A. E. Wilder-Smith


A. E. Wilder-Smith

Arthur Ernest Wilder-Smith (* 1915; † 1995), besser bekannt als A. E. Wilder-Smith, war ein britischer Chemiker, Pharmakologe, Drogenexperte und Vertreter des christlichen Kreationismus. Wilder-Smith hatte diverse Lehrstühle an europäischen und amerikanischen Universitäten inne und war zwischenzeitlich im Range eines Generals als Drogenberater für die NATO tätig. Er ist Autor und Co-Autor von mehr als 70 wissenschaftlichen Publikationen und mehr als 20 Büchern, die in viele Sprachen übersetzt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

A.E. Wilder-Smith wurde am 22.Dezember in Reading, England geboren und wuchs auf dem Land auf. Sein Vater stammte aus einer Familie von Gutsbesitzern und war Landwirt, seine Mutter war diplomierte Lehrerin aus einer Ingenieurfamilie. Sie hatten drei Töchter und zwei Söhne. Der Vater war mit der anglikanischen Kirche wegen des Zwangs zur Abgabe des Zehnten sehr verfeindet und lehnte das Christentum ab. Der 15-jährige Arthur wurde zusammen mit seinem jüngeren Bruder nach miserablen Noten auf der Grammar School (Gymnasium) auf ein Internat geschickt. Er schloss mit Auszeichnung ab und wurde für ein Studium in Oxford zugelassen.

Akademische Anfänge

1933 begann er sein Studium der Botanik, Zoologie und Chemie an der Universität Oxford und schloss das erste öffentliche Examen mit „Gut“ ab. In der Zeit lernte er einen englischen General kennen, der ihm den christlichen Glauben nahe brachte. Bald darauf lehnte er seinen Atheismus ab und wurde Christ, was sein weiteres Leben sehr prägte. 1936 musste er auf die Universität Reading wechseln, da es ihm an finanziellen Mitteln fehlte. 1938 wurde er Doktorand in der physikalisch-organischen Chemie. Während des Zweiten Weltkriegs forschte er im Rahmen seiner Doktordissertation in dem Chemieunternehmen Imperial Chemical Industries an neuen Nitroverbindungen, die für medizinische Zwecke angewandt werden sollten, worauf über 40 Patente weltweit und eine Reihe von wissenschaftlichen Veröffentlichungen entstanden[1]. Da Wilder-Smith den Kriegsdienst aus Gewissensgründen verweigerte, wurde gegen ihn ein Verfahren eingeleitet. Während der von mehr als tausend Menschen besuchten Gerichtsverhandlung der höchsten Instanz in York wurde er aufgrund einer unerwarteten Zeugenaussage freigesprochen. Aus gesundheitlichen Gründen musste Wilder-Smith seine Arbeit mit Nitroverbindungen abbrechen und arbeitete in der Krebsforschung an der Universität London bis 1946, wo er Fellow of the Royal Institute of Chemistry wurde.

Soziale Arbeit in Deutschland

Wilder-Smith engagierte sich in christlich-sozialer Arbeit mit deutschen Kriegsgefangenen in England, worauf er von der britischen Abteilung für religiöse Angelegenheiten eine Anfrage bekam, an Versöhnungsprojekten zwischen Deutschen und den Siegermächten zu arbeiten. Ab 1946 hatte er zahlreiche Aufenthalte in der Schweiz und in Deutschland, hielt Vorträge an deutschen Universitäten und forschte parallel dazu in der Chemieindustrie.

Universitätslaufbahn

Seit 1956 wohnte er in Genf und arbeitete an der École de Médecine, wo er 1964 zum zweiten Mal promovierte. Einen weiteren Doktorgrad in den Naturwissenschaften erreichte er im selben Jahr an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich mit seiner Arbeit auf dem Gebiet der Chemotherapie. In den folgenden Jahren war er Gastprofessor an der Universität Bergen (Norwegen), an der University of Illinois in Chicago (USA) und zwei weitere Jahre Professor der Pharmakologie in Ankara (Türkei).

Arbeit als Drogenberater der NATO

Stark wachsender Drogenmissbrauch unter den Truppen der NATO-Streitkräfte veranlasste die höheren Offiziere, Wilder-Smith als Drogenexperten einzustellen. Er arbeitete von 1970 bis 1977 im Range eines 3-Sterne-Generals der NATO in Europa, entwickelte anti-Drogenabusus-Programme für das Militär und hielt Vorträge, in denen er die Wirkung von Drogen demonstrierte und über das Problem aufklärte.

Vortragsreisen

Wilder-Smith wurde in den folgenden Jahren wegen seinen Seminaren, Interviews, Publikationen und Filmen bekannt, die in verschiedenen Ländern ausgestrahlt wurden. Bis 1990 machte er über 20 Vortragsreisen weltweit, publizierte insgesamt 45 eigene wissenschaftliche Veröffentlichungen und schrieb 23 Bücher in Deutsch und Englisch. Seine ORIGIN-Filme gewannen 2 Auszeichnungen und wurden, wie auch viele Bücher, in viele Sprachen übersetzt.

Persönliches Leben

Wilder-Smith heiratet 1950 Beate (geb. Gottwaldt), die Tochter eines deutschen Pfarrers, die er in Deutschland kennen gelernt hatte. Aus der Ehe gingen drei Söhne und eine Tochter hervor, die alle Mediziner wurden. Nach seiner ersten, erfolgreichen Gehirnoperation im Jahr 1991 in Bern konnte Wilder-Smith seine Vortragsarbeit wieder aufnehmen. 1994 wurde eine zweite Gehirnoperation notwendig. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich und er starb in dem darauf folgenden Jahr - am 14.September 1995 in Bern.

Wilder-Smiths Standpunkt

Wilder-Smith ist unter anderem für seine kritischen Publikationen zur Evolutionstheorie bekannt geworden. In seinen Büchern behandelt er sowohl die theoretischen, als auch die experimentellen Probleme des Neodarwinismus und erbringt wissenschaftliche Einwände. Beispielsweise hält er die spontane Biogenese nach dem Miller-Experiment zur Entstehung des Lebens aus mehreren Gründen für nicht möglich:

  • Nach dem Massenwirkungsgesetz geht die Synthese von Polypeptiden aus Aminosäuren nicht vorwärts, da das dabei entstehende Wasser das Gleichgewicht auf der Seite der Ausgangsstoffe hält – so Wilder-Smith.[2] Deshalb hält er die spontane Biogenese in großen Mengen an Wasser, vor allem im Urozean, wie es in vielen Lehrbüchern steht, nicht nur für unwahrscheinlich, sondern für unmöglich.
  • Weiterhin sieht Wilder-Smith die Entstehung des Racematgemischs wegen der stochastischen Chemie bei der Synthese von Aminosäuren als bedeutendes Hindernis in der Biogenese nach Miller. Der äquimolare Gehalt an links- und rechtsdrehenden Aminosäuren (siehe Chiralität) ist für die Zusammensetzung von lebendem Protoplasma unbrauchbar, da nur L-Aminosäuren Eiweiße für das Leben bilden und Racemate nicht geeignet und oft giftig sind.[3] In Pasteurs Arbeiten über spontane Biogenese sieht Wilder-Smith die Bestätigung seiner Überlegungen im experimentellen Bereich.[4]

1986 debattierte Wilder-Smith zusammen mit dem Kreationisten und Physiker Edgar Andrews gegen die Biologen Richard Dawkins und John Maynard Smith im Rahmen der Huxley Memorial Debate über die Problematik der Biogenese und griff die alte Thematik der Debatte von Samuel Wilberforce und Thomas Henry Huxley aus dem Jahr 1860 wieder auf. Die Kreationisten unterlagen bei der anschließenden Abstimmung der Studenten über die Behauptung, "dass die Doktrin der Schöpfung mehr Gültigkeit hat als die Evolutionstheorie", mit einem Stimmenverhältnis von 198 zu 115 Stimmen (nach anderen Angaben 198:150), was für sie trotzdem ein erstaunlich gutes Ergebnis in Fachkreisen darstellte.[5]

Bibliographie

  • 1964: Preparation de quelques nouveaux derives d'oxadiazolone et etude de leur activite anti-mycobacterienne, Dissertation, Universität Genf. Juris-Verlag, Zürich 1964
  • 1972: Die Erschaffung des Lebens. Evolution aus kybernetischer Sicht (The Creation of Life); ISBN 3-7751-0077-6
  • 1972: Herkunft und Zukunft des Menschen. Ein kritischer Überblick über die dem Darwinismus und Christentum zugrunde liegenden naturwissenschaftlichen und geistlichen Prinzipien. (Man's Origin/Man's Destiny); ISBN 3-7751-0070-9
  • 1974: Ursache und Behandlung der Drogenepidemie (The Causes and Cure of the Drug Epidemic); ISBN 3-7751-0139-X
  • 1978: Greift der Christ zur Waffe? ISBN 3-87739-516-3
  • 1979: Die Demission des wissenschaftlichen Materialismus; ISBN 3-7751-0201-9
  • 1980: Wer denkt, muss glauben (He Who Thinks Has To Believe); ISBN 3-7751-0519-0
  • 1981: Die Naturwissenschaften kennen keine Evolution, Experimentelle und theoretische Einwände gegen die Evolutionstheorie; (The Natural Sciences Know Nothing of Evolution); ISBN 3-7965-0759-X
  • 1983: Evolution im Kreuzverhör; ISBN 3-7751-0577-8
  • 1988: AIDS - Verschwiegene Fakten; Schwengeler Verlag, ISBN 3-85666-730-X (online Auszug
  • 1990: Warum lässt Gott es zu? (Why Does God Allow It?); ISBN 3-7751-0115-2 (PDF)
  • 1991: Ist das ein Gott der Liebe? (Is This a God of Love?); ISBN 3-7751-0076-8

Quellen

  1. A.E.Wilder-Smith: Es war ein Reiches Leben, Hänssler Verlag, S.116)
  2. A. E. Wilder-Smith: Die Wissenschaften kennen keine Evolution, Verlag Schwabe, 5. Auflage (1985), S. 24
  3. A. E. Wilder-Smith: Die Wissenschaften kennen keine Evolution, Verlag Schwabe, 5. Auflage (1985), S. 27
  4. A. E. Wilder-Smith: Die Wissenschaften kennen keine Evolution, Verlag Schwabe, 5. Auflage (1985), S. 8
  5. Beate Wilder-Smith, A. E. Wilder-Smith: Fulfilled Journey – the Wilder-Smith memoirs, Word for Today Pub. (1998), ISBN 0936728752.
    Zur Debatte vgl. en:Huxley Memorial Debate.

Weblinks


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