Baumlack

Gummilack (lateinisch Lacca, Gummi Laccae) ist ein Harz, welches aus den Ausscheidungen mancher Pflanzen nach dem Stich der Lackschildlaus (Kerria lacca) gewonnen wird. Weitere gängige Bezeichnungen sind Stocklack, Baumlack, Körnerlack und Tafellack.

Produkte aus Gummilack sind Schellack, sowie Lackdye (Lacklack) und Lac-spirit.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Das Harz tritt nach dem Stich aus den jüngsten Trieben verschiedener Bäume, wie Croton laccifer, Pappelfeige (Ficus religiosa), Ficus indica, Jujube (Zizyphus jujuba) und Malabar-Lackbaum (Butea monosperma) aus. Es umhüllt die Zweige in mehr oder minder starker Schicht und erstarrt.

Nur die befruchteten ungeflügelten Weibchen der Lackschildlaus erzeugen den Harzausfluß. Sie selbst werden von dem Harz vollständig eingehüllt und sterben ab, während sich in ihnen 20 bis 30 Larven entwickeln, die endlich durch zylindrische Bohrlöcher das Harz verlassen.

Eigenschaft

Gummilack ist lichtbräunlich bis tief braunrot, geruch- und geschmacklos, durchscheinend bis undurchsichtig. Er enthält verschiedene Harzsäuren und einen dem Karmin ähnlichen Farbstoff. Dieser Farbstoff ist am reichlichsten in den von den Larven noch nicht durchbohrten Sorten vorhanden.

Gewinnung und Handel

Man sammelt die Harzmassen mitsamt den Zweigen, dies wurde als Stocklack (Stangenlack, Stablack, lateinisch Lacca in ramulis oder baculis, französisch laque en bàtons, englisch stick-lac) in den Handel gebracht. Abgebrochene Harzkrusten werden als Körnerlack (lacca in granis, französisch lacque en grains, englisch seed lac) in den Handel gebracht. Dem Körnerlack wird häufig durch Auswaschen der rötliche Farbstoff entfernt.

Nach Meyers (1888) lieferten die Gangesländer Siam und Assam die größte Menge, Bengalen und die Irawadiufer die beste Sorte, welche zum großen Teil nach China und Japan exportiert wurde. Auch Sumatra lieferte Gummilack.

Die Handelsware bestand gewöhnlich aus Schichten von 3-8 mm Dicke.

Verwendung

Durch weitere Reinigung wird Schellack aus dem Gummilack gewonnen.

Aus dem Farbstoff wurde noch ein Färbelack, der Lackdye gewonnen. Dazu wurde der Farbstoff mit einer schwachen Alkalilauge extrahiert, die Flüssigkeit wurde über Feuer oder an der Sonne verdampft. Der Rückstand kam in Form flacher Kuchen in den Handel. Eine weitere Möglichkeit war die Extraktion mit einer Sodalösung und anschließender Fällung mit Alaun, dieses Präparat kam als Lacklack in den Handel.
Der Farbstoff steht dem der Cochenille sehr nahe. Man benutzte beide Präparate hauptsächlich zum Färben von Scharlachrot und Karmesinrot auf Baumwolle und Seide. Sie liefern sehr echte und feurige Nuancen. Eine Lösung von Lackdye in einer Mischung von Salzsäure und Zinn(II)-chlorid bildet den Lac-spirit.


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