Baukastenstückliste

Eine Baugruppe (auch Montagegruppe, kurz Gruppe) ist ein in sich geschlossener aus zwei oder mehr Teilen und/oder Baugruppen niederer Ordnung bestehender Gegenstand, wobei ein Einzelteil ein technisch beschriebener, nach einem bestimmten Arbeitsablauf zu fertigender bzw. gefertigter, nicht zerlegbarer Gegenstand ist. Maßgeblich für diese Definition ist die DIN 6789 Dokumentationssystematik.

Eine Baugruppe kann aus Unterbaugruppen und Bauteilen bestehen und durch Montageprozesse erstellt werden. Als eine Baugruppe wird häufig auch ein Zusammenbau bezeichnet. Eine Stückliste ist eine Liste in der die Komponenten einer Baugruppe in Listenform für technologische und kaufmännische Zwecke erfasst sind.

Im Zusammenhang mit der Verwaltung von Stücklisten ist Baukastenstückliste ein anderer Ausdruck für Baugruppe, wobei Gruppen für unterschiedliche Zwecke nach unterschiedlichen Kriterien gebildet werden können. Die Konstruktion erstellt Gruppen nach Funktionen oder als wiederverwendbare Vormontagegruppe. Kalkulation und Ersatzteilorganisation können andere Gruppen erfordern als die Materialbedarfsermittlung oder die Arbeitsvorbereitung.

Inhaltsverzeichnis

Baugruppen (Anlagen- und Maschinenbau)

Eine Baugruppe ist eine Komponente einer Anlage oder eines Systems, ohne die das gesamte System gar nicht oder nur eingeschränkt funktioniert. Im Anlagen und Maschinenbau wird eine Baugruppe als Teilstück der Gesamtanlage gesehen. Baugruppen als solche können einzelne Zylinder oder komplexe mechanische und elektrische Anbauten sein. Baugruppen im Anlagen und Maschinenbau weisen folgende Vorteile auf:

  • Die Anlage bleibt übersichtlich, da man sich in der Konstruktion und Planung auf eine einzige Baugruppe konzentrieren kann
  • In Fehlerfällen reicht der Austausch einer Baugruppe. Es ist selten ein Eingriff in die Gesamtanlage notwendig
  • Baugruppen mit kleinen Einzelfunktionen sind leichter zu realisieren als eine große Gesamtanlage

Baugruppen (Druckgeräterichtlinie)

Eine Baugruppe (engl. assembly) im Sinne der Druckgeräterichtlinie 97/23/EG besteht aus mehreren Druckgeräte, die von einem Hersteller zu einer zusammenhängenden funktionalen Einheit verbunden werden (Definition Art. 1 (2.1.5)).

Die Baugruppe muss zwingend die notwendingen Ausrüstungteile mit Sicherheitsfunktion (z. B. ein Sicherheitsventil) enthalten, und sie muss durch einen verantwortlichen Hersteller in Verkehr gebracht werden. Der Umfang einer Baugruppe ist von der Größe her nicht begrenzt und kann z.B. ein gesamtes Kraftwerk umfassen.

Elektronische Baugruppe

Eine elektronische Baugruppe wird aus einer konstruktiven und in der Regel auch funktionellen Einheit aus integrierten und/oder diskreten und passiven Bauelementen gebildet, die durch ein Leitungsnetz auf einem Verdrahtungsträger elektrisch und mechanisch verbunden sind. Innerhalb eines elektronischen Gerätes bildet also die Baugruppe die nach den elektronischen Bauelementen folgende Hierarchieebene.[1]

Die Entwicklung der Baugruppenfertigung kennzeichnen Marktanforderungen nach verringertes Gewicht und Volumen, höhere Systemleistung bei kürzerer Signallaufzeit, Anpassung der Hochfrequenz-Eigenschaften und erweiterte Leistungsmerkmale, sowie höhere Zuverlässigkeit bei verringerten Kosten.[2]

Als eine elektronische Flachbaugruppe versteht man eine Baugruppe bestehend aus elektronischen Bauelementen, verbunden durch ein starres organisches Substrat.[3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Scheel (Hersg.): Baugruppentechnologie der Elektronik - Montage. 2. Auflage. Verlag Technik, Berlin 1999, ISBN 3-341-01234-6, S. 9.
  2. Wolfgang Scheel (Hersg.): Baugruppentechnologie der Elektronik - Montage. 2. Auflage. Verlag Technik, Berlin 1999, ISBN 3-341-01234-6, S. 9–10.
  3. Wolfgang Scheel (Hersg.): Baugruppentechnologie der Elektronik - Montage. 2. Auflage. Verlag Technik, Berlin 1999, ISBN 3-341-01234-6, S. 10.

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