Bauern-Jörg
Kolorierter Holzschnitt von Hans Burgkmair d.Ä.

Georg III. Truchsess von Waldburg-Zeil (* 25. Januar 1488 in Waldsee; † 29. Mai 1531 in Waldsee) war ein auch als Bauernjörg bekannter deutscher Heerführer und der bekannteste Vertreter des Hauses Waldburg im 16. Jahrhundert, das im Heiligen Römischen Reich ab 1525 das Erbtruchsessenamt innehatte und dieses als Bestandteil ihres Namens führte.

Inhaltsverzeichnis

Leben

1508 diente er Herzog Ulrich von Württemberg und half ihm bei der Niederschlagung des Armen Konrad, 1516 kämpfte er für Bayern an der Seite Kaiser Maximilians in Oberitalien gegen Frankreich und die lombardischen Städte.

In den Folgejahren führte er vor allem Aufträge für den Schwäbischen Bund aus. 1519 vertrieb er in dessen Auftrag seinen ehemaligen Herrn Herzog Ulrich aus Württemberg.

1525 übernahm er die Statthalterschaft im Herzogtum Württemberg, die sein Vetter Wilhelm seit 1521 dauerhaft innegehabt hatte, die dieser jedoch aufgrund eines Schlaganfalles hatte abgeben müssen. Georg und Wilhelm wurden beide von Kaiser Karl V. am 27. Juli 1526 in Toledo zum „Reichserbtruchsess“ ernannt.[1]

Bauernjörg

Statue Georgs im Rittersaal von Schloss Wolfegg

Als Bauernjörg wurde Georg vor allem durch seine Rolle im Bauernkrieg berühmt und wegen seines grausamen und erbarmungslosen Durchgreifens gegen die aufständischen Bauern gefürchtet. Als im Jahre 1525 in Deutschland der Bauernkrieg begann, war der Großteil der kaiserlichen Truppen in den italienischen Kriegen gebunden. Nur unter großen Anstrengungen gelang es Georg von Waldburg 4.000 Landsknechte zu rekrutieren und diese, entgegen ihren Überzeugungen und unter zahlreichen Desertionen, gegen die Bauern zu führen. Solange er keine Chance auf einen militärischen Sieg sah, schloss er Verträge mit den Bauern (z. B. Vertrag von Weingarten), die ihnen zwar leichte Verbesserungen brachten, an ihrer grundlegenden Situation aber nichts änderten und die Stellung der Herrschenden festigten. Erst als nach dem Sieg in der Schlacht bei Pavia massenweise arbeitslose Kriegsveteranen nach Süddeutschland zurückkehrten, strömten genügend Landsknechte seinen Werbern zu. Unter seiner Führung wurde nun ein Bauernhaufen nach dem anderen zerschlagen. Den versprengten Bauern zog er hinterher, überfiel die Bauern in ihren Dörfern, ließ sie foltern, verstümmeln und hinrichten. Die Quellen nennen 70.000 bis 130.000 Tote. Er hat damit wesentlich zur Niederlage der Bauern und ihrer Führer (Anton Eisenhut, Florian Geyer, Wendel Hipler) beigetragen.

Georg Truchsess von Waldburg-Zeil erhielt nach dem Aufstand einen Großteil der Gebiete, in denen Bauernaufstände niedergeschlagen worden waren und kassierte Lösegelder.

Der Truchsess von Waldburg-Zeil ist eine der Hauptfiguren in Wilhelm Hauffs Roman Lichtenstein, dessen Handlung gegen Ende der Bauernkriege spielt.

Einzelnachweise

  1. Rudolf Raub: Reichserbtruchseß Wilhelm d.Ä. von Waldburg'. In: Schwäbische Heimat, 1958

Literatur

  • Bernt Engelmann: Wir Untertanen. Ein deutsches Anti-Geschichtsbuch.. Verlag Fischer, Frankfurt a.M. 1980. 
  • Kreisarchiv Bodenseekreis (Hrsg.): Leben am See 11-2, Materialien zur Regionalgeschichte: Der Seehaufen im Bauernkrieg, Band 2. Friedrichshafen 1981. 
  • Elmar L. Kuhn: Bauernkrieg im Linzgau. In: Dillmann, Erika (HRSG) Bermatingen. Heimatbuch zur 1200-Jahr-Feier (S. 81–104). Bermatingen 1979. 
  • Oberschulamt Tübingen (Hrsg.): Materialien zur Landeskunde und Landesgeschichte. Heft 4: Der Bauernkrieg im südlichen Oberschwaben. 

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