Bauer Gruppe
BAUER AG
Logo der BAUER AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005168108
Gründung 1790
Unternehmenssitz Schrobenhausen, Deutschland
Unternehmensleitung

Thomas Bauer (Vorstandsvorsitzender)

Mitarbeiter 8.103 (09/2008) [1]
Umsatz 1.033,00 Mio (2007) [2]
Bilanzsumme 857,2 Mio (09/2008) [1]
Branche Bau, Maschinenbau
Website

www.bauer.de

Die BAUER AG ist ein deutsches Bau- und Maschinenbauunternehmen mit Sitz im oberbayrischen Schrobenhausen.

Das Unternehmen verzeichnete im Jahr 2007 mit weltweit über 8.103 Mitarbeitern einen Umsatz von 1.033,0 Millionen Euro.

Die Aktie des Unternehmens ist im MDAX der Deutschen Börse gelistet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Jahr 1790 erwirbt Sebastian Bauer (damals: "Paur") aus Deggendorf, Sohn einer in der Vor-Generation aus Osterhofen (Niederbayern) stammenden Kupferschmied-Familie, eine Kupferschmiede in Schrobenhausen. Über ein Jahrhundert arbeiten die Kupferschmiede bei der Einrichtung von Brauereien, decken Dächer mit Kupfer und stellen Gegenstände für den Hausgebrauch her.

Andreas Bauer bohrt 1874 in Schrobenhausen für das neue Wasserhaus der Bahnlinie Augsburg - Ingolstadt einen artesischen Brunnen. Der Brunnenbau wird neuer Geschäftszweig des Unternehmens. Für dessen Sohn Karl Bauer ist der Bau der zentralen Wasserversorgung der Stadt Schrobenhausen im Jahre 1928 ein Schlüsselprojekt. Mit dieser Referenz wendet er den Betrieb zum Brunnenbau-Unternehmen und ist mit der Errichtung von Brunnen und Wasserversorgungsanlagen für Städte und Industriebetriebe bald in ganz Bayern tätig.

Karlheinz Bauer, Jahrgang 1928 und seit 1953 Gesellschafter, wird 1956 alleiniger Geschäftsführer und richtet den Betrieb auf den Spezialtiefbau aus. Zwei Jahre später folgt die Erfindung des Verpreßankers auf der Baustelle Bayerischer Rundfunk in München. Das Unternehmen meldet auf das Bauverfahren ein Patent an und beginnt dessen internationale Vermarktung. Die erste Auslandsbaustelle befindet sich 1959 in der Schweiz - der Verpreßanker beginnt seine Erfolgsgeschichte. In den 1960er Jahren wird dieses Bauverfahren beim U-Bahnbau in zahlreichen Städten der Bundesrepublik eingesetzt.

Das Unternehmen beginnt 1969 mit der Konstruktion und Fertigung des ersten Ankerbohrgeräts und geht damit erste Schritte im Bereich Maschinenbau. Im Jahr 1975 erhält das Unternehmen erste Aufträge in Libyen, in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In der Folgezeit dehnt Bauer Spezialtiefbau die Bautätigkeit und den Maschinenvertrieb auf immer mehr Länder aus, ab Mitte der 1980er Jahre mit neuen Schwerpunkten im Fernen Osten.

1976 wird die Maschinenpalette um das Großdrehbohrgerät BG 7 erweitert. Die BG-Serie entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten zum Kernbereich des Bauer-Maschinenbaus. 1984 erfolgt die Konstruktion und der Bau einer eigenen Schlitzwandfräse. Zwei Jahre später wird Prof. Thomas Bauer, seit 1984 zweiter Geschäftsführer, alleiniger Geschäftsführer. Unter seiner Leitung erfolgt die Internationalisierung der Bauer Gruppe im Maschinenbau und Spezialtiefbau.

Im Jahr 1990 erfolgt die Gründung der BAUER und Mourik Umwelttechnik GmbH & Co (kurz BMU). Daraus entwickelt sich nach 2002 mit Übernahme der FWS Filter- und Wassertechnik die BAUER Umweltgruppe (heute: BAUER Resources). 1992 erfolgt die Übernahme des ostdeutschen Unternehmens Schachtbau Nordhausen GmbH. Schon im Jahr zuvor wurde mit Schachtbau die gemeinsame Tochter SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH gegründet.

1994 wird die BAUER Aktiengesellschaft als Holding gegründet. Daraufhin erhält 1996 die Deutsche Beteiligungs AG bei Kapitalerhöhung Anteile der BAUER AG. 2001 wird mit der Neustrukturierung der BAUER Gruppe begonnen. Die BAUER Maschinen GmbH wird eigenständig am Markt tätig. Die BAUER Maschinengruppe mit den Firmen Klemm Bohrtechnik, MAT Mischanlagentechnik, RTG Rammtechnik, Eurodrill, TracMec und PILECO erhält ein eigenes Profil.

Am 4. Juli 2006 geht die BAUER AG an die Börse. BAUER übernimmt am 20. April 2007 die German Water and Energy GmbH (kurz GWE), eine Erweiterung der Geschäftsaktivitäten im Bereich Brunnentechnik, Wasser und Geothermie.[3] Dadurch erhöht sich die Mitarbeiterzahl auf 5830 Mitarbeiter. Am 17. April 2008 erfolgt die Grundsteinlegung für ein neues Fabrikgelände mit über 34.000 m² Hallenfläche in Edelshausen, nachdem kurz zuvor der Hallenkomplex in Aresing bereits erweitert worden war.

In der Russischen Föderation wird 2008 die Niederlassung der BAUER Spezialtiefbau GmbH in die OOO BAUER Technologie mit Sitz in Moskau überführt. Sie ist die alleinige Vertretung der BAUER Spezialtiefbau GmbH in Russland.

Konzernstruktur

Die Unternehmen der BAUER Gruppe sind in drei großen Segmenten tätig: Spezialtiefbau und Spezialbau, Maschinenbau und Ressources. Damit führen die - mit allen Tochterfirmen - rund 100 Firmen weltweit sowohl Bautätigkeit wie auch die Konstruktion und Herstellung von Maschinen und Geräten für den Spezialtiefbau und die Exploration von Bodenschätzen, aber auch u.a. Leistungen im Bereich Umwelttechnik, Bauwerkssanierung, Brücken- und Kläranlagenbau sowie Bergbau und Projektentwicklung aus.

Tochterunternehmen der BAUER AG u.a.

  • BAUER Spezialtiefbau
  • SBN Schachtbau Nordhausen
  • SPESA Spezialbau und Sanierung
  • BMU Bauer und Mourik Umwelttechnik
  • FWS Filter- und Wassertechnik
  • Wöhr + BAUER
  • BAUER Maschinen
  • Klemm Bohrtechnik
  • MAT Mischanlagentechnik
  • RTG Rammtechnik
  • Eurodrill
  • Prakla Bohrtechnik
  • TracMec
  • Pileco
  • EWN ErdWärmeNetz
  • Fambo
  • German Water and Energy GmbH (GWE)
  • ESAU & HUEBER GmbH

Spezielle Bauverfahren

Die Unternehmen der BAUER Gruppe waren maßgeblich an der Entwicklung verschiedener Bauverfahren für den Spezialtiefbau beteiligt. Dazu gehören unter anderem:

Weblinks

Veröffentlichungen über die BAUER Unternehmensgruppe u.a.:

  • Franz-Josef Mayer (Hrsg.): BAUER - Geschichte und Geschichten. Verlag Ballas, 2006
  • Erwin Stötzer / Manfred Schöpf / Franz-Josef Mayer / Klaus Englert: Spezialtiefbau - Festschrift zum 80.Geburtstag von Karlheinz Bauer, Verlag Ballas, 2008

Einzelnachweise

  1. a b Dritter Quartalsbericht der Bauer AG vom 14. November 2008
  2. Geschäftsbericht (2007) der Bauer AG vom 22. April 2008
  3. 20. März 2007 Bauer übernimmt die German Water and Energy GmbH

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