Vesterhever

Vesterhever
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Westerhever führt kein Wappen
Westerhever
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Westerhever hervorgehoben
54.3833333333338.66666666666670Koordinaten: 54° 23′ N, 8° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Eiderstedt
Höhe: 0 m ü. NN
Fläche: 13,21 km²
Einwohner: 130 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25881
Vorwahl: 04865
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 150
Adresse der Amtsverwaltung: Welter Str. 1
25836 Garding
Webpräsenz:
Bürgermeister: Roland Reckziegel
Lage der Gemeinde Westerhever im Kreis Nordfriesland
Karte

Westerhever (dänisch: Vesterhever) ist eine amtsangehörige Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Verkehr

Intensiv beweidete Salzwiese mit Leuchtturm Westerheversand im Hintergrund

Westerhever liegt an der nordwestlichen Spitze der Halbinsel Eiderstedt. Der Leuchtturm Westerheversand ist das Wahrzeichen des Ortes und der ganzen Halbinsel Eiderstedt und von geschützten Salzwiesen umgeben.

Salzwiesen mit Leuchtturm und der vorgelagerte Hochsand Westerheversand mit Badestrand ziehen jedes Jahr etwa 80.000 Besucher an.[1]

Die Salzwiesen zwischen Sandbank und Seedeich sind mittlerweile 246 Hektar groß und haben sich in den letzten Jahren weiter ausgedehnt. Die erste Vermessung eines drei Hektar großen Gebiets stammt von 1887. Nach der Durchdämmung eines Deichparallelen Priels im selbem Jahr wuchsen die Wiesen bis 1901 auf 90 Hektar. 1903 kam ein befahrbarer Damm hinzu ebenso wie Grüppen zur Entwässerung, 1930 dann auch Lahnungen zur Landgewinnung.[2]

War das Land ursprünglich intensiv beweidet, änderte sich die Lage durch den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Seit 1991 sind dreiviertel der Fläche aus der Nutzung ausgenommen. Seitdem hat sich die Zahl der Vegetationstypen von sieben auf 16 erhöht. Insbesondere nahmen seitdem Queller und Strandsoden-Fluren zu, die mittlerweile fast ein Viertel der Fläche ausmachen. Ebenso gingen Salzmelden-Fluren zu, die 1988 noch nicht zu finden waren, 2001 aber sieben Prozent der Vegetation bildeten, Strandquecken tauchten ebenso neu auf und bilden drei Prozent: Der beweidungsunempfindliche Andelrasen ging stark zurück: bildete er 1988 noch 71% der Vegetation waren es 2001 nur noch elf Prozent, der ebenfalls unempfindliche Rotschwingel-Rasen sank von acht Prozent auf vier Prozent. Bottenbinsen-Rasen wiederum ging von 1988 bis 1996 zurück, um sich 2001 wieder auszudehnen und nahm in diesem Jahr zehn Prozent der Fläche ein.[2]

Geschichte

Innenraum St. Stephanus Westerhever

Die Insel Westerhever wurde im 12. Jahrhundert besiedelt. Die ersten Menschen errichteten große Dorfwarften, wie Sieversbüll, Leikenhusen oder Stufhusen und schützen das Wirtschaftsland der Insel mit einem Ringdeich.

Bei der großen „Mandränke“ (Sturmflut) von 1362 wurde die erste Kirche von 1123 zerstört. Die heutige Backsteinkirche St. Stephanus), bestehend aus dem gegenüber früher stark verkleinerten Schiff aus dem Jahr 1804 und dem 1370 erbauten gotischen Turm, bildet zusammen mit der Gaststätte Kirchspielkrug das alleinige Dorfzentrum.

In der Nähe des Dorfzentrums liegt die Wogemannsburg, eine Warft, auf der zwischen 1362 und 1370 die sogenannten Wogemänner hausten. Diese betrieben Piraterie, plünderten aber auch die umgebenden Ortschaften. Die Wogemänner wurden 1370 vom Staller Owe Hering und den Bewohnern der Umgebung bezwungen. Die Burg wurde zerstört und deren Steine zur Verstärkung der Kirche und dem Bau des Kirchturmes genutzt.

In Westerhever sind noch viele Haubarge erhalten. Auf einem dieser Haubarge, dem Siekhof, kam 1860 Jacob Alberts, der sogenannte Maler der Halligen zur Welt. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof von Westerhever.

Politik

Von den sieben Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft BGW seit der Kommunalwahl 2008 vier Sitze und die Wählergemeinschaft DGW drei.

Quellen

  1. Nationalparkamt Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (Hrsg.): Jahresbericht 2003/2004 des Nationalparkamtes. Tönning 2005 S. 15
  2. a b M. Stock et al: "Salzwiesen an der Westküste von Schleswig-Holstein 1986-2001", Heide Boyens Buchverlag 2005, ISBN 3-8042-0703-0 S. 35-37

Weblinks


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