Baureihe 08
DR 08 1001
Nummerierung: EST 241-004
SNCF 241 A 4
Anzahl: 1
Hersteller: Compagnie Fives-Lille
Raw Zwickau
Baujahr(e): 1931
Ausmusterung: 1952
Bauart: 2'D1' h4v
Spurweite: 1.435 mm
Länge über Puffer: 24.800 mm
Dienstmasse: 122,5 t
Radsatzfahrmasse: 19,4 t
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Treibraddurchmesser: 1.950 mm
Laufraddurchmesser vorn: 920 mm
Laufraddurchmesser hinten: 1.080 mm
Zylinderanzahl: 4
Zylinderdurchmesser: 2×450/660 mm
Kolbenhub: 720 mm
Kesselüberdruck: 16 bar (urspr. 20 bar)
Rostfläche: (4,43 m²)
Rohrheizfläche: (4,43 m²)
Überhitzerfläche: 94,20 m²
Verdampfungsheizfläche: 223,20 m²

Bei der Lokomotive 08 1001 der Deutschen Reichsbahn in der DDR handelt es sich um eine französische Dampflokomotive der Klasse 241 A. Es war die einzige jemals von einer deutschen Bahngesellschaft eingesetzte Mountain-Lokomotive (Achsfolge 2’D1’).

Geschichte

Die Lokomotive wurde 1931 für die französische Ostbahn (EST) gebaut. Sie war nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Territorium der DR verblieben und stand bis 1952 im Schadpark der Reichsbahndirektion Greifswald. Im Rahmen der Entwicklung der Kohlenstaubfeuerung unter Leitung von Hans Wendler wurde sie als Versuchlokomotive ausgewählt. Grund war ihr großer Verbrennungsraum sowie die im deutschen Bereich nicht gebräuchliche Grundkonzeption. Der Umbau erfolgte bei Raw Zwickau. Neben den notwendigen Einbauten für die Kohlestaubfeuerung erfolgten nur Änderungen, um die Lokomotive an die Betriebsbedingungen bei der Deutschen Reichsbahn anzupassen. Nach der Fertigstellung erfolgte die Aufnahme des Versuchsprogrammes bei der Fahrzeug-Versuchsanstalt Halle. Die ersten Tests ergaben, dass die Lokomotive die gewünschten Erwartungen nicht erfüllte. Insbesondere das Leistungsvermögen und der Brennstoffverbrauch lagen weit unter den Erwartungen. Eine wesentliche Ursache war der aufgrund gesetzlicher Vorschriften von 20 bar auf 16 bar verringerte Kesseldruck. Die FVA Halle beschränkte auch die Höchstgeschwindigkeit auf 110 km/h, da man Entgleisungen befürchtete. Nach Abschluss der Versuche wurde die Lokomotive ab Dezember 1953 im Bw Dresden-Altstadt beheimatet und im Schnellzugdienst Dresden–Berlin eingesetzt. 1955 wurde die Lok nach 34.000 km Laufleistung abgestellt und zwei Jahre später ausgemustert und verschrottet.

Konstruktion

Der genietete Langkessel der Lokomotive besteht aus drei Schüssen. Auf dem ersten und zweiten Kesselschuss sitzt ein Dampfdom. Bei Rahmen handelt es sich um einem Blechinnenrahmen der mit Stahlgußstücken versteift ist. Das vordere Drehgestell besitzt eine Steinverschiebbarkeit, der hintere Radsatz ruht in einem Bisselgestell. Durch den Einsatz von weichen Federn wurde auf ein Ausgleichsystem verzichtet. Das Triebwerk war in der Bauart de Glehn ausgeführt. Die äußeren Hockdruckzylinder wirkten auf die zweite und die inneren Niederdruckzylinder auf die erste Kuppelachse. Jeder Zylinder besaß eine gesonderte Heusinger-Steuerung. Das Bremssystem bestand aus einer einfachwirkenden Knorrbremse auf alle Kuppelachsen und Drehgestellachsen. Als Sondereinrichtung besaß die Lokomotive einen Dampfturbogenerator.

Literatur

Manfred Weisbrod, Hans Müller, Wolfgang Petznick: Deutsches Lok-Archiv: Dampflokomotiven 1. 6. Auflage. Transpress Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-344-70768-X, S. 74–76, 256.


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