Bauernroman

Der Bauernroman oder die Bauernerzählung ist eine traditionelle Form volkstümlicher Epik, die durch die literarische Darstellung bäuerlichen Lebens charakterisiert ist.

Die Abgrenzung zu anderen Formen volkstümlicher Epik (etwa der Dorfgeschichte) fällt bisweilen schwer.

Inhaltsverzeichnis

Deutschsprachige Literatur

Schon seit dem 13. Jahrhundert gab es sogenannte Bauerndichtung, beispielsweise aus der Feder von Wernher der Gartenaere (wie seine Versnovelle Meier Helmbrecht). Zunächst entstammten die Autoren dieses Genres kaum aus dem bäuerlichen Milieu, da eine höhere Schreibfähigkeit in diesem Kreis nicht üblich war. Ab dem 18. Jahrhundert entwickelte sich aus einer realistischen Darstellungsweise landwirtschaftlichen Lebens die Dorfgeschichte und der Dorfroman. Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts war der Bauernroman ein bei der Leserschaft äußerst beliebter Bestandteil des Naturalismus und der Heimatkunst. Als solcher überhöhte er die Welt der Bauern teilweise mythisch, später wurde er von den Autoren teilweise auch mit Blut-und-Boden- und rassenideologischem Gedankengut versetzt, wozu er sich besonders eignete[1] und wodurch sich insbesondere der Nationalsozialismus das populäre Genre zunutze machen konnte. Ein sehr erfolgreicher Bauernroman nach 1945 war Anna Wimschneiders autobiografisches Werk Herbstmilch.

Literaturen anderer Länder

Einen besonderen Stellenwert erhielten Bauernromane durch Autoren wie Knut Hamsun, Olav Duun und Martin Andersen Nexø im skandinavischen Sprachraum. Desgleichen enthält auch die flämische, polnische und russische sowie die französische Literatur bedeutende Bauernromane.

Literatur

  • Peter Zimmermann: Der Bauernroman. 1975

Einzelbelege

  1. http://www.westfr.de/ns-literatur/kap-1.htm

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