)
Batugade
Batugade

Der osttimoresische Ort und Suco Batugade (auch Batugede) liegt im Subdistrikt Balibo (Distrikt Bobonaro), an der Küste der Sawusee und nahe der Grenze zum indonesischen Westtimor.

Inhaltsverzeichnis

Der Ort

Timoresischer Zoll in Batugade

Batugade liegt in Luftlinie 70 km (112 km auf der Straße) westlich von der Landeshauptstadt Dili auf einer Meereshöhe von 100 m. Verhältnismäßig gut ausgebaute Straßen führen von hier entlang der Küste nach Dili und in das Landesinnere nach Balibo und der Distriktshauptstadt Maliana. Der Ort selbst besteht aus den Ortsteilen Batugade, Halinsana und Nu Badac (Nu Badac, Nubadak).

Im Ort steht ein portugiesisches Fort aus dem Jahre 1655 mit massiven Mauern und einigen alten Kanonen. Dem Strand von Batugade spricht man touristisches Potential zu.[5] Außerdem gibt es hier eine Grundschule und eine medizinische Station. Außerdem führt hier eine Brücke über den Fluss Leometik, der hier in die Sawusee mündet. Nördlich gibt es noch eine vorbereitende Schule für die Sekundärstufe.[6]

Der Suco

Landschaft an der Grenze zu Westtimor

Der Suco Batugade hat 2.379 Einwohner (2010,[2] 2004: 1.841[7]). Der Suco liegt im Westen des Subdistrikts Balibo an der Küste der Sawusee und hat eine Fläche von 48,62 km².[1] Im Norden grenzt er an den Suco Sanirin, im Osten an Balibo Vila im Süden an Cowa und im Westen an das indonesische Westtimor. Im Südosten entspringen die Flüsse Kolosuma und Morak. Beim Ort Kolosuma treffen die Flüsse aufeinander und bilden ab hier den Fluss Leometik. In Batugade trifft die Überlandstraße aus Maliana auf die nördliche Küstenstraße, einer der wichtigsten Verbindungen des Landes. Von Batugade führt die Küstenstraße 2,5 km nach Westen bis zum Dorf Mota'ain, mit dem wichtigsten Grenzübergang zwischen Osttimor und Indonesien und einem Hubschrauberlandeplatz für Notfälle. Der westtimoresische Ort Atapupu ist auf der Straße von hier 12 km entfernt.

An der Straße nach Maliana liegen von West nach Ost die Orte Aumodok, Lotan, Motamorak und Kolosuma. Bei Motamorak führt die Straße über eine Brücke über den Leometik. Von hier aus führt auch eine kleine Straße nach Süden, entlang des Morak. Hier liegen die Orte Biae, Maudekut (Maudekur) und ein weiterer Ort namens Lotan. Im Nordosten liegt außerdem der Ort Tapo, im Südwesten das Dorf Badutmean.[8] Im Siedlungszentrum von Aumodok, Lotan und Motamorak gibt es eine Grundschule.[6]

In Batugade befinden sich die drei Aldeias Batugade, Lotan und Nu Badac.[9]

Geschichte

Antonio Pigafetta landete am 26. Januar 1522 an Bord des spanischen Schiffs Victoria als erster Europäer in der Region, nahe Batugade und blieb für 18 Tage. Bereits Ende des 17. Jahrhundert errichteten die Portugiesen in Batugade ein Fort.[10] Während der Cailaco-Rebellion 1726 wurde von hier aus eine portugiesische Streitmacht entsandt, die zusammen mit Truppen aus Dili das Rebellenzentrum Cailaco einnehmen sollten, doch die Belagerung war erfolglos. Im Laufe der Rebellion wurde das Fort aufgegeben. Gouverneur Pedro de Rego Barreto da Gama e Castro ließ den Posten 1731 wieder besetzen und schloss Frieden mit dem lokalen Rebellenchef Dom Lourenço da Costa, einem Topasse. 1734 rebellierte Batugade erneut gegen die Portugiesen, die aber auf Verstärkung aus Goa zurückgreifen konnten.[11] Als die Portugiesen 1769 Lifau aufgaben und die Hauptstadt der Kolonie nach Dili verlegten, machten sie in Batugade einen Zwischenstop und verstärkten das Fort zur Abwehr der rebellischen Topasse im Westen. Das Fort war rechteckig mit einem kleinen Bollwerk und mit einigen Kanonen bestückt, die bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts veraltet waren. Sie standen auf hölzernen Gestellen in den Ecken des Forts. Im Fort waren unter anderem timoresische Soldaten im portugiesischen Dienst (Moradores) stationiert.

Gouverneur José Pinto Alcoforado de Azevedo e Sousa (1815 bis 1820) schlug eine Rebellion in Batugade nieder.[11] 1868 wurde das Fort von Batugade zur Basis der Militärexpedition gegen das rebellierende Reich von Cowa, zu dem auch das Gebiet um Batugade gehörte. 1871 kapitulierte die mit Cowa verbündete Königin von Balibo, Dona Maria Michaelia Doutel da Costa. Sie traf, wie vereinbart, am 29. Mai in Batugade mit Gouverneur João Clímaco de Carvalho zusammen. Die Königin von Cowa kam nicht. Daher unterzeichnete Dona Maria am 1. Juni allein die ihr vorgelegten Vereinbarungen, die eine Unterwerfung Balibos als Vasallen Portugals bedeuteten. Cowa erkannte erst 1881 die Vorherrschaft Portugals an. Während des Krieges von Manufahi (1894-1896) besetzten 1896 Aufständische aus Fatumean das Fort.[12]

Während der portugiesischen Diktatur hieß Batugade Caxias do Extremo. In dieser Zeit befand sich hier ein berüchtigtes Gefängnis für Verbannte, dass unter dem Namen „Der Friedhof der Lebendigen“ bekannt war.

Anfang 1961 versuchte das linksgerichtete Kampfbüro zur Befreiung Timors (Bureau de Luta pela Libertação de Timor) unter Maoclao, mit finanzieller Unterstützung aus Indonesien, einen Aufstand gegen die portugiesische Kolonialherrschaft. Am 9. April 1961 riefen sie in Batugade eine Republik aus und stellten eine timoresische Regierung mit zwölf Ministern auf. Die Portugiesen schlugen den Aufstand schnell nieder und die Kämpfer flohen nach Indonesien.

Bereits am 8. Oktober 1975, zwei Monate vor dem offiziellen Beginn der Invasion, besetzten indonesische Truppen den Grenzort Batugade und errichteten hier ihr Hauptquartier für die folgende Operation Komodo. Dabei gab man vor, es handle sich um Kämpfer der UDT, die zuvor der FRETILIN unterlegen war. Am 16. Oktober wurden der restliche Distrikt von Bobonaro und der Distrikt Cova Lima durch die Indonesier besetzt. Am 7. Dezember begann Indonesien mit der Invasion in das restliche Gebiet Osttimors.[13]

Politik

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Pedro das Dores zum Chefe de Suco gewählt.[14] Bei den Wahlen 2009 gewann Afonso Pereira.[15]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch)
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. a b c Get Coordinate - Wiki Koordinaten ermitteln
  5. Bobonaro District Development Plan 2002/2003 (PDF-Datei; 566 kB)
  6. a b UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008
  7. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  8. Timor-Leste GIS-Portal
  9. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch)
  10. Artur Teodoro de Matos: Tradição e inovação na administração das ilhas de Solor e Timor: 1650-1750
  11. a b Chronologie de l’histoire du Timor (1512-1945) suivie des événements récents (1975-1999) (französisch)
  12. History of Timor – Technische Universität Lissabon
  13. Center for Southeast Asian Studies, Northern Illinois University
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados
  15. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados

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