Baureihe 223
Siemens ER20 (B)U/(B)F
Lok 253 004 der PRESS
Anzahl: 131 ER20
14 ER20 F
Hersteller: Siemens TS
Baujahr(e): ab 2002
Achsformel: Bo'Bo'
Spurweite: 1.435 mm
Länge über Puffer: 19.275 mm
Breite: 2.870 mm
Drehzapfenabstand: 10.362 mm
Kleinster bef. Halbmesser: 100 m
Dienstmasse: 80 t
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Installierte Leistung: 2.000 kW
Traktionsleistung: 1750 kW ohne ZS
1600 kW mit ZS
Anfahrzugkraft: 235 kN
Treibraddurchmesser: 1100/1020 mm
Motorentyp: Common Rail System
Motorbauart: MTU 16 V 4000 R41
Nenndrehzahl: 600–1.800/Minute
Leistungsübertragung: dieselelektrisch
Tankinhalt: 2800 l
Bremse: indirekt (pneumatisch) + dynamische Bremse
Lokbremse: SW-GPRmZ+E
Zugsicherung: PZB,Sifa
Zugheizung: 400 kW
Geschwindigkeitsmesser: Analog
Steuerung: AFB; Auf-/Abwärtssteuerung mit Kombihebel

Der Lokomotivtyp Siemens ER20 der Eurorunner-Serie ist eine von Siemens Mobility (vormals Siemens Transportation Systems) gebaute dieselelektrische Lokomotive.

Das Modell wurde zunächst im Auftrag der Österreichischen Bundesbahnen gebaute und dort als 2016 oder Hercules bezeichnet. Ein 2.000 kW Dieselmotor mit angeflanschtem Drehstrom-Asynchrongenerator erzeugt dabei den Strom, mit dem die vier Motoren (einer für jede Achse) angetrieben werden. Die Lokomotiven sind mit Wendezug- und Tandemsteuerung ausgestattet.

Mit dem Erscheinen der auf dem EuroSprinter 2007 basierenden sechsachsigen Siemens ER 20 CF bzw. CU heißen diese Loks jetzt ER 20 BU oder ER 20 BF

Eine weitere Variante ist die Siemens ER20 LG für Litauen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Neben der ÖBB (100 Loks) besitzen diverse Privatbahnen in Österreich (2 Loks Steiermärkische Landesbahnen (STLB)) und Deutschland (15 Loks Siemens Dispolok, 7 Nord-Ostsee-Bahn (NOB), 12 Regentalbahn (11× Alex-Verkehr, 1× Regental-Cargo)) Loks dieses Typs. Eine weitere läuft als Präsentationsfahrzeug für Siemens. Eine der Dispolok-Loks ist bei der slowakischen Privatbahn BRKS im Einsatz. Seit Mitte Juli 2007 gibt es auch eine Zulassung für Tschechien.

Fünf mit Mittelpufferkupplung ausgestattete Loks wurden nach Hong Kong geliefert.

Eine Variante der Lok ist die ER20 F, jüngst auch ER20 BF als reine Güterzuglok, also ohne Zugheizung. Diese wird von der österreichischen LTE (2), RTS (1) und den deutschen Privatbahnen Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn (PRESS, 2), Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB, 4) und Westfälische Landeseisenbahn (WLE, 1) eingesetzt. drei weitere Loks wurden durch die niedersächsische OHE als 2700 8x bestellt (die OHE-Bezeichnungen orientieren sich an der Lokleistung in PS).

Die Loks wurden bisher in Deutschland als Baureihe 253 bezeichnet, das Fahrzeugeinstellungsregister nennt sie jetzt jedoch 223 und vergibt die 253 an die Vossloh G 2000 BB.

Eingesetzt werden die Lokomotiven im Personen- und Güterverkehr.

Technische Merkmale

Die Lokomotive besitzt einen aufgeladenen 16-Zylinder-Dieselmotor der 4000er Serie von MTU Friedrichshafen mit Common-Rail-Einspritzung und Ladeluftkühlung. Im Leerlauf werden zur Verbesserung der Abgaswerte 8 von 16 Zylindern abgeschaltet.

Bei erhöhtem Leistungsbedarf beim Anfahren oder auf kurzen Steigungsabschnitten kann die Zugsammelschiene (für die Energieversorgung der Wagen) abgeschaltet werden. Somit steht die gesamte durch den Generator erzeugte Leistung den Fahrmotoren zur Verfügung.

Die Lokomotive besitzt getrennte Stromkreisläufe für die Verbraucher und den Anlasser. Der benötigte Strom für den Anlasser wird in PowerCaps gespeichert, damit sind zwei bis drei Startvorgänge unabhängig von der Hauptbatterie möglich.

Nachfolger

Ab 2007 bekommen die Loks einen neuen, gemeinsam für den EuroRunner und den EuroSprinter benutzten Lokkasten, womit praktisch eine neue Lokfamilie, der EuroSprinter 2007 entsteht. Hierfür ist bereits die erste, eine sechsachsige Version als ER20 CF für die litauische Lietuvos Geležinkeliai, hergestellt worden.

Bilder

Literatur

  • Alexander Bückle: Die Lokomotiven der Hercules-Familie. EK-Verlag, Freiburg, 2008 ISBN 3-88255-369-7

Weblinks


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