Bauernlineal

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Wiehengebirge
Lage in Deutschland

Lage in Deutschland

Höchster Gipfel Heidbrink (320 m ü. NN)
Lage Niedersachsen/ Nordrhein-Westfalen
Koordinaten 52° 18′ N, 8° 38′ O52.2958.6366666666667320Koordinaten: 52° 18′ N, 8° 38′ O
Das Wiehengebirge bei Hüllhorst von Südosten aus gesehen


Das Wiehengebirge (lokal auch: Wiehen) ist ein bis 320 m ü. NN hohes Mittelgebirge in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Das zu den Nordausläufern der deutschen Mittelgebirge am Südrand des Norddeutschen Tieflands zählende Gebirge wird zum Weserbergland oder im weiteren Sinne zum Weser-Leine-Bergland gerechnet. Das dicht bewaldete Wiehengebirge ist ein Teilraum des Naturparks TERRA.vita.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Wiehengebirge liegt in den Landkreisen Osnabrück, Minden-Lübbecke und Herford. In der West-Ost-Richtung im nördlich gelegenen Teil erstreckt es sich ungefähr von Bramsche (nordwestlich von Osnabrück) über Ostercappeln, Bad Essen, Preußisch Oldendorf und Rödinghausen, Lübbecke, Hüllhorst und Bad Oeynhausen bis zu den an der Porta Westfalica bzw. Weser gelegenen Städten Minden und Porta Westfalica. Dabei werden nördlich auch Bohmte und Hille berührt. Südlich vom Wiehengebirge liegen Osnabrück, Bissendorf, Melle, Kirchlengern, Bünde, Löhne und Bad Oeynhausen.

Während das Ostende mit der Porta Westfalica und dem Wittekindsberg klar definiert ist, ist dies für das Westende nicht einfach möglich. Nach Westen wird das Gebirge kontinuierlich flacher, entwickelt sich von einem Höhenzug zu einer Hügelkette und geht dann beinahe unmerklich in Tiefland über. Südlich von Bramsche erhebt sich mit der Penter Egge der Höhenzug nochmals auf 99 Meter, aber bereits 2,5 km westlich davon ist das Niveau des umgegebenden Landes erreicht. Scheinbar markieren der nach Süden verlaufenden Wasserstraßen Stichkanal Osnabrück und Mittellandkanal das Ende des Gebirges. Westlich dieser Kanäle baut sich dann aber noch einmal die 82 Meter hohe Larberger Egge auf und bildet den westlichsten Eckpfeiler des Wiehengebirges, der sich nur 2 km nordöstlich der Grenze zum Regierungsbezirk Münster erhebt.

Nördlich des Wiehengebirges schließt sich das Norddeutsche Tiefland an. Am Weserufer gegenüber der Porta Westfalica liegt das Wesergebirge, das die östliche Fortsetzung des Wiehengebirges ist. Es ist aus geologischer Sicht ähnlich aufgebaut und erstreckt sich bis etwa nach Hessisch Oldendorf zum Süntel. Südöstlich des Wiehengebirges befindet sich das Lipper Bergland, südlich das Ravensberger Hügelland, südwestlich im Bereich des Tecklenburger Lands die nördlichen Ausläufer des Teutoburger Walds, und nordwestlich der Gehn und die Ankumer Höhe, die Dammer Berge und der Stemweder Berg. Nördlich vom Nordwestende des Wiehengebirges liegt das Große Moor.

Namensdeutungen

Auf dieser historischen Karte wird das Wiehengebirge als Silva Herculi Sacra (lat: Heiliger Wald des Hercules) bezeichnet, was für die Herleitung des Namens Wiehen aus geweiht/ heilig spricht.

Wiehengebirge kommt vermutlich aus einer altsächsischen Wortwurzel und heißt „geweihtes Gebirge“ (den Germanen waren Wälder, insbesondere Bergwälder heilig). Oft genannt wird auch die Erklärung, dass Wiehen sich aus Weide, Wiese oder weiden entlehnt hat. In der Tat ist auf alten Stichen zu sehen, dass das Wiehengebirge z.B. bei Lübbeck noch Anfang des 18. Jahrhunderts bis nahe an den Gebirgskamm nicht wie heute aus Wäldern, sondern aus Weideland bestand, und somit dieses „Wiesengebirge“ erst später aufgeforstet wurde.

Eine eher scherzhafte Erklärung des Namens lautet, das Wiehengebirge sehe nur aus „wie 'n Gebirge“, verdiene aber mit seiner tatsächlichen Höhe von selten mehr als 300 Meter diese Bezeichnung eigentlich nicht.

Aufgrund seiner klaren West-Ost-Ausdehnung wird das Wiehengebirge umgangssprachlich auch als „Bauernlineal“ bezeichnet. Insbesondere das östliche Wiehengbirge ist in einer ansonsten sehr flachen Umgebung als markante Erhebung meist selbst aus größerer Entfernung sichtbar und somit für den Wandersmann eine wertvolle Orientierungshilfe, der den Kompass überflüssig erscheinen lässt. Es scheint aber so, dass der Name Wiehengebirge lange Zeit nur unterschwellig im Volksmund überlebt hatte, denn in älterer Zeit wurde der Höhenzug von Wiehengebirge, Wesergebirge und Süntel offiziell gemeinsam als Süntel bezeichnet. Aus geomorphologischer Sicht ist es nicht abwegig, diese Teile als eine geographische Einheit anzusehen.

Landschaftsbild

Gliederung des Wiehengebirges in östlichen und westlichen Teil
Profil des westlichen und östlichen Teils im Vergleich

Das kammartige Wiehengebirge ist ein langgestrecktes Gebirge[1] das aus schmalen, bewaldeten Höhenrücken (als Eggen bezeichnet) besteht, die durch Pässe und Durchbruchstäler (Dören) voneinander getrennt werden. Zusammen mit der Ankumer Höhe, dem Gehn, dem Wesergebirge und dem Süntel bildet das Wiehengebirge einen Höhenzug und beinahe geschlossenen Waldgürtel von 143 km Länge. Die Breite des schmalen Hauptkamms schwankt beträchtlich, liegt jedoch durchschnittlich nur bei etwa 1 km. Das Wiehengebirge kann aufgrund der Erscheinungsform in einen westlichen und östlichen Teil unterteilt werden, wobei die Grenze dieser Teile nicht genau definiert ist; aus Gründen der geografischen Erscheinungsform bietet sich hierfür der Durchbruch der Großen Aue bei Neue Mühle an.

Östliches Wiehengebirge

Das östliche Wiehengebirge gehört vollständig zu Nordrhein-Westfalen. Es liegt zwischen der Porta Westfalica und Neue Mühle (Durchbruch der Großen Aue) und stellt sich beinahe ausschließlich als ein sich von Osten nach Westen von durchschnittlich 1 km auf bis zu 2,5 km verbreiternder, kammartiger und 28 km langer, von Osten nach Westen verlaufender Höhenzug dar. Nur im breiteren Teil zwischen Lübbecke und Neue Mühle gibt es dem Hauptkamm nach Norden vorgelagerte Berge, wie etwa den Reineberg. Der Höhenzug vollzieht im mittleren Teil einen markanten Bogen nach Norden und übersteigt fast durchweg eine Höhe von 200 m ü. NN deutlich. Im Bereich der Stadt Lübbecke weist der Höhenzug mehrere Berge von über 300 m Höhe auf.

Nach Norden fällt das östliche Wiehengebirge relativ sanft zum Lübbecker Lößland ab, während der Südhang zur Ravensberger Mulde meist deutlich steiler ist. Der Bergwald beginnt auf der Nordseite meist auf der 100-Meter bis 120-Meter Höhenlinie, auf der Südseite reicht das Kulturland hingegen höher, teilweise bis auf 200 Meter ü. NN. Die Wasserscheide liegt scheinbar nach Süden versetzt, und der Wald vom Kamm nach Süden reicht oft nur wenige hundert Meter weit, während der Wald sich nach Norden in bis zu 2 km Entfernung vom Kamm ausdehnt.

Das östliche Wiehengebirge bildet eine fast geschlossene Waldfläche, die nur an 2 Stellen bei Wallücke und nochmals 1 km westlich davon bei Bergkirchen, der einzigen Ortschaft auf dem Gebirgskamm, unterbrochen ist. Dadurch ist es möglich, auf dem Kammweg den Kreis Minden-Lübbecke zu durchwandern, ohne wirklich den Wald verlassen zu müssen, obwohl der Landkreis einen sehr geringen relativen Waldanteil von nur 11,5 Prozent aufweist. Im Osten des östliche Wiehengebirges dominiert Laubwald. Nach Westen nimmt der Anteil an Nadelwald kontinuierlich zu und beherrscht somit den Wald im Westen dieses Gebirgsabschnittes.

Die Bodenbedeckung, insbesondere die der steilen Hänge, ist nicht sehr mächtig und sehr steinreich. Daher ist die Vegetation auf Buchen und anspruchslose Gräser, Halbgräser und Moose beschränkt. Die zahlreichen Bäche entspringen in feuchten Quellmulden, fließen zunächst in V-Tälern (Siepen) die Hänge hinab, um dann durch die breiteren Sohlentäler zu mäandern.

Westliches Wiehengebirge

Das Eggetal im Winter

Das westliche Wiehengebirge gehört fast, bis auf den östlichsten Zipfel, zu Niedersachsen. Von Neue Mühle bis Bramsche stellt es sich im Vergleich zum östlichen Teil grundverschieden dar. Ab Neue Mühle fächert das Gebirge nach Westen auf, denn hier sind dem eigentlichen, 39 km langen Hauptkamm vielerorts zu beiden Seiten weitere, parallel verlaufende Höhenzüge vorgelagert. Geographisch korrekt wird zwar weiterhin nur der Hauptkamm als Wiehengebirge bezeichnet, im allgemeinen Bewusstsein der Bewohnerschaft rechnen jedoch auch die Nebenhöhenzüge dazu. Beispiele dafür sind die Egge (nördlich des Eggetals), die Meller Berge oder auch der Kalkrieser Berg. Dadurch ist das östliche Wiehengebirge im weiteren Sinne bisweilen von Nord nach Süd 10 km breit und mehr, und stellt sich so als wirkliche Mittelgebirgslandschaft dar.

Die größeren Gebirgstäler sind überwiegend waldfrei und besiedelt. Trotz der größeren Breite des westlichen Wiehengebirges ist es durchweg niedriger als das östliche. Höhen über 200 Meter erreichen die meisten Erhebungen östlich des Huntedurchbruchs (Nonnenstein, Schwarzer Brink, u.a). Westlich der Hunte sind die Berge meist deutlich niedriger. Das Gebirge wird nach Westen kontinuierlich flacher und unterschreitet dort regelmäßig die 100-Meter Höhenlinie, ganz im Westen erreicht sie sie schließlich überhaupt nicht mehr. Südlich von Brahmsche verliert sich das Wiehengbirge schließlich in der Norddeutschen Tiefebene, und findet nur scheinbar mit dem Gehn und der Ankumer Höhe seine Fortsetzung nach Nordwesten, da diese bewaldeten Höhen, auch wenn sie Teil des Naturparks Terra Vita sind, kein Gebirge im eigentlichen Sinne darstellen, sondern aus eiszeitlichen Endmoränen bestehen.

Im westlichen Wiehengebirge dominiert der Nadelwald. Hierbei gibt es nicht wie im östlichen Wiehengebirge eine bestimmte Regelmäßigkeit hinsichtlich einer bestimmten Höhenlage, ab welcher der Wald beginnt. Ortschaften finden sich durchweg auf relativ hoher Lage, wie z.B. Rattinghausen oder Büscherheide auf jeweils rund 170 Meter Meereshöhe.

Geologie

Nur selten treten die Gesteinsschichten wie hier am Nonnenstein offen zu Tage

Das Wiehengebirge entstand zusammen mit dem Weserbergland und anderen gleichartigen Mittelgebirgen durch Saxonische Bruchschollentektonik, bei der ein Mosaik von lang gezogenen Gräben und Horsten durch Hebungen der Erdkruste und dabei entstehende Störungen entstand. Zunächst entstand im südlichen Niedersächsischen Becken im Oberen Jura und in der Unterkreide an tief in die Erdkruste reichenden Störungen eine Zone besonders großer Mächtigkeit der sich dort absetzenden Meeresablagerungen. Im Coniac und Santon – zwei Untereinheiten (Stufen) der Oberkreide – zwischen etwa 90 und 80 Millionen Jahren vor heute wurde diese Zone in der subherzynen Phase eingeengt und zu einer mehr als 100 Kilometer langen und etwa Nordwest-Südost verlaufenden Aufwölbung angehoben, der so genannten Nordwestfälisch-Lippischen Schwelle (auch Niedersächsisches Tektogen). Das Wiehengebirge liegt am Nordrand dieser Zone. Die im Süden des Wiehengebirges mehr oder weniger flach liegenden Gesteinsschichten des Untergrundes biegen hier in einer großen Flexur nach Norden hinab. Von Süden nach Norden werden die im Wiehengebirge an der Eroberfläche anzutreffenden Gesteine deshalb zunehmend jünger: im Süden sind es Schichten der Trias, das Wiehengebirge selbst besteht aus Schichten des Unteren (Lias) und Mittleren Jura (Dogger), und der Nordabfall und das nördliche Vorland aus Oberjura- (Malm) und Unterkreidegesteinen.[2]

Die Jura-Gesteine des Wiehengebirges entstanden vor 170 bis 140 Millionen Jahren als Ablagerungen auf dem Meeresgrund. Es herrscht ein harter Sandstein vor, der nahe der Porta Westfalica als Portasandstein bezeichnet wird, und der z. B. in Wallücke abgebaut wird. Der weit verbreitete Sandstein ist ein relativ grobes Gestein, das durch Einlagerung von Eisenmineralen und Ton einen braunen Farbton aufweist und recht verwitterungsresistent ist. Die einzelnen Gesteinsschichten der Schichtenfolge bilden aufgrund ihrer unterschiedlichen Widerständigkeit Höhenstufen aus, die an vielen Stellen deutlich sichtbar sind. Die Kammlagen bestehen meist aus dem sehr harten und hellen Wiehengebirgssandstein.

Auf der Südseite des Gebirges schließen sich daran die harten Heersumer Schichten (Sandstein), Ornatenton Schichten und der Cornbrash-Sandstein an. Wiehengebirgssandstein und Heersumer Schichten gehören zum Oberen Jura, der Cornbrash ist dem Mittleren Jura zuzuordnen.

Am östlichen Ende des Wiehengebirges finden sich Wealdenkohle und Eisenerze im Untergrund, die einst im Mindener Revier industriell abgebaut wurde. Zur Farbherstellung wurde im westlichen Wiehengebirge in der Schwarzkreidegrube Schwarzkreide abgebaut. Im tiefen Untergrund sind Steinkohle führende Schichten des Karbons ausgebildet, die nördlich und westlich von Osnabrück an die Oberfläche treten und dort abgebaut wurden.

Eiszeiten

Vereisung der Saaleeiszeit (bis gelbe Linie)

Aufgrund der geringen Höhe hat das Wiehengebirge während der letzten Eiszeiten vermutlich keine eigenen Gletscher gebildet. Während der Elstereiszeit lag die Gletscherkante des Skandinavischen Eisschildes 200 km nördlich im Raum Hamburg (s. rote Linie in der nebenstehenden Abbildung)). Es ist zwar nicht auszuschließen, dass sich in beschatteten Tallagen des Wiehengebirges Firnfelder das ganze Jahr hielten, ein wirklicher Gletscherstrom konnte sich indes nicht ausbilden.

Anders sah dies bei der späteren Saaleeiszeit aus. Hier lag der Südrand des Skandinavischen Eisschildes weit südlich des Wiehengebirges - das Drenthe-Stadium der Saale-Eiszeit füllte die Westfälische Bucht vollständig aus. Möglicherweise floss ein erster Eisvorstoß noch um Wiehengebirge und Teutoburger Wald herum in die Bucht hinein, sodass diese zeitweilig Nunatakr bildeten. Später floss die Eismasse jedoch über beide Gebirge hinweg, wobei die Haupteisströme sich durch die Durchbrüche und Gebirgsättel ergossen.

Ein solcher Gletscherstrom war z.B. der Aue-Hunte-Gletscher, welcher bis in die Region des heutigen Detmolds reichte.[3] Ein Beleg dafür sind Steine, u.a. Feuersteine, die ursprünglich aus der Gegend von Småland, Südschweden und Bornholm stammen.[4]

Somit besitzt das Wiehengebirge wie auch die wesentlich höheren deutschen Mittelgebirge, die selbst Gletscher ausbildeten (Harz, Schwarzwald u.a), glaziale Formungsstrukturen, die hier jedoch durch das Inlandeis verursacht wurden, das von Norden zum Wiehengebirge kam.

Erhebungen

Südansicht bei Lübbecke
Wiehengebirge im Nebel
Wiehengebirge von Bünde aus gesehen

Das Wiehengebirge ist geprägt durch zahlreiche Berge und Höhen, die sich kammartig aneinander reihen und im Mittelteil des Gebirges mit dem Heidbrink bis 320 m ü. NN erreichen. Im Osten sind sie mit dem Wittekindsberg bis 294,2 m und mit dem westlichsten Berg des Wiehengebirges, der Schleptruper Egge, nur noch 148 m hoch. Zu den Bergen bzw. Erhebungen des Wiehengebirges in West-Ost-Richtung betrachtet gehören:

Höhe des jeweils höchstern Bergs in Fettdruck; Höhe in Meter über Normalnull

Bezeichnung Höhe Kommune Anmerkung / Lagebeschreibung
Schleptruper Egge 148 m Bramsche mit Sendeanlage; südöstlich Bramsche-Schleptrup
Kalkrieser Berg
auch: „Schmittenhöhe“
157 m Bramsche mit nahem Schloss Barenaue; nördlich Bramsche-Engter
Venner Egge 158 m Ostercappeln bei Ostercappeln-Vehrte
Eickener Egge 206 m Melle mit Aussichtsturm „Ottoshöhe“; nordöstlich von Melle
Oldendorfer Berg 219 m Oldendorf (Melle) mit Sternwarte Melle; im Ort Oberholsten
Diedrichsberg (Meller Berge) 220 m Oldendorf (Melle) mit Diedrichsburg; nördlich von Melle
Hesterbrink 234 m Oldendorf (Melle) höchste Erhebung von Melle und Hunte-Quelle
Sonnenbrink 177 m Bad Essen mit „Sonnenbrinkturm“ (Fernmeldeturm mit Aussichtsplattform); südwestlich von Bad Essen
Linner Berg 181 m Bad Essen mit „Naturdenkmal Saurierfährten“; süd-südwestlich Bad Essen Linne
Kleiner Kellenberg 161,4 m Bad Essen mit „Dinosaurierfährten von Barkhausen“; süd-südöstlich Bad Essen-Barkhausens
Großer Kellenberg 211 m Melle mit nahem Grünen See; nordöstlich von Melle-Buer
Steinbrink 135,6 m Bad Essen südlich Bad Essen Lintorf
Schwarzer Brink 211 m Bad Essen südlich Bad Essen Dahlinghausen
Egge 198 m Preußisch Oldendorf mit Wiehenturm; südwestlich der Altstadt von Preußisch Oldendorf
Offelter Berg 178 m Preußisch Oldendorf südlich Preußisch Oldendorf-Offelten
Limberg 190 m Preußisch Oldendorf mit restaurierter Anlage der Burg Limberg; nordöstlich Preußisch Oldendorf-Börninghausen
Nonnenstein
früher „Rödinghauser Berg“
274 m Rödinghausen/Preußisch Oldendorf mit „Aussichtsturm auf dem Nonnenstein“; nordwestlich Rödinghausen
Maschberg 190 m Rödinghausen/Preußisch Oldendorf nördlich Schwenningdorf
Donoer Berg 243 m Rödinghausen nördlich von Bieren-Dono
Glösinghauser Berg 289 m Preußisch Oldendorf östlich von Preußisch Oldendorf-Glösinghausen
Altes Verbrenn 291,1 m Preußisch Oldendorf östlich von Preußisch Oldendorf-Glösinghausen
Babilonie 255 m Lübbecke mit Kulturdenkmal Wallburg; südlich Lübbecke-Obermehnen
Blasheimer Berg 287,8 m Lübbecke mit Schierecks Tempel; südlich Lübbecke-Obermehnen
Kahlewart 240ca. 240 m Hüllhorst nördlich Hüllhorst-Oberbauerschaft; mit Freilichtbühne Kahle Wart
Breitenbrink 287 m Hüllhorst nördlich Hüllhorst-Oberbauerschaft
Wurzelbrink 318 m Lübbecke mit Aussichtsturm „Wartturm“; südlich Lübbecke
Kniebrink 315 m Lübbecke südlich Lübbecke
Meesenkopf 225,8 m Lübbecke südlich Lübbecke
Reineberg 276 m Lübbecke mit Resten der Ruine Reineburg; südlicher „Hausberg“ Lübbecke
Heidkopf 272,6 m Lübbecke nördlich Hüllhorst/Ahlsen-Reineberg
Heidbrink 319,6 m Hüllhorst nördlich Hüllhorst-Ahlsen-Reineberg
Straußberg 275,5 m Lübbecke südlich Lübbecke
Gehlenbecker Berg 275 m Lübbecke mit beeindruckendem Eichenbestand in Gipfelnähe; südlich Lübbecke-Gehlenbeck
Eilhauser Berg kein Gipfel Lübbecke südwestlich Lübbecke-Eilhausen
Nettelstedter Berg 288 m Lübbecke südwestlich Lübbecke-Nettelstedt
Schnathorster Berg
auch Eickhorster Berg
246,6 m Hüllhorst nördlich Schnathorst
Bröderhauser Berg
auch Lübber Berg
251,2 m Hille bei Hille-Oberlübbe; in der Nähe Oberlübber Bergsee
Elfter Kopf 233 m Bad Oeynhausen westlich Wallücke
Bergkirchener Kopf 255,4 m Bad Oeynhausen östlich Wallücke, nordwestlich Bergkirchen mit Nebengipfel Buchenkopf nördlich davon
Haddenhauser Berg 261,3 m Bad Oeynhausen nördlich Volmerdingsen
Lutternsche Egge 256 m Minden südlich Luttern
Eidinghauser Berg 247 m Bad Oeynhausen nördlich Bad Oeynhausen-Eidinghausen
Häverstedter Berg 269,6 m Minden südlich Häverstedt
Wittekindsberg 294,2 m Porta Westfalica u. a. mit Kaiser-Wilhelm-Denkmal, „Moltketurm“ und Wittekindsburg; westlich der Porta Westfalica

Sehenswürdigkeiten

Zu den größten Sehenswürdigkeiten des Wiehengebirges zählen neben der Natur und der Landschaft selbst vor allem das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica. Vom Denkmal kann man weit in das Norddeutsche Tiefland blicken. Bei Kalkriese befindet sich einer der vermuteten Orte der Varusschlacht. Im Gebirge finden sich außerdem zahlreiche weitere Aussichtstürme, Denkmäler, archäologische Stätten und andere touristische Aziehungspunkte, die im Folgenden aufgezählt werden.

Archäologische Stätten

Süd-südwestlich und unweit von Bad Essen-Barkhausen befindet sich zwischen Linner Berg im Nordwesten und Kleinem Kellenberg im Südosten das „Naturdenkmal Saurierfährten“, wo in einem ehemaligen Steinbruch etwa 150 Mio. Jahre alte Dinosaurier-Fährten zu sehen sind. An diesem Fundort gibt es Sauriernachbildungen, Informationstafeln und einen 16 km langen Dinosaurier-Rundwanderweg. Die Spuren stammen vom Elephantopoides barkhausensis und vom Megalosauropus teutonicus.

Im niedersächsischen Teil des Gebirges, in der Fundregion Kalkriese bei Bramsche-Kalkriese, soll im Jahr 9 n. Chr. die Varusschlacht stattgefunden haben. [5]

Daneben gibt es Bodendenkmäler die in folgenden Kapitel erwähnt werden.

Burgen

Folgende Burgen, Herrenhäuser und Schösser oder Ruinen eben solcher befinden sich im oder unmittelbar am Fuß des Wiehengebirges (von Ost nach West geordnet):

Bezeichnung Berg/Gebirgsteil Kommune Anmerkung / Lagebeschreibung
Gut Wedigenstein Wittekindsberg Porta Westfalica
Wittekindsburg Wittekindsberg Porta Westfalica abgegangene Fliehburg mit Ruine der Kreuzkirche
Burg Reineberg Reineberg Lübbecke abgegangene Burg
Meesenburg Meesenkopf Lübbecke nur Bodendenkmal
Gut Obernfelde beim Wurzelbrink Lübbecke am Gebirgsfuß gelegen
Babilonie Babilonie Lübbecke La-Tène-zeitliche Wallanlage, Bodendenkmal
Limburg Limberg Preußisch Oldendorf Ruine, einst Amtsburg in der Grafschaft Ravensberg
Diedrichsburg Meller Berge Melle inmitten Saupark
Schnippenburg - Ostercappeln Ringwallanlage, Bodendenkmal
Alt Barenaue nahe Kalkrieser Berg Bramsche Wasserburg

Denkmäler

Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Die bekanntesten Denkmäler im Wiehengebirge sind:

Bezeichnung Berg/Gebirgsteil Kommune Anmerkung / Lagebeschreibung
Bismarck-Feuersäule Nonnenstein Rödinghausen/Preußisch Oldendorf
Kaiser-Wilhelm-Denkmal Wittekindsberg Porta Westfalica -

Aussichtstürme

Auf zahlreichen Bergen wurden Aussichtstürme errichtet

Bezeichnung Berg/Gebirgsteil Kommune Anmerkung / Lagebeschreibung
Turm im Park Kalkriese beim Kalkrieser Berg Bramsche 40 Meter hoher Aussichtsturm
Sonnenbrinkturm Sonnenbrink Bad Essen Fernmeldeturm mit Aussichtsplatform auf 18 Meter Höhe
Ottoshöhe Meller Berge Melle 29 Meter hoher Holzturm
Nonnenstein Nonnenstein Rödinghausen/Preußisch Oldendorf 14 Meter hoher Steinturm
Wiehenturm Die Egge Preußisch Oldendorf Holzturm mit Aussicht auf das Eggetal
Wartturm Wurzelbrink Lübbecke Steinturm mit Blick auf das Ravensberger Land
Moltketurm Wittekindsberg Porta Westfalica Steinturm mit 13,9 Meter Höhe

Militärische Objekte

Einige militärische Einrichtungen befanden sich unmittelbar am oder im Wiehengebirge. Bei Preußisch Oldendorf lag unmittelbar am Waldrand das mittlerweile einer ziivlen Nutzung zugeführte Korpsdepot 155, ehemals ein Luftanklager, wo unter anderem das Material für ein Jägerregiment eingelagert war.[6] Bei Bad Essen war im Wiehengebirge eine niederländische Nike-Flugabwehrraketenstellung im Wald versteckt.[7]

Gewässer

An der Porta Westfalica trennt die Weser das Wiehen- (links) und Wesergebirge (rechts)

Zu den Fließgewässern im bzw. nahe dem Wiehengebirge gehören:

  • Else – entsteht bei Gesmold durch Bifurkation aus der Hase, passiert das Wiehengebirge südlich, fließt ostwärts und mündet in die Werre
  • Hunte – entsteht westlich Melle-Buers, fließt überwiegend nordwärts und mündet in die Weser
  • Großer Dieckfluss – entsteht am Balkenkamp in Preußisch Oldendorf, fließt nordwärts, wendet sich nach westlichem Bogen nordostwärts und mündet in die Große Aue
  • Große Aue – entsteht südlich des Wiehengebirges bei Dono, Gemeinde Rödinghausen, passiert das Gebirge nach Norden und mündet in die Weser
  • Hase – entsteht im Teutoburger Wald, passiert das Wiehengebirge westlich, fließt überwiegend nordwestwärts und mündet in die Ems
  • Werre – entsteht im Teutoburger Wald, passiert das Wiehengebirge südöstlich, fließt überwiegend nordwärts und mündet in die Weser
  • Weser – entsteht in Südniedersachsen bei Hann. Münden aus der Vereinigung der Fulda und der Werra, passiert das Wiehengebirge an der Porta Westfalica östlich in Süd-Nord-Richtung verlaufend und ist ein in die Nordsee mündender Strom
Größter Wasserfall des Wiehengebirges am Grünen See

Zu den Stillgewässern im Wiehengebirge gehören:

  • Grüner See – unweit nordöstlich Melle-Buers bzw. östlich des Großen Kellenbergs gelegen; mit höchstem Wasserfall des Gebirges
  • Crollager Teich – südlich Preußisch Oldendorf-Holzhausens nahe dem Weiler Glösinghausen gelegen (Naturdenkmal)
  • Oberlübber Bergsee – nordöstlich von Schnathorst, unweit des Lübberberges

Zu den Kanälen nahe dem Wiehengebirge gehören:

  • Mittellandkanal – verläuft unweit nördlich des Wiehengebirges zwischen den Städten Bramsche und Minden in West-Ost-Richtung und ist Wasserstraßenverbindung zwischen Ems im Westen und Elbe im Osten
  • Stichkanal Osnabrück – verläuft unweit westlich des Wiehengebirges zwischen den Städten Osnabrück und Bramsche in Süd-Nord-Richtung und ist Wasserstraßenanbindung des Osnabrücker Hafens im Süden an den Mittellandkanal im Norden

Ortschaften

Osnabrück ist die einzige Großstadt am Wiehengebirge. Einziger Ort unmittelbar auf dem Hauptkamm des Wiehengebirges ist Bergkirchen mit seiner Kirche und (einer) Wittekindsquelle. Zu den Ortschaften im oder am Wiehengebirge zwischen den Städten Porta Westfalica und Minden (südöstlich bzw. nördlich der Porta Westfalica am Übergang zum Wesergebirge) im Osten und der Stadt Bramsche im West-Nordwesten zählen:

Insgesamt haben diese Kommunen rund 595.000 Einwohner.

Verkehr

Das Wiehengebirge wird südlich zwischen Osnabrück und Bad Oeynhausen etwa in West-Ost-Richtung von der Bundesautobahn A 30 passiert, von der im Westen Anschlüsse an A 33 und A 1 bestehen, wobei letztere in Nord-Süd-Richtung verlaufend den äußersten Westteil des Gebirges durchschneidet.

An der östlich des Wiehengebirges gelegenen Porta Westfalica wird es von den Bundesstraßen B 61 und B 482 passiert. Nördlich des Gebirges verläuft in West-Ost-Richtung die B 65, die den Westteil des Gebirges gemeinschaftlich mit der B 51 durchzieht. Im äußersten Westen verlaufen die B 68 und B 218. Von einigen dieser Bundesstraßen besteht Anschluss an die zuvor genannten Bundesautobahnen. Zahlreiche von diesen Straßen abzweigende Landes- und Kreisstraßen verästeln das Straßensystem des Gebirges weiter.

Als Bahnlinien durchqueren die ICE-Strecke Hamburg-Venloer Bahn von Hamburg über Osnabrück nach Köln (Kursbuchstrecke KBS 385) und die RB 71 Ravensberger Bahn von Bünde nach Rahden (KBS 386) das Wiehengebirge. Parallel zum Höhenzug verlaufen südlich die Strecke Rheine - Osnabrück - Löhne - Minden (KBS 375) und nördlich über Bohmte - Bad Essen - Preußisch Oldendorf die private Wittlager Kreisbahn.

Über den Kamm des Wiehengebirges verläuft der Wanderweg Wittekindsweg.

Einzelnachweise

  1. „Ein anderes Bild als die Bergländer der oberen Weser bieten die Weserkette, das Wiehengebirge und der Teutoburger Wald. Tagelang können wir auf schmalen Bergrücken geradeaus dahinwandern.“ - Siehe: Christian Degn, u.a. (Hrsg.): Seydlitz. Erster Teil. Das deutsche Vaterland, wir und die Welt. 7. Aufl., Kiel, Hannover, 1954, S. 50.
  2. Roland Walter et al.: Geologie von Mitteleuropa. 5. Auflage. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1992, ISBN 3-510-65149-9, S. 90ff. 
  3. Die Eiszeit in Nordost-Wesfalen, S. 2, Karte Teilströme und Hauptfließwege des ersten saale- beziehungsweise drenthezeitlichen Eisvorstoßes
  4. Eiszeit. Chronik Schloss Hamborn
  5. Welt.de: Neuer Streit um den Ort der Varusschlacht
  6. Relikte.com: Lufttanlager 2/VI Preußisch Oldendorf
  7. Relikte.com: Nike-FlaRak-Stellung Bad Essen

Weblinks


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