Baugrundvereisung

Die Baugrundvereisung ist eine Maßnahme der offenen Wasserhaltung. Wenn die Baugrube in den Grundwasserspiegel herabreicht, kann man als Gegenmaßnahme eine Baugrundvereisung einleiten, um das Grundwasser davon abzuhalten, die Baugrube zu durchfeuchten. Dazu werden unter der Erdoberfläche Kunststoffschläuche vergraben, die mit Stickstoff (~ -180°C) gefüllt sind. Die nähere Umgebung (~5m) vereist. Dies geht jedoch nur bei bindigen Böden wie Lehm, Abock, Ton oder Schluff. Die Schläuche werden nach dem Kühlschrankprinzip gekühlt. Das Verfahren ist relativ aufwendig und wird bei hohen Anforderungen unter anderem auch im Tunnelbau und Bergbau verwendet, oder wenn der Grundwassernachdrang so groß ist, dass Pumpen nicht wirtschaftlich eingesetzt werden könnten, um die Baugrube trocken zu halten.

Die Baugrundvereisung wurde zum Beispiel beim U-Bahn Bau unterm Donaukanal nach dem Neu-Österreichischem Tunnelbauprinzip angewandt. Die Baugrundvereisung hatte folgende Zielsetzungen: Dichtung des Ausbruchsquerschnittes gegenüber dem Grundwasser, dem Donaukanal und gegen unbekannte Wegigkeiten des Wassers, hervorgerufen z. B. durch Sandlinsen, nicht verdämmte alte Aufschlüsse oder Wasserwege entlang der Holzpfähle der Schleuseninsel, der Sohlbefestigung der Kaiserbadschleuse und des linken Vorkais. Aufbau eines temporären Hilfsgewölbes in Längs- und Querrichtung, um den Ausbruchsquerschnitt nach den Prinzipien der "Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode" (NÖT) sicher herstellen zu können.

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