Bauhaus (Baumarkt)
Bauhaus AG
Bauhaus-Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG (Deutschland)
Gründung 1960
Sitz Zug, Schweiz
Mitarbeiter > 12.800 (2011)
Umsatz 4,2 Mrd. Euro (2010) [1]
Branche Baumärkte
Website www.bauhaus.info
Typische Bauhaus-Front
Bauhaus-Logo am Eingang

Die Bauhaus AG (Eigenschreibweise BAUHAUS) ist ein Handelsunternehmen mit Sitz in Zug in der Schweiz und zählt derzeit zu den größten Baumarktketten Europas.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1960 nach US-amerikanischem Vorbild als erster Baumarkt Deutschlands von Heinz Georg Baus gegründet.[2] „Wer damals auf der Suche nach Werkzeugen oder Baumaterialien war, musste von Fachgeschäft zu Fachgeschäft gehen. Bauhaus ermöglichte mit seinem neuartigen Konzept den entspannten Einkauf unter einem Dach.“[3] Das erste Fachhandelsgeschäft mit einer Verkaufsfläche von 250 m² war in Mannheim im Quadrat U3 zu finden. Ergänzend zu einem Sortiment von rund 25.000 Produkten, erstmals in Selbstbedienung, gab es einen Zuschnitt für Holzplatten, einen Lieferservice und einen Kundenparkplatz direkt vor der Tür. Auf Mannheim folgten Niederlassungen in Heidelberg und Karlsruhe, bevor 1967 ein erstes Geschäft im damals noch geteilten Berlin eröffnete. Bis Ende der 60er Jahre gab es zehn Niederlassungen, in den 70er Jahren waren es drei mal so viele. Von Beginn der 80er bis Ende der 90er Jahre konzentrierte sich die Expansion mit 60 Eröffnungen auf Deutschland, so dass 1989 die 100. Niederlassung in Flensburg öffnete. Im benachbarten Österreich wurde 1972 die erste Landesgesellschaft gegründet. Es folgte 1988 mit Dänemark der Markteintritt in die skandinavischen Länder, 1993 mit der Tschechischen Republik in die Region Osteuropas. Heute (Stand Januar 2010) gibt es Bauhaus in 15 Ländern, in denen über 200 Niederlassungen betrieben werden. 2010 wurde Estland mit einer Niederlassung in Tallinn aufgenommen. [4] In Mannheim ist bis heute die Deutschland-Zentrale ansässig.

Anfang 2000 führte Bauhaus Kooperationsgespräche mit der amerikanischen Baumarktkette „The Home Depot“, die jedoch ergebnislos beendet wurden. 2007 entschied der Bundesgerichtshof, dass eine Entscheidung des Hanseatischen OLG aufgehoben wird, welches Bauhaus die Benutzung einer Marke mit dem Zusatz "The Home Store" untersagte. [5]

Ende 2004 trat Bauhaus ebenso wie Praktiker aus dem Branchenverband BHB aus. Bauhaus gehört auch keinem Arbeitgeberverband an, unterliegt daher keiner Tarifbindung. Deutschlandweit gibt es bisher mehr als 8 Bauhaus-Niederlassungen, die einen Betriebsrat haben.

Organisation

Im Gegensatz zu einigen anderen Baumarkt-Ketten (insbesondere Obi) werden Bauhaus-Niederlassungen nicht im Franchise-System geführt, sondern über Regionalgesellschaften. Neue Niederlassungen werden nach Firmenangaben ohne Fremdmittel finanziert und befinden sich alle im Konzerneigentum.

Bauhaus ist heute eine (nicht börsennotierte) Aktiengesellschaft und zählt zu den größten Baumarkt-Ketten Europas. Zur Zeit (Stand Januar 2010) gibt es 200 sogenannte Fachcentren in 15 europäischen Ländern (davon allein über 125 Niederlassungen in Deutschland) mit etwa 14.000 Beschäftigten. Der Konzern wird heute vom Schweizer Kanton Zug aus geleitet. Mit über 30.000 m² Verkaufsfläche ist das 1997 eröffnete und danach mehrmals erweiterte Bauhaus in Frechen seit April 2010 der größte Baumarkt Europas.[6] Der größte europäische Baumarkt befand sich bis dahin in Düsseldorf-Gerresheim mit einer Verkaufsfläche vo 28.000 m².

Der Bäderausstatter Duscholux wurde ebenfalls von Heinz G. Baus gegründet, gehört aber rechtlich nicht zur Bauhaus-Gruppe.

Verkaufskonzept

Moderne Filiale mit Drive-In-Arena (in Heidelberg)

Das Sortiment der Bauhaus Niederlassungen gliedert sich in Abteilungen und konzentriert sich ausschließlich auf Produkte, die den Bereichen Werkstatt, Haus und Garten zugeordnet werden können:

  1. Eisenwaren
  2. Werkzeug / Maschinen
  3. Bootszubehör ("NAUTIC") nicht in allen Bauhäusern, siehe unten
  4. Elektroinstallation / Leuchten
  5. Sanitärinstallation / Badzubehör / Heizung
  6. Sanitär- Fachhandel / Komplettbäder ("Bäderwelt") nicht in allen Bauhäusern, siehe unten
  7. Bauchemie / Baustoffe
  8. Fliesen
  9. Holz (Leisten / Paneele / Parkett / Laminat)
  10. Bauelemente,
  11. Farben / Tapeten
  12. Creativ
  13. Gartenhartware / Pflanzen ("Stadtgarten") nicht in allen Bauhäusern, siehe unten

Ergänzend zum normalen Abteilungskonzept gibt es spezielle Fachkonzepte. Diese bieten im Vergleich zu den Abteilungen ein erweitertes Sortiment und treten meist unter einem eigenen Namen auf. Bestandteil vieler Niederlassungen/Filialen sind Gartencenter, genannt „Der Stadtgarten“. Zunehmend werden, ähnlich wie beim Mitbewerber Hornbach, sogenannte „DRIVE-IN-ARENA“ für Baustoffe und Baumaterialien eingerichtet, die es an über 40 Standorten gibt (Stand Januar 2010). Ein weiteres Konzept ist die unter dem Eigennamen geführte „BÄDERWELT“, die als Shop-in-Shop-System Produkte und deren Installation anbietet. Sie wird mittlerweile an über 45 Standorten angeboten (Stand Mai 2010)[7]. In 33 Niederlassungen (Stand März 2011)[8] gibt es sogenannte „NAUTIC“-Abteilungen mit einem Sortiment an Booten und Zubehör für den Wassersport. In vier Bauhaus Niederlassungen gibt es eine sogenannte „FLIESEN ARENA“; eine Abteilung, die vorrangig Fliesen, Natursteinplatten und Fensterbänke anbietet. (Stand: März 2011) [9]

Ladengestaltung

Wahrzeichen der Fassadengestaltung sind seit den frühen 80er Jahren drei miteinander verbundene Häuschen. Sie sind das offizielle Bauhaus- Logo (das sog. "Konglomerat", aus dem griech., bedeutet etwa "zusammenhängend") und bilden vielerorts das Eingangsportal der Niederlassungen. Die derzeit durchschnittliche Verkaufsfläche beläuft sich auf 20.000 Quadratmeter mit einer meist lang gestreckten Fassadenform. Ein breiter Mittelgang teilt die Verkaufsfläche und entlang dieser Achse sind sämtliche Abteilungen angeordnet.

Kritik

Das Unternehmen wurde kritisiert, weil es versucht haben soll, Arbeitnehmerrechte einzuschränken.[10] In diesem Zusammenhang soll firmenintern der Begriff „betriebsratsverseucht“ kursieren, der zum Unwort des Jahres 2009 gewählt wurde.[11] Die genaue Herkunft des Wortes ist aber bisher ungeklärt.[12] Zudem wurde berichtet, Mitarbeiter würden mit unbezahlten Zwangspausen belegt, ohne dass diese genommen worden seien.[10] Ferner gibt es Hinweise in einem Monitor-Bericht darüber, dass in einer Filiale des Unternehmens Mitarbeiter gezielt bespitzeln worden sein sollen.[13]

Weblinks

 Commons: Bauhaus (Baumarkt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. http://www.rudolf-mueller.de/downloads/tabelle_top30_zbh_2010.pdf
  2. http://www.br-online.de/bayern2/zuendfunk/zuendfunk-kolumne-mode-baumarkt-ID1274954791879.xml
  3. (Quelle: Bauhaus Firmengeschichte)
  4. (Quelle: http://www.50jahre.bauhaus.info/index.php?id=4256)
  5. (Quelle: http://www.aufrecht.de/urteile/markenrecht/urteile-2005/verwechslungsgefahr-zwischen-the-home-depot-und-bauhaus-the-home-store-hanseatisches-oberlandesgericht-urteil-vom-27-januar-2005-az-5-u-3604.html
  6. „Der größte Baumarkt Europas“, Kabel eins, Sendung „Abenteuer Leben - täglich Wissen“ vom 15. Juni 2010
  7. http://www.baederwelt.com/kontakt/baederwelt-standorte/index.html
  8. (Quelle: http://www.bauhaus.info/extras/nautic/fachcentren/index.html)
  9. http://www.bauhaus.info/extras/fliesen-arena/fachcentren/index.html
  10. a b Fernsehmagazin Monitor, 14. Mai 2009: Baumarkt-Kette Bauhaus. Wie Gewerkschaften um Arbeitnehmerrechte kämpfen, Sendemanuskript
  11. Unwort des Jahres 2009: „Betriebsratsverseucht“. In: Der Tagesspiegel. 19. Januar 2010. Abgerufen am 6. Mai 2011.
  12. http://zettelsraum.blogspot.com/2010/01/zettels-meckerecke-betriebsratsverseuch.html
  13. Fernsehmagazin Frontal21, 2. August 2011: Video in Mediathek

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